Von der Wurzel bis zum Pollen

Vorsicht mit dem Rhododendron im Garten – sogar die Blüten sind giftig

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Die meisten Rhododendron-Arten sind giftig. Auch wenn man nicht an den Blättern knabbert, so sollte man bei der Gartenarbeit mit den Pflanzen Handschuhe tragen.

Es ist kein giftiger Goldregen und kein schon in Kleinstdosen gefährlicher Eisenhut und trotzdem hat der Rhododendron sogar einen Platz in Englands tödlichstem Giftgarten gefunden. Das liegt daran, dass er in allen Pflanzenteilen giftig ist, sogar in den hübschen Blüten und Pollen. Dies kann auch in dem von Rhododendronblüten gewonnenen Honig spürbar werden. In heimischen Gärten ist die Gefahr überschaubar.

Besonders Kinder und Tiere sollten um Rhododendron einen Bogen machen

Da sich meist nicht genau sagen lässt, welche Rhododendron-Art giftig ist, sollte man bei allen vorsichtig sein.

Vor allem Kinder oder Haustiere sind gefährdet, wenn sie mit den Blüten und Blättern in Kontakt kommen, beispielsweiser wenn ein Hund das Rhododendronstöckchen im Maul trägt. Auch Besitzer von Pferden sollten die Pflanzen auf den Koppeln meiden. Vergiftungen bei erwachsenen Menschen sind sehr selten. Nichtsdestotrotz kann laut der Giftzentrale Bonn schon der Genuss von einem Blatt oder einer Blüte zu Symptomen wie Übelkeit und im schlimmsten Fall Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen und Krampfanfällen führen. Ursache sind unter anderem die in der Pflanze enthaltenen Pflanzengifte wie Grayanotoxine, die zu der Gruppe der Diterpene zählen.

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Um sich gar nicht erst in Gefahr zu begeben – schließlich fasst man sich bei der Gartenarbeit schnell versehentlich mal ins Auge –, ist es sinnvoll, bei der Pflege der Sträucher Handschuhe zu tragen. Dies gilt vor allem für Schnittmaßnahmen nach der Blüte.

Giftige Schönheiten: Zehn besonders gefährliche Gartenpflanzen

Eine rosa blühende Engelstrompete
Die Engelstrompete hat ihren Namen nicht von ungefähr: Sie führt schon in kleinsten Verzehrsmengen zu Halluzinationen. © blickwinkel/Imago
Eine gelb blühende Goldregenpflanze in einem Vorgarten
Der giftige Goldregen ist im Garten immer ein Hingucker. Vor allem die reifen Samen sind sehr gefährlich.  © blickwinkel/Imago
Eine weiß blühende Christrosenpflanze
Die Christrose wurde früher als Brech- und Abführmittel eingesetzt. Heute heißt es: Finger weg! © CHROMORANGE/Imago
Eine Gärtnerin beschneidet einen Oleander
Vor allem den Blättern des Oleanders sollte man nicht zu nahe kommen – am besten Handschuhe tragen. © Shotshop/Imago
Blütenrispen des Blauen Eisenhuts
Schon wenige Gramm Eisenhut führen zu schweren Vergiftungssymptomen. © imagebroker/Imago
Ein Strauß gelber Narzissen in einer Vase
Die ist so hübsch, die tut doch nichts? Die Gelbe Narzisse ist in allen Pflanzenteilen giftig.  © BE&W/Imago
Eine Rizinuspflanze mit roten Blättern und Fruchtkapseln
Sehr attraktiv und sehr giftig: Schon im Altertum wurden Menschen mit Rizinussamen umgebracht. © McPHOTO/Imago
Eine rosa blühende Herbstzeitlose im Gras
Ab August blüht die Herbstzeitlose, deren Zellgift Colchicin zum Tod führen kann. © Rudolf Gigler/Imago
Eine Thujahecke mit einem Halteverbot-Verkehrsschild
Die Thuja ist als Hecke beliebt und sieht harmlos aus. Aber Hautkontakt und Verzehr haben unangenehme Folgen. © Shotshop/Imago
Eine Misteldrossel frisst im Herbst die roten Eibenfrüchte
Obacht, wenn die roten Beeren der Eibe reif sind: Nicht nur Drosseln, auch Kinder greifen hier gern zu. ©  Reiner Bernhardt/Imago

Sollten sich doch Symptome zeigen, empfiehlt die Giftzentrale Bonn eine reichliche Flüssigkeitszufuhr und einen Arzt aufzusuchen.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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