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„Bitte sagt mir, dass das ein Scherz ist“ – Jaguar-Showcar erntet harsche Reaktionen

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Mit dem „Type 00“ präsentiert Jaguar ein mutiges Designkonzept zum Marken-Neustart. Doch nicht alle sind von der eingeschlagenen Richtung begeistert.

Es ist oft ein schmaler Grat zwischen einem Geniestreich und Fehltritt. Ein Wagnis kann für ein Unternehmen zum Befreiungsschlag werden, doch nicht immer gelingt dieser auch. Momentan versucht sich der Autobauer Jaguar an einem kompletten Neuanfang und hat mit einem ungewöhnlichen Marketing-Video in den sozialen Medien für Irritationen gesorgt. Im Internet machen sich viele über den kuriosen Marketing-Clip von Jaguar lustig. Nun wagt der Autohersteller den nächsten Schritt: Auf einer Messe wurde ein Showcar mit dem neuen Design präsentiert – die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten.

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Jaguar präsentiert „Type 00“ – und betont, dass es kein Serienfahrzeug ist

Die Jaguar-Studie, die den Namen „Type 00“ trägt, erinnert von der Form an den Rolls-Royce Spectre. „Type“ soll laut dem Hersteller an die Ursprünge der Marke erinnern, die Nullen stehen für null Emissionen und den Beginn einer völlig neuen Modellreihe. Die Jaguar-Studie wurde auf der Miami Art Week in zwei Farben vorgestellt: Miami Pink und London Blue. Der Hersteller betont, dass es sich dabei nicht um ein Serienfahrzeug handelt – die Serienversion (ein viertüriger Elektro-GT) soll erst Ende 2025 vorgestellt werden. Die technischen Daten des Fahrzeugs sind noch sehr vage: Eine Reichweite von bis zu 770 Kilometern (WLTP), in 15 Minuten soll das Auto Strom für etwa 320 Kilometer laden können.

Wie viele andere Showcars hat auch der Jaguar Type 00 Schmetterlingstüren, die den Blick auf das Interieur freigeben. Der Innenraum ist äußerst minimalistisch gestaltet: Außer den Türöffnern sind auf den Fotos der Studie keine Schalter oder Knöpfe zu sehen. Neben einem ovalen Lenkrad und zwei Pedalen gibt es dort nichts weiter zu entdecken. Die „Trennwand“ zwischen Fahrer und Beifahrer wirkt etwas merkwürdig.

Jaguar hat mit einem Showcar einen Ausblick auf das künftige Design der Marke gegeben.

„Was zur Hölle ist das?“ – zahlreiche Negativ-Reaktionen auf Jaguar-Showcar

Die Reaktionen auf die Präsentation sind überwiegend wenig schmeichelhaft. Hier einige Beispiele für Kommentare unter den Instagram-Posts des Herstellers:

  • „Bitte sagt mir, dass das ein Scherz ist!“
  • „Der Jaguar ist tot und hier ist sein Sarg.“
  • „Und ich dachte schon, der Cybertruck sieht übel aus.“
  • „Typ 00? Benannt nach dem Typen mit dieser Anzahl von Gehirnzellen?“
  • „Vielleicht hättet ihr doch besser was kopieren sollen.“
  • „Wie man eine Marke ruiniert...“
  • „Da wird wohl jemand gefeuert.“
  • „Was zur Hölle ist das?“
  • „Das ist ja noch hässlicher als ich es mir vorgestellt habe!“
  • „Das ist also kein Scherz mehr?“
  • „Die Farbe heißt London Blue – denn wie die Brücke fällt auch Jaguar in sich zusammen.“
  • „Ein schöner Kühlschrank.“

Von der Bildfläche verschwunden: Zehn große Automarken, die es nicht mehr gibt

Ein Simca 1100 GLS Baujahr 1972 auf einer Oldtimermesse
Simca – Die Geschichte von Simca (Société Industrielle de Mécanique et Carrosserie Automobile) begann 1934 als Lizenzfertiger von Fiat-Fahrzeugen in Frankreich. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden auch eigene Modelle produziert. Im Jahr 1978 wurde der Autobauer von Peugeot übernommen und die Marke Simca aufgegeben. Die noch existierenden Modellreihen wurden bis 1986 unter dem Markennamen Talbot verkauft. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Oldsmobile Vista Cruiser
Oldsmobile – Hierzulande weitgehend unbekannt, gehörte Oldsmobile in den USA vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren zu den erfolgreichsten Marken. Ein bekanntes Modell war beispielsweise der Vista Cruiser (Foto): Ein markant gestalteter Kombi, von dem zwischen 1964 bis 1977 mehr als 360.000 Exemplare gebaut wurden. Anfang der 2000er-Jahre gingen die Verkäufe stark zurück, sodass die Mutter General Motors im Jahr 2004 die Produktion von Fahrzeugen der Marke komplett einstellte. © Pond5 Images/Imago
Ein NSU Prinz auf einem Oldtimer-Treffen
NSU Motorenwerke – Die Geschichte des Unternehmens begann in den 1870er-Jahren als Hersteller von Strickmaschinen. Später produzierte das Unternehmen Fahr- und Motorräder. Erst Ende 1958 kam mit dem Prinz das erste Automodell des Herstellers auf den Markt – es wurde in mehreren Generationen bis 1973 produziert. Bereits 1969 fusionierten NSU und Auto Union zur Audi NSU Auto Union AG, die 1985 wiederum in Audi umfirmierte – mit diesem Schritt verschwand auch der Name NSU. © CEPix/Imago
Ein Plymouth Superbird in einem Museum
Plymouth – Einst gehörte Plymouth zu den erfolgreichsten Automobilmarken der USA und war in den 1940er-Jahren sogar der zweitgrößte US-Hersteller – noch vor Ford. Anfang der 1960er-Jahre verlor die Marke jedoch rapide Marktanteile, bevor man ab 1965 mit Muscle-Car-Modellen wie dem Barracuda oder Road Runner kurzfristig wieder Boden gut machen konnte. Eines der bis heute legendärsten Modelle war der Plymouth Superbird (Foto): eine stark modifizierte Version des Road Runner. Das Modell mit dem gigantischen Spoiler fand jedoch Anfang der 1970er-Jahre kaum Kunden, weshalb weniger als 2.000 Exemplare gebaut wurden. Nach und nach verlor die Marke immer mehr ihre Identität. 2001 entschied die Mutter DaimlerChrysler schließlich, die Marke Plymouth einzustellen. © Pond5 Images/Imago
Eine Borgward Isabella auf einer Messe
Borgward – Zu den größten Verkaufserfolgen des Bremer Autobauers Borgward zählte die von 1954 bis 1962 gebaute Isabella (Foto). Doch bereits ab Mitte der 1950er-Jahren ging es mit dem Unternehmen wirtschaftlich bergab. Anfang der 1960er-Jahre führten die Probleme schließlich zum Untergang. Mitte der 2010er-Jahre wurden die Markenrechte nach China verkauft. Mit SUV-Modellen wurde schließlich ein Comeback-Versuch gestartet, der aber nach kurzer Zeit im Sande verlief. © Pond5 Images/Imago
Ein Daewoo Matiz auf einer Automesse
Daewoo – Mitte der 1990er-Jahre versuchte sich in Europa die koreanische Marke Daewoo zu etablieren – unter anderem mit dem Kleinstwagen Matiz (Foto). Allerdings war dem Hersteller kein Erfolg beschieden: Nachdem das Unternehm in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wurde die Pkw-Sparte von einem Konsortium um General Motors übernommen. Ab 2005 wurden die Daewoo-Modelle (auch der Matiz) dann unter dem Namen Chevrolet verkauft.  © Papsch/Imago
Der 1.000.000 Trabant im Museum
Trabant – Obwohl der Trabant bereits in den 1960er-Jahren als veraltet galt, war er ein echter Verkaufsschlager – allerdings gab es in der ehemaligen DDR auch kaum Alternativen zu dem von Sachsenring produzierten Zweitakter. Geduld war nicht nur aufgrund der geringen Motorleistung, sondern auch wegen der durchschnittlichen Wartezeiten auf ein Fahrzeug von mehreren Jahren gefragt. Dennoch: Mehr als drei Millionen „Trabis“ liefen zwischen 1958 und 1991 vom Band. Das Foto zeigt das 1.000.000-ste Exemplar, das im November 1973 gebaut wurde. Mit dem Ende der DDR endete auch bald die Produktion des Trabis. © Eberhard Thonfeld/Imago
Ein Pontiac Firebird Trans Am, Baujahr 1984
Pontiac – Die US-Marke Pontiac war vor allem in den 1960er-Jahren sehr erfolgreich. Hierzulande kennen viele den Hersteller vor allem aus Serien und Filmen. Der schwarze Pontiac Firebird Trans Am (zweite Generation) mit dem riesigen Adler auf der Haube faszinierte die Zuschauer in „Smokey and the Bandit“ (1977). Die dritte Generation des Firebird (Foto) wurde in den 1980er-Jahren als Basis des Serien-Wunderautos K.I.T.T bekannt. Der große Erfolg früherer Jahre stellte sich dennoch nicht mehr ein: 2010 legte der General-Motors-Konzern die Marke Pontiac auf Eis. © Pond5 Images/Imago
Ein Saab 900 Cabrio Baujahr 1991
Saab – Das erste Pkw-Modell des Herstellers ging 1949 als Saab 92 in Serie. Wirklich große Stückzahlen produzierte der schwedische Autobauer zwar nie, dennoch gelten einige Baureihen wie der 900 (Foto zeigt die Cabrio-Version) als legendär. 1998 ging Saab eine Kooperation mit General Motors ein. Fortan wurden viele Gleichteile aus dem Konzernverbund eingesetzt, dennoch stellte sich auf lange Sicht kein wirtschaftlicher Erfolg ein. 2011 meldete Saab Insolvenz an.  © Sebastian Geisler/Imago
Ein Rover 75
Rover – Die Geschichte des englischen Automobilherstellers Rover geht bis ins Jahr 1896 zurück. Über viele Jahrzehnte konnten sich die Briten im Automobilgeschäft behaupten, bis das Unternehmen 1967 Teil der British Leyland Motor Cooperation wurde. Durch eklatante Fertigungs- und Qualitätsmängel ruinierte die Marke ihren Ruf – bis es Anfang der 1980er-Jahre durch eine Kooperation mit Honda wieder etwas bergauf ging. 1994 übernahm schließlich BMW die britische Marke – und versenkte dadurch Milliarden. 2000 zog der bayerische Autobauer die Reißleine und gliederte Rover wieder aus. 2005 folgte die Insolvenz. © Heritage Images/Imago

Nicht alle Nutzer finden das Konzeptfahrzeug von Jaguar schlecht

Es gibt jedoch auch andere Meinungen zum Showcar: „Das ist sicher keine populäre Meinung, aber mir gefällt es“, schreibt jemand. Ein weiterer Kommentator meint: „Als Designkonzept sieht das absolut umwerfend aus. Ich bin gespannt auf die Modelle, die tatsächlich auf den Markt kommen werden.“ Ein User ärgert sich vor allem über die Reaktionen der anderen: „Warum sträuben sich die Menschen so sehr gegen Veränderungen? Ich habe es satt, dass die Leute ein neues Auto am ersten Tag hassen und nach einer Woche davon schwärmen. Werdet erwachsen, stoppt die Ära der Überreaktion.“ Tatsächlich wurde auch bei der Vorstellung des Cybertrucks von Tesla viel über das extravagante Design gelacht – inzwischen ist das Auto aber fast schon Kult, auch wenn die Gestaltung nach wie vor umstritten ist und es bislang schon einige Qualitätsprobleme beim Cybertruck gab.

Rubriklistenbild: © Jaguar

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