Chrom-Comeback

BMW X7 xDrive40i im Test: Großes Facelift für das große SUV

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BMW hat sein Mega-SUV X7 gründlich überarbeitet. Alle Versionen fahren nun mit Hybridantrieb, inklusive der hier getesteten Basis-Variante.

Manche Sachen überleben einfach jeden Trend. Chrom am Auto zum Beispiel. Eigentlich ja völlig Fifties, heute hat man matt schimmernde Oberflächen und Applikationen in sportlicher Carbon-Optik. Wie der überarbeitete BMW X7. Chrom hat er aber auch wieder – in Form einer waagerechten Spange, die sich über die Heckklappe zieht. „Unsere Kunden wollten das“, begründet ein BMW-Mann den Rückfall, „also haben wir Chrom in Glas eingefasst und so modernisiert“.

BMW X7 xDrive40i im Test: Großes Facelift für das große SUV

Die silbrige glänzende Spange gehört zu den vielen Modifikationen des X7 beim „aufwendigsten Update, das wir je gemacht haben“, wie die BMW-Leute stolz anmerken. Vorne zeigt das 5,18 Meter lange Mega-SUV nun noch größere Lufteinlässe, LED-Scheinwerfer sind jetzt serienmäßig, und erstmals ziehen die Münchner auf Wunsch 23-Zoll-Räder ab Werk auf. Das neue Getriebe ist für elektrifizierte Antriebe optimiert, und alles steuert eine komplett neue Elektronik.

Der BMW X7 zeigt jetzt größere Lufteinlässe.

Das Interieur dominiert nun der aus den Stromern iX und i4 bekannte, leicht zum Fahrer gebogene Breit-Screen mit vielfältigen Individualisierungs-Optionen. Eines aber hat sich nicht geändert: Der X7 ist ein Respekt einflößendes Fahrzeug geblieben, der hierzulande wesentlich mehr auffällt als in den USA, wo er auch produziert wird.

Zehn Autos mit Verbrennungsmotor, die wir vermissen werden

Audi TT
Audi TT: Einst als Kernmodell der Marke Audi betrachtet, wird der als Coupé und Roadster gebaute Kompakt-Sportler keinen Nachfolger bekommen. Das liegt auch an der mittlerweile schleppenden Nachfrage für die Design-Ikone. Ein vergleichbarer Stromer wird völlig anders aussehen. Bis Ende des Jahres ist der TT aber noch ab 39.700 Euro bestellbar. © Audi AG
Mercdes-Benz A-Klasse
Mercedes A-Klasse: Der Kompaktwagen passt nicht mehr in das neue Konzept von Mercedes-Benz, vor allem hochpreisige Limousinen, SUV und Sportwagen anzubieten. Das überzeugende Konzept der frühen A-Klasse, möglichst viel Platz in einem kompakten Auto zu schaffen, würde dabei gut ins Elektro-Zeitalter passen – ist mittlerweile aber ohnehin verwässert. Noch gibt den Basis-Benz ab 28.393 Euro zu kaufen.  © Mercedes-Benz
Porsche 718 Boxster
Porsche 718 Boxster: Zwar kämpft Porsche weiterhin für den Verbrennungsmotor, aber überleben wird der langfristig wohl nur im 911. Boxster und Cayman werden 2025 erst auf Wunsch, später wohl grundsätzlich elektrifiziert. Dabei bieten gerade die Versionen mit Sechszylinder-Boxer fast schon elektrische Tugenden wie Laufruhe und Durchzugskraft – bei (für Sportwagen) hoher Reichweite und geringem Gewicht. Aktueller Preis: ab 60.061 Euro. © Daniel Wollstein/Porsche
Jeep Wrangler
Jeep Wrangler: Als purer Verbrenner ist die Off-Road-Ikone schon jetzt nicht mehr lieferbar. Der Plug-in-Hybrid wird so lange laufen, wie er darf, aber den Sprung in die Elektro-Ära nicht schaffen. Ein Nachfolger mit Akku dürfte ähnlich modernisiert daherkommen wie der aktuelle Land Rover Defender, aber dank seiner E-Motoren immerhin überragende Gelände-Eigenschaften bieten. Mit 77.500 Euro ist der Klassiker mittlerweile zum Luxus-Auto geworden. © Stellantis
VW Golf Cabrio
VW Golf Cabrio: Im Grunde vermissen wir ihn jetzt schon, nämlich seit 2016. Der offene VW T-Roc kann den Charme des offenen Kompaktwagens, der seine Karriere als „Erdbeerkörbchen“ mit Henkeln startete, nicht ersetzen. Das wird wohl auch für ein elektrisches Cabrio auf Basis des VW ID.3 gelten – wenn ein solches überhaupt kommt, was angesichts der schwächelnden Nachfrage für offene Autos eher zweifelhaft ist. © VW
Fiat 500
Fiat 500: Während die aktuelle Version des Kleinwagens ausschließlich als Elektroauto produziert wird, ist auch der etwas kleinere Vorgänger derzeit noch bestellbar. Im Stellantis-Konzern ist dessen Aus aber beschlossen. Dabei ist gerade die sparsame Hybrid-Version mit 70 PS ein ökologisch sinnvolles Angebot etwa für jene, die partout kein Elektroauto möchten – etwa Städter, die keine schnelle Lade-Möglichkeit haben. Noch ist der Verbrenner ab 15.501 Euro bestellbar. © Stellantis
Mercedes-Benz SLC 300
Mercedes SLC: Der kompakte Roadster startete – als erstes Cabrio mit Falt-Hardtop – unter dem Namen SLK. Nun beendete nicht der Elektro-Boom, sondern die Nachfrage-Flaute seine Karriere als Frauenversteher. Im künftigen Luxus-Stromer-Portfolio von Mercedes sind solche gerade noch bezahlbaren Fahrspaß-Modelle schon gar nicht vorgesehen.  © Mercedes-Benz
Lamborghini Huracan
Lamborghini Huracán: Die italienische VW-Tochter sperrte sich lange gegen die Elektrifizierung, aber kommt natürlich auch nicht drumherum. Der pure, weder von Hybrid noch Turbo verwässertre V10-Saugmotor des Huracán wird seinen Platz als einer der Höhepunkte des Verbrenner-Zeitalters bekommen. Seine 640 PS würden Elektromotoren zwar mit deutlich weniger Aufwand erreichen, aber sei´s drum: Dass es solche Autos nicht mehr geben wird, ist ebenso vernünftig wie schade. Preis: ab 190.274 Euro. © Charlie Magee
BMW Z4
BMW Z4: Ja, er lebt noch! Anders als Mercedes-Benz führt BWM seinen Mittelklasse-Roadster weiter, eine Kooperation mit Toyota machts möglich. Doch auch wenn BMW weiter Verbrenner bauen will, ist ein Nachfolger alles andere als gesichert. Wenn wir uns irren und es künftig einen Z4 mit (wie bei BMW üblich) Verbrenner- und Elektro-Option geben wird: umso besser. Wer sich darauf nicht verlassen mag, muss mindestens 46.200 Euro investieren. © BMW
Tina Ruland auf Opel Manta
Opel Manta: Eigentlich hatten wir den Manta ja schon als Eighties-Unikum abgehakt. Dann weckte Opel mit der Ankündigung eines elektrischen Mantas die Fantasie: Ein zweitüriges, leichtes Coupé, mit genügend Reichweite für den Ausflug in die Diskothek (so hießen Clubs früher) und zum Baggersee, das wäre doch ein schönes Stück Anarchie zwischen all den effizienten, vernünftigen Stromern. Doch heraus wird wieder nur das übliche Akku-SUV kommen, an das ein Marketing-Genie den Manta-Schriftzug klebt. Umso mehr werden wir den Echten vermissen. © Rights Managed/Imago

Und wie immer man auch zu der Spezies der „Full Size SUV“ stehen mag: Eine Tour im BMW X7 gehört ganz zweifellos zu den erhebenden Erlebnissen des Autofahrer-Daseins. Die entscheidenden Eindrücke sind dabei erst einmal unabhängig von der Motorisierung: Die souveräne Fahrt in hoher Position über dem Asphalt, dessen Schäden die Luftfederung fast eliminiert, die Abkopplung von der Außenwelt hinter Doppelverglasung, und irgendwie sogar die Präsenz der viel diskutierten, wuchtigen Niere am Kühlergrill, die gefühlt alles Ungemach wegschiebt. Nicht unbedingt überall sozialverträglich, dieser Auftritt, aber für den, der ihn sich leisten kann und will, eine feine Sache.

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Die Facelift-Generation des BMW X7 ist an der Chromstange zwischen den Heckleuchten erkennbar.

BMW X7 xDrive40i im Test: Mehr Powert braucht kein Mensch

Mit mindestens 97.700 Euro ist man nun dabei, dafür gibt’s den X7 xDrive40i mit Reihen-Sechszylinder und 48-Volt Mildhybrid. 380 PS leistet der Benzinmotor, 12 das kleine Elektroaggregat, und mehr braucht eigentlich kein Mensch. Den schweren Siebensitzer beherrscht der Antrieb jederzeit und liefert zügigen Vortrieb, wann immer er gefordert wird. Dabei bleibt er immer laufruhig, am oberen Ende der Drehzahlskala legt er sich auch akustisch ins Zeug – wie es Verbrenner-Fans eben mögen.

BMW X7 xDrive40i
Motor/Getriebe/Antrieb3,0l-Reihensechsylinder 48-Volt-Mildhybrid/8-Gang-Automatik/Allrad
Leistung/Drehmoment380 PS/520 Nm bei 1.850 – 5.000 Nm
Länge/Breite/Höhe5,18/2,00/1,84 m
Vmax/0–100 km/h250 km/h / 4,7 s
Ladevolumen300 – 2.210 l
Normverbrauch/CO212,9 – 12,1 l/100 km / 292 – 274 g/km
Preis97.700 Euro
Das Cockpit des BMW X7 trägt jetzt das neue Breit-Display

Die Amerikaner, die alleine 55 Prozent aller X7 abnehmen, und die Chinesen werden dann aber doch den V8 schätzen, auch er mit Mild-Hybrid-Unterstützung. Drei neue Aggregate mit 48 Volt gibt es, inklusive Diesel, und künftig auch einen Plug-in-Hybrid. Das Drehmoment dessen E-Maschine allein entspricht schon dem des V6-Verbrenners.

Motoren ohne Elektrohilfe fallen mit dem Facelift ganz aus dem Programm, eine reine Stromer-Version wird es aber nicht geben. Einen komplett ökologisch korrekten Auftritt würde man diesem Auto womöglich sowieso nicht abnehmen.

Rubriklistenbild: © Uwe Fischer/BMW

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