Bargeld-Übergabe vor der Haustür

Betrug am Telefon: Rentnerin wird gleich zweimal Opfer – um Zehntausende Euro beraubt

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  • Julia Hanigk
    Julia Hanigk
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Mit einer raffinierten Taktik haben Telefonbetrüger eine Rentnerin um Zehntausende Euro bestohlen. Sie spielten ihr einen tödlichen Unfall ihrer Tochter vor.

Weingarten – Die Tricks von Telefonbetrügern sind äußerst vielseitig: Manchmal versprechen sie einen vermeintlich hohen Lottogewinn, in anderen Fällen geben sie sich als Bundesbehörde aus. In Weingarten (Baden-Württemberg) ist es Betrügern gelungen, eine ältere Dame mit einem sogenannten „Schockanruf“ zu täuschen und dabei eine beträchtliche Summe von mehreren Zehntausend Euro zu ergaunern.

Telefonbetrug täuscht erlogenen Verkehrsunfall vor

Nach Angaben der Polizei haben die Betrüger 11. Oktober im Stadt- und Landkreis Karlsruhe mehrere Haushalte kontaktiert und versucht, mit der „Schockanrufer“-Methode Bargeld und Schmuck zu erlangen. Dabei täuschten sie ihren Gesprächspartnern am Telefon vor, dass ein naher Verwandter einen schweren Verkehrsunfall mit Verletzten oder sogar Toten verursacht hat und nun eine Kaution erforderlich ist. Auf diese Weise soll angeblich eine Verhaftung des Verwandten verhindert werden.

Eine Seniorin fiel gleich zweimal auf einen Schockanruf-Betrüger herein. Das kann jedem passieren. (Symbolbild)

Seniorin wird Opfer eines Trickanrufs: Betrüger verlangen Geld

Damit hatten die Betrüger in vielen Fällen kein Glück – doch eine ältere Dame fiel ihnen an dem Tag Mitte Oktober zum Opfer. Als die Betrüger gegen 10 Uhr anriefen und der Frau weismachten, sie seien Polizeibeamte, glaubte sie ihnen. Der Anrufer erzählte der Frau, ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse nun ins Gefängnis. Eine Zahlung von mehreren Zehntausend Euro könne dies jedoch verhindern.

Ältere Frau übergibt Telefonbetrügern Geld an ihrer Haustür

Die ältere Frau übergab gegen 11 Uhr einem Unbekannten vor ihrer Haustür Bargeld. Die Betrüger ließen die Frau danach jedoch nicht in Ruhe, sondern kontaktierten sie erneut. Gegen 14 Uhr am selben Tag übergab sie erneut Bargeld und auch Schmuck. Als sie schließlich erkannte, dass sie betrogen worden war, waren die Täter bereits verschwunden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Polizei gibt Ratschläge, wie man sich vor Betrugsanrufen oder „Schockanrufen“ schützen kann:

  • Es ist wichtig, dass Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen. In solchen Situationen ist es ratsam, sofort aufzulegen.
  • Seien Sie skeptisch, wenn Unbekannte Sie am Telefon zu schnellen Entscheidungen drängen und persönliche Daten, Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände von Ihnen verlangen.
  • Zögern Sie nicht, die Polizei direkt über den Notruf 110 zu informieren.
  • Es ist nicht ratsam, am Telefon über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse zu sprechen.
  • Suchen Sie den Rat Ihrer Familie und Personen, denen Sie vertrauen, bevor Sie Entscheidungen treffen.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich auch in Gröbenzell. Dabei verhinderte eine Bankmitarbeiterin letzten Endes Schlimmeres. Wie die Polizei erklärt, ist „der Druck auf die Opfer brutal“, sodass Opfer das Geld herausgäben. Dumm oder leichtsinnig sei dabei niemand – jedem kann so etwas passieren. (dpa/BeBau/jh)

Rubriklistenbild: © Fotostand/K. Schmitt/IMAGO

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