VonKatharina Winterschließen
Ihre Pflanzen gedeihen trotz ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe nicht? Vielleicht ist Ihr Boden müde. Wir zeigen, welche Bodenverbesserer schnell helfen.
Sie ernten von Jahr zu Jahr weniger Zucchini? Ihre Rosen wuchsen dieses Jahr mickrig und sind anfällig für Schädlinge und Krankheiten? Das kann an einem müden Boden liegen. Meist tritt Bodenerschöpfung dort auf, wo Sie über viele Jahre die gleichen Pflanzen am selben Ort angebaut haben. Diese haben der Erde über lange Zeit dieselben Nährstoffe entzogen. Außerdem konnten sich pflanzentypische Schädlinge im Boden ansammeln. Mit den folgenden Maßnahmen halten Sie Ihre Erde lange gesund und ertragreich.
Bodenverbesserer: Bio-Dünger belebt müden Boden
Arbeiten Sie regelmäßig organischen Dünger oder Kompost in die Erde ein. Die darin enthaltenen Stoffe und Mikroben sind ein wahrer Jungbrunnen für erschöpften Boden. Sie können auch Hornspäne, Laub oder Rasenschnitt einbringen, um das Bodenleben zu verbessern. Diese Bodenverbesserer bringen eine ausgelaugte Erde wieder ins Gleichgewicht und helfen ihr bei der Regeneration. Denn die darin enthaltenen Bakterien und Kleinstlebewesen bauen organisches Material ab und stellen Ihren Pflanzen dabei die nötigen Nährstoffe zur Verfügung. So entsteht ein natürlicher Kreislauf, der viel nachhaltiger und zuverlässiger funktioniert als chemische Düngung, die Ihren Boden auf Dauer sogar altern lässt.
Organische Düngung verbessert außerdem die Bodenstruktur und beugt Schädlingen und Krankheiten vor. Wenn Sie Ihren Boden biologisch düngen, benötigen Sie zudem weniger mineralischen Dünger.
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Eine gut gewählte Fruchtfolge beugt Bodenmüdigkeit vor
Bauen Sie nicht Jahr für Jahr die gleichen Pflanzen auf Ihrem Boden an. Jede Pflanzengattung hat ein ganz bestimmtes Profil an Nährstoffen, die sie dem Boden entzieht. Werden einem Boden über längere Zeiträume immer wieder dieselben Nährstoffe entzogen, ermüdet er unweigerlich. Außerdem zieht jede Pflanze eine recht individuelle Gruppe von Schädlingen an. Dies gilt für oberirdische Insekten wie Läuse oder Käfer – aber auch für Schädlinge in der Erde, wie bestimmte Viren, Bakterien oder Nematoden. Wächst in Ihrem Boden nun für lange Zeit immer die gleiche Pflanzenart, vermehren sich die spezifischen Schädlinge immer weiter, bis die Pflanze keine Chance mehr dagegen hat.
Bauen Sie Ihre Pflanzenkulturen also möglichst in festem Wechsel an. Bei einigen Pflanzen sollten Sie dabei besonders streng sein. Nach Kohl oder Erdbeeren sollten Sie sogar mehrere Jahre warten, bis Sie diese erneut ins selbe Beet setzen.
Mischkultur laugt den Boden weniger aus
Ebenso wie Fruchtwechsel beugen auch Mischkulturen einer Bodenerschöpfung vor. Viele Gartenfreunde wissen, dass sich bestimmte Käfer, Raupen oder Läuse in Mischkulturen weniger stark ausbreiten als in großen Monokulturen. Doch dasselbe gilt auch für die bodengebundenen Schädlinge. Außerdem wird der einseitige Nährstoffentzug durch eine bestimmte Pflanzengattung in Mischkulturen besser ausgeglichen. So wird der Boden längst nicht so schnell ausgelaugt.
Mischen Sie am besten stark zehrende Pflanzen mit schwach zehrenden Pflanzen – und flach wurzelnde Pflanzen mit tief wurzelnden. Dann wird Ihre Mischkultur dafür sorgen, dass es sowohl Ihren Pflanzen als auch dem Boden stets gut geht.
Dank rechtzeitiger Gründüngung zwischendurch verbessern Sie ebenfalls Ihren Gartenboden
Wenn Ihr Boden erste Anzeichen von Ermüdung zeigt, sollten Sie zügig reagieren. Statt erneut Kulturpflanzen zu setzen, sollten Sie eine Gründüngung einsäen, damit der Boden sich erholen kann. Vorausschauende Gartenfreunde tun dies sogar, noch bevor der Boden zu ermüden beginnt – und das in regelmäßigen Abständen. Zum Gründungen empfehlen sich zum Beispiel Tagetes oder Gelbsenf. Beide Pflanzen reichern den Boden sehr gut mit Humus an und drängen außerdem Nematoden zurück.
Versorgen Sie Ihren Boden vor der Gründüngung am besten noch mit ausreichend Spurenelementen, zum Beispiel mit einer Kur aus Algenkalk und Kompost.
Arbeiten Sie Gesteinsmehl als Bodenverbesserer ein
Wenn Sie feines Gesteinsmehl in Ihren Boden einbringen, erhöhen Sie die Bodenfruchtbarkeit und versorgen Ihre Pflanzen mit wichtigen Mineralien. Verwenden Sie dazu ein Mehl aus Basalt, Diabas oder Granit mit einer Körnung von unter 0,2 Millimetern. Achten Sie dabei aber unbedingt auf die Dosierung, wenn Sie den Bodenverbesserer (werblicher Link) ausbringen.
Behalten Sie den pH-Wert im Auge
Wenn Ihr Boden schnell ermüdet, ist daran vielleicht ein falscher pH-Wert schuld. Prüfen Sie daher regelmäßig, wie sauer oder basisch Ihr Boden ist. Einfache Mess-Sets können Sie schon für wenig Geld im Baumarkt kaufen. Ist Ihr Boden zu sauer, reichern Sie ihn einmal im Jahr mit Algenkalk an. So schaffen Sie eine bessere Umgebung für das Bodenleben: Dies stärkt wiederum die Pflanzen.
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