Gelber Gast

Warum Sie in Garten und Keller nach dem Bierschnegel Ausschau halten sollten

  • schließen

Der gelbe Bierschnegel ist ziemlich unscheinbar, nachtaktiv und liebt unter anderem Bier. Oft versteckt sich die Nacktschnecke, aber Funde sollten gemeldet werden.

Zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens kriecht der Bierschnegel (Limacus flavus) durch manche Gärten. Auf der Suche nach Nahrung und dem verführerischen Geruch von Bier folgend, ist diese Nacktschnecke auch in feuchten, unverputzten Kellern anzutreffen. Tagsüber versteckt sich der Schnegel an geschützten Stellen, beispielsweise in Mauerritzen. Für Gartenbesitzer gibt es keinen Grund zur Besorgnis, denn das Tier verschmäht Grünpflanzen und macht sich rar – er ist so selten, dass man eine Sichtung des Bierschnegels melden sollte.

Bierschnegel von anderen Nacktschnecken unterscheiden

Der schmutziggelbe Bierschnegel (Limacus flavus) wird bis zu zehn Zentimeter lang und trägt bläuliche Fühler.

Der zu Ordnung der Lungenschnecken gehörende Bierschnegel ist nicht sonderlich attraktiv: Bis zu zehn Zentimeter lang wird die gelbe, manchmal olivgrüne oder bräunliche Nacktschnecke mit helleren Flecken am Rücken und am Mantelschild, den Nacktschnecken anstelle eines Gehäuses tragen. Auch der Körperschleim ist gelb. Am auffälligsten sind die bläulichen Fühler des Schnegels. 

Gaby Schulemann-Maier vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) erklärt in einer Pressemitteilung den Unterschied zu anderen Nacktschnecken: „Wie bei vielen Vertretern der Familie der Schnegel befindet sich das Atemloch der Bierschnegel vom Kopf aus betrachtet deutlich hinter der Mitte des Mantelschildes, und das auf der rechten Seite des Körpers. Nacktschnecken anderer Familien haben ihr Atemloch dagegen vor der Mitte des Mantelschildes.“

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24garten.de.

Ähnlich wie die Weinbergschnecke oder der Tigerschnegel sollte der Bierschnegel ein gern gesehener Gast im Garten sein. Denn er steht auf der Roten Liste für vom Aussterben bedrohte Tierarten, weil sein Lebensraum durch Gebäudesanierungen zunehmend schwindet.

Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Wie Sie den Bierschnegel finden und melden

Das Fehlen von feuchten, unverputzten Kellern macht den Bierschnegel zu einer bedrohten Art.

Da sich die Schnecke bevorzugt von Schimmel, Flechten und Algen ernährt, geht für die Gartenpflanzen keine Gefahr von ihm aus. Es lohnt aber auch der Blick in die Kartoffelkiste im Keller, denn eingelagerte Kartoffeln oder Pflanzenzwiebeln weiß der Bierschnegel ebenfalls zu schätzen, erklärt das Rote-Liste-Zentrum. Auch im Komposthaufen könnte man die Schnecke antreffen. Wer das nachtaktive Tier beispielsweise in Kellern, Schächten, Mauerspalten oder in der Nähe von Bach, Fluss und Bierfallen findet, sollte es – am besten mit Foto – über die kostenlose Bierschnegel-Web-App an NABU-naturgucker.de melden.

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

Kommentare