Schaf fühlt sich von eigenem Spiegelbild provoziert und setzt zum Kampf an
VonLara-Sabrina Kiehl
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Ein Schaf aus Indonesien entdeckt einen Konkurrenten und fühlt sich von ihm herausgefordert. Ein wichtiges Detail entgeht dem Vierbeiner allerdings.
Wenn Tiere sich selbst im Spiegel sehen, reagieren sie auf unterschiedliche Art und Weise: Einige erschrecken sich, andere bewundern das, was sie sehen, etwas skeptisch und manche reagieren einfach gar nicht auf ihr Spiegelbild. Doch wie ein Schaf zeigt, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit auf das eigene Spiegelbild zu reagieren – nämlich ziemlich aggressiv.
Video nimmt Schaf auf, das sein eigenes Spiegelbild für einen Feind hält
Auch wenn Schafe alles andere als dumm sind, scheinen sie ihr eigenes Spiegelbild nicht zu erkennen. So zumindest ein Schaf aus Indonesien. Per Zufall entdeckt es auf einer spiegelnden Oberfläche sich selbst, doch hält sein Gegenüber für einen ziemlich aufmüpfigen Feind, der provokant starrt. Merkwürdig beäugt auch eine Katze das eigene Spiegelbild, und bringt damit unzählige TikTok User zum Lachen.
Stirn an Stirn steht das Schaf seinem feindlichen Spiegelbild gegenüber. Ganz nach dem Motto „Du bist ja frech. Dir werde ich es zeigen“, reagiert es daraufhin mit mehreren beherzten Attacken und knallt immer wieder mit dem Kopf gegen das verspiegelte Tor. Mit einem besonderen Trainingsvideo begeistert ein Schaf auf TikTok, dass viele User sogar besser als einen Hund finden.
Schafe haben ein sehr gutes Gedächtnis und können Herdenmitglieder auf Bildern erkennen
Doch wer nun denkt, nur weil das Schaf mit seinem eigenen Spiegelbild kämpft, dass die Paarhufer dumm seien, liegt falsch. Denn das Gedächtnis von Schafen ist zum Beispiel gar nicht mal so schlecht. Wie Forscher herausgefunden haben, können Schafe sich über 50 Gesichter ihrer Artgenossen über mehrere Jahre merken und sogar Menschen unterscheiden. Der Bericht dazu erschien im britischen Fachmagazin „Nature“.
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Darüber hinaus zeigten spätere Versuche, dass die Tiere Gesichter von Schafen auch unterscheiden konnten, wenn sie ihnen in anderen Konstellationen oder aus einer anderen Perspektive gezeigt wurden. Das Verhalten der Tiere zeigte zudem, dass sie abwesende Herdenmitglieder auf Bildern wiedererkennen können. Erst nach etwa zwei Jahren verblasste die Erinnerung an die Artgenossen, und die Tiere machten zunehmend Fehler bei der Wiedererkennung.