Bis zu 2.900 Euro jährlich mit dem Elektroauto einsparen – wie das funktionieren soll
VonSebastian Oppenheimer
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Besitzer von Elektroautos könnten laut einer Studie jährlich bis zu 2.900 Euro bei den Gesamtbetriebskosten sparen – vorausgesetzt, das Fahrzeug verfügt über eine spezielle Technologie.
Die Verkaufszahlen für Elektroautos ziehen in Deutschland seit Jahresbeginn wieder an. Im Vorjahr waren E-Autos hierzulande ein Ladenhüter – vor allem aufgrund der hohen Preise nach dem Wegfall der Förderung durch den Umweltbonus. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass sich mit E-Autos auch sparen lässt –zumindest bei den Gesamtbetriebskosten: Bis zu 2.900 Euro im Jahr sind demnach im Vergleich zu Verbrennern drin, wenn das Fahrzeug das sogenannte bidirektionale Laden beherrscht.
Bidirektionales Laden bedeutet, dass ein Elektroauto nicht nur Strom tanken, sondern auch wieder abgeben kann – und damit als eine Art Zwischenspeicher dient. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen dem Laden von Gegenständen („Vehicle-to-Device, V2D), der Versorgung des Haushalts („Vehicle-to-Home“, V2H) und dem Einspeisen ins öffentliche Stromnetz ( „Vehicle-to-grid“, V2G). Mit letzterem können E-Auto-Besitzer theoretisch Geld verdienen, indem ihr Fahrzeug quasi überschüssigen Strom speichert und zu Spitzenzeiten wieder an das Stromnetz zurückverkauft. Der Vorteil für die Netzbetreiber: Damit können Schwankungen im Netz ausgeglichen werden.
Diese Einsparungen sind laut einer Studie beim bidirektionalen Laden möglich
Wie nun eine Studie des Branchenverbands Eurelectric und des Beratungsunternehmens EY ergab, können Besitzer eines E-Autos in Deutschland bis zu 2.900 Euro bei den Gesamtbetriebskosten sparen, wenn sie Strom „zurückverkaufen“. Die Einsparungen unterscheiden sich je nach Größe des Elektroautos: Bei großen Elektro-SUV können die durchschnittlichen Einsparungen mehr als viermal so hoch sein, wie mit einem kompakten Stromer. Hier ein Überblick über die möglichen Einsparungen in verschiedenen europäischen Ländern:
Land
durchschnittliche Einsparungen
Niederlande
515 Euro bis 2.700 Euro
Frankreich
450 Euro bis 1.850 Euro
Spanien
780 Euro bis 2.500 Euro
Deutschland
800 Euro bis 2.900 Euro
Diesen Strombedarf könnten E-Autos mit bidirektionalem Laden decken
Der Studie zufolge werde sich der Flexibilitätsbedarf in Europa in den nächsten fünf Jahren verdoppeln, da unter anderem immer mehr erneuerbare Energien in das System einfließen. Die Macher der Studie schätzen, dass Elektroauto-Batterien bis 2030 rund 114 TWh Batteriekapazität bereitstellen könnten – genug, um 30 Millionen Haushalte jährlich mit Strom zu versorgen. Dies würde etwa vier Prozent des prognostizierten jährlichen Strombedarfs Europas entsprechen.
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Das Problem aktuell: Nur eine Handvoll Elektrofahrzeuge beherrscht laut ADAC momentan die V2H- und V2G-Technik. Außerdem braucht es für die Nutzung eine spezielle Wallbox, die ebenfalls zusätzliche Kosten verursacht. Einer Roadmap des Beirats der Nationalen Leitstelle für Ladeinfrastruktursoll das bidirektionale Laden ab dem Jahr 2028 so richtig Fahrt aufnehmen