Oft ältere Menschen betroffen

Blasenkrebs: Symptome, Überlebenschancen und wann die Blase entfernt werden muss

  • schließen

Blasenkrebs kann in einem frühen Stadium gut therapiert werden. Bilden sich Metastasen, sinken die Überlebenschancen. Mehr über Tests, Symptome und Therapie.

Blasenkrebs, auch Harnblasenkrebs oder Blasenkarzinom genannt, kommt relativ häufig vor. Meist sind ältere Menschen betroffen: Männer erkranken durchschnittlich im Alter von 74, Frauen im Alter von 77 Jahren. Jährlich diagnostizieren Ärzte rund 31.000 neue Blasentumore – vor allem bei Männern. Diese sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen. Das könnte auch daran liegen, dass Männer häufiger rauchen als Frauen: Rauchen gilt als größter Risikofaktor für Blasenkrebs.

Inhalt:

Welche Arten von Blasenkrebs gibt es?

Diagnostizieren Ärzte Harnblasenkrebs, handelt es sich um einen oder mehrere bösartige Zellwucherungen (Tumore) in und an der Harnblase. Man unterscheidet nicht-muskelinvasiven und muskelinvasiven Blasenkrebs. Bei letzterem sind die bösartigen Geschwülste bereits in die Muskulatur der ableitenden Harnwege (dazu zählen Harnblase und Harnröhre) eingewachsen. Auch ein metastasierender Blasenkrebs wird als invasiv bezeichnet. In dem Fall hat der Krebs gestreut und auf andere Organe übergegriffen. Leichter zu therapieren ist der nicht-muskelinvasive Tumor. Ein solcher wird bei rund drei Viertel aller Blasenkrebs-Patienten festgestellt.

Symptome von Blasenkrebs

Viele Blasenkrebs-Patienten berichten, dass sich ihr Urin verändert hat. Eine rötlich-braune Verfärbung ist typisch. Diese weist auf Blut im Urin (Hämaturie) hin. Auch verstärkter Harndrang und Blasenkrämpfe sind mögliche Anzeichen für ein Blasenkarzinom. Jedoch können einige Blasenkrebs-Symptome auch auf andere Erkrankungen der Harnwege hindeuten. So geht zum Beispiel eine Blasenentzündung ebenfalls mit Blut im Urin einher. Betroffene Frauen denken deshalb zunächst an eine Blasenentzündung, männliche Blasenkrebs-Patienten verwechseln die Symptome mit denjenigen bei Prostatabeschwerden. Die Untersuchung beim Arzt bringt Klarheit.

Mögliche Symptome von Blasenkrebs im Frühstadium:

  • Blut im Urin, der dadurch eine trübe rötliche Färbung annehmen kann
  • Verstärkter Harndrang, doch es kann nur eine kleine Menge uriniert werden (Pollakisurie)
  • Blasenkrämpfe
  • Druckgefühl im Unterbauch

Mögliche Symptome von Blasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium:

  • Schmerzhaftes Wasserlassen
  • Rückenschmerzen in den Flanken
  • Gewichtsverlust
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Venen- oder Lymphstauung
  • Knochenschmerzen

Bei Blasenkrebs kann Blut im Urin in verschwindend geringen Mengen vorhanden sein, die nicht sichtbar sind. Diese sogenannte Mikrohämaturie kann ein Arzt mithilfe von Urinteststreifen oder durch Urinmikroskopie nachweisen. Auch der Geruch von Urin kann auf Blasenkrebs hinweisen. Allerdings können Menschen diesen in aller Regel nicht wahrnehmen. Hunde dagegen schon: Tests in der Vergangenheit haben gezeigt, dass Hunde in der Lage sind, den spezifischen Uringeruch von Blasenkrebspatienten von dem gesunder Menschen zu unterscheiden.

Das Blasenkrebs-Risiko steigt mit zunehmendem Alter.

Diagnose von Blasenkrebs

Um Karzinome der Blase zu diagnostizieren, stehen Medizinern eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung. In einem ersten Schritt wird Ihr behandelnder Arzt eine Tastuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase durchführen. Urintests zeigen des Weiteren an, ob Blut, Bakterien oder Krebszellen enthalten sind. Ein sogenanntes Ausscheidungsurogramm (Röntgenverfahren) ist sinnvoll, um zu prüfen, ob die Harnwege frei sind. Wenn sich durch diese Untersuchungen der Verdacht erhärtet, dass ein bösartiger Blasenkrebs vorliegt, wird eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) eingeleitet. Eine MRT-Untersuchung der Blase wird meist bei fortgeschrittenem Blasenkrebs empfohlen. Die MRT-Aufnahmen helfen dem behandelnden Mediziner, etwaige Metastasen und deren Ausbreitung zu ermitteln.

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Blasenkrebs-Selbsttest durchzuführen. Dieser basiert auf einer Art Biomarker-Technologie. Als Biomarker werden Substanzen verstanden, die im Körper messbar sind und auf eine Krankheit hindeuten. Tumormarker zählen zu den Biomarkern. Im Fall von Blasenkrebs können Urin-Biomarker-Tests Anwendung finden. Diese allein sind zwar nicht verlässlich genug, können in Kombination mit ärztlichen Untersuchungen aber wertvolle Informationen liefern.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Behandlung von Blasenkrebs

Je nach Art und Stadium, kommen für Blasenkrebs folgende Therapien infrage:

  • Operation
  • Lokale Chemotherapie (etwa mit den Wirkstoffen Mitomycin oder Doxorubicin)
  • Therapie mit dem abgeschwächten Lebendimpfstoff Bacillus Calmette-Guérin (BCG, Instillationstherapie)
  • Entfernen der Harnblase (radikale Zystektomie) und der Beckenlymphknoten
  • Beim Mann: Entfernen der Prostata mit den beiden Samenblasen und Durchtrennen der Samenleiter
  • Bei der Frau: Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernen
  • Strahlentherapie

Mögliche Ursachen von Blasenkrebs

Die genauen Ursachen von Blasenkrebs sind zwar noch unklar, es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die das Blasenkrebs-Risiko steigern:

  • Zunehmendes Alter
  • Aktives und passives Rauchen
  • Luftverschmutzung
  • Arsen oder Chlor im Trinkwasser
  • Chronisch-entzündliche Schädigungen der Blasenschleimhaut
  • Genetische Veranlagung
  • Chemische Stoffe wie aromatische Amine
  • Zytostatika und Strahlentherapie

Rauchen gilt als größter Risikofaktor für Blasenkrebs. Die im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen gelangen ins Blut, werden von der Niere herausgefiltert und gelangen mit dem Urin in die Blase. Dort entfalten Sie ihre krebserregende Wirkung auf die Blasenschleimhaut.

Mit welcher Prognose Blasenkrebs-Patienten rechnen müssen

Wie Blasenkrebs verläuft, hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt und ist er oberflächlich, sind die Heilungschancen in der Regel gut. Je fortgeschrittener das Krankheitsstadium, desto schwerer ist es, eine Heilung herbeizuführen – vor allem, wenn der Krebs bereits gestreut, also Metastasen im Körper gebildet hat. Auch gilt: je tiefer der Tumor in die Blasenwand eingewachsen ist und je stärker die Zellen mutiert sind, desto ungünstiger wird die Prognose für Blasenkrebs-Patienten. Im Endstadium der Krankheit sinken die Überlebenschancen erheblich. Bei metastasiertem Blasenkrebs versterben die meisten Patienten etwa innerhalb von sechs Monaten, wenn keine Behandlung erfolgt. Wenn eine Chemotherapie in diesem Stadium der Krankheit einsetzt, zeigen Studien eine durchschnittliche Verlängerung der Überlebenszeit auf 15 Monate. Im Einzelfall kann diese Zeit aber deutlich länger sein.

Wenn der Blasenkrebs durch Entfernen der Blase erfolgreich therapiert wurde, steigt die Lebenserwartung erheblich. So waren 60 Prozent dieser Patienten im Rahmen einer Studie 15 Jahre nach der Operation noch am Leben. Die Lebenserwartung ohne Behandlung ist dagegen kürzer. Denn Spontanheilungen bei Krebs sind enorm selten. In den meisten Fällen schreitet die Krebserkrankung ohne Behandlung fort, bis das Endstadium erreicht ist.

Nicht selten kehrt der Krebs nach erfolgreicher Behandlung zurück (Rezidiv). Im Falle von wenig aggressiven, oberflächlichen Tumoren liegt die Rezidivhäufigkeit nach fünf Jahren bei 30 bis 50 Prozent. Bei einem erfolgreich behandelten, aber aggressiven Krebs kommt es in 70 Prozent der Fälle zu einem Rezidiv.

Der Verlauf der Krankheit wird mithilfe bestimmter Kennzahlen eingeordnet. Das international verwendete Schema zur Einstufung bösartiger Tumoren nennt sich TNM-Klassifikation. Einfach erklärt, steht das T für Tumor, das N für Lymphknotenbefall und M für Metastase. T1 etwa bezeichnet ein frühes Blasenkrebs-Stadium und einen kleinen Tumor, wohingegen T3 für ein größeres Krebsgeschwulst steht.

Noch mehr spannende Gesundheitsthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Blasenkrebs

Wie schnell wächst Blasenkrebs?

Ein Tumor in der Blase wächst häufig jahrelang, ohne dass der Patient Symptome bemerkt. Es gibt aber auch aggressive Formen der Krankheit, die ein schnelleres Tumorwachstum zur Folge haben.

Kann der Frauenarzt Blasenkrebs erkennen?

Beim Frauenarzt kann eine Blasenkrebs-Früherkennungsuntersuchung durchgeführt werden. Diese ist nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte privat abgerechnet.

Wie macht sich Blasenkrebs bemerkbar?

Symptome zeigen sich bei Blasenkrebs in der Regel erst, wenn das Tumorwachstum fortgeschritten ist. Blut im Urin – auch in nicht sichtbaren Mengen – ist ein typisches Blasenkrebs-Symptom. Auch Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Schmerzen beim urinieren und Beschwerden im unteren Rücken oder im Becken sollten ärztlich abgeklärt werden.

Ist Blasenkrebs tödlich?

Wenn ein Harnblasentumor weit fortgeschritten ist, kann er tödliche Folgen haben. So schwinden bei Blasenkrebs im Endstadium die Heilungschancen. Vor allem, wenn er aggressiv ist, weit in die Blase eingewachsen ist und/oder Metastasen gebildet hat.

Quellen:

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/harnblasenkrebs/index.php

https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Harnblasenkrebs/harnblasenkrebs_node.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/blasenkrebs/definition-und-haeufigkeit.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/blasenkrebs/symptome.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/blasenkrebs/therapie.html

https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/blasenkrebs-krebs-der-harnblase

https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/krebs/blasenkrebs-harnblasenkarzinom-735511.html#was-ist-harnblasenkrebs

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_64395804/blasenkrebs-kann-man-riechen.html

https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/krebserkrankungen-oder-tumoren/blasenkrebs-warnsignale-erkennen-2017682

https://www.gesundheitsinformation.de/krebs-was-bedeuten-die-kuerzel-im-arztbrief.html

https://www.blasenkrebs-shb.de/blasenkrebs-was-nun-diagnostik/

https://patients.uroweb.org/de/biomarker-fur-blasenkrebs-im-urin/

https://www.umm.de/uro-onkologisches-zentrum/leistungsspektrum/harnblasenkrebs/harnblasenkrebs-mrt/

https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/krebs/blasenkrebs-risikofaktoren-behandlung-und-heilungschancen/

https://www.ukmp.de/medizin/tumorerkrankungen/blasentumor/prognose.html

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Imago

Kommentare