Eine zündende Idee

Eine Erfindung aus Baden-Württemberg verhalf dem Auto vor 120 Jahren zum weltweiten Durchbruch

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Das Auto wurde bekanntlich in Baden-Württemberg erfunden, eine andere Erfindung aus dem Ländle verhalf dem Fortbewegungsmittel aber erst zum weltweiten Durchbruch.

Stuttgart - Die Geschichte des Automobils ist mit einer kleinen Auswahl an Pionieren aus Baden-Württemberg verknüpft. Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach entwickelten mit der „Standuhr“ im Jahr 1885 den ersten schnell laufenden Benzinmotor der Welt. Diesen testeten sie im weltweit ersten Motorrad und in einem motorisierten Boot. Ein Jahr später meldete Carl Benz seinen Motorwagen zum Patent an, der als erstes Auto der Welt gilt. Ein Name, der bei der weiteren Entwicklung aber ebenfalls nicht fehlen darf, ist Robert Bosch.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Robert Bosch hatte im Jahr 1886 in Stuttgart eine Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik gegründet, aus der der heutige Weltkonzern Bosch hervorging, eines der größten Unternehmen Baden-Württembergs. Als eine der wichtigsten Erfindungen von Bosch gilt ein Hochspannungs-Magnetzünder mit einer Zündkerze. Dieser gewährleistete erstmals eine zuverlässige Zündung des Benzin-Luft-Gemisches in Verbrennungsmotoren und verhalf dem Auto somit zum Durchbruch. Obwohl sich Bosch inzwischen ebenfalls auf die E-Mobilität und andere alternative Antriebe fokussiert, produziert der weltgrößte Autozulieferer bis heute Zündkerzen.

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Bosch meldet 1902 den Magnetzünder zum Patent an und liefert erste Zündkerze an Daimler

Die von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach entwickelte „Standuhr“ wurde 1883 als „Gasmotor mit Glührohrzündung“ zum Patent angemeldet. Die Glührohrzündung war damit die erste Variante einer Zündung im Benzinmotor, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet wurde. Diese sehr störanfällige Variante wurde von der Niederspannungs-Magnetzündung abgelöst, die wiederum die Grundlage für den Hochspannungs-Magnetzünder von Bosch war. Dieser wurde im Übrigen nicht von Robert Bosch selbst entwickelt, sondern in dessen Auftrag vom Ingenieur Gottlob Honold, dem Leiter der Robert Bosch Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik.

Der Hochspannungs-Magnetzünder mit Zündkerze von Bosch wurde im Jahr 1902 zum Patent angemeldet.

Die Erfindung der heute gängigen Zündkerze kann somit nicht direkt der Person Robert Bosch zugeschrieben werden, sondern dem Unternehmen. Dieses meldete im Jahr 1902 den Hochspannung-Magnetzünder mit Zündkerze zum Patent an. Im selben Jahr lieferte Bosch die erste Zündkerze an die Daimler Motorenwerke, die im Jahr 1926 mit der Benz & Cie zum heutigen Mercedes-Konzern fusionierten. Die Weiterentwicklung der Zündkerze wurde für Bosch schnell zum Erfolg und hatte einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass der Stuttgarter Technologiekonzern zum größten Autozulieferer der Welt aufstieg.

Die Zündkerze verhalf dem Auto zum Durchbruch und machte Bosch zum größten Autozulieferer der Welt.

Wie Bosch in einer Ausgabe der Historien-Reihe „History Blog“ auf seiner Website erklärt, hatte das Unternehmen in den frühen Jahren zwischen 1897 und 1902 weniger als 50.0000 Stück der Niederspannungs-Magnetzünder gefertigt. Seit der Patentanmeldung im Jahr 1902 wurde die Produktion aber ordentlich nach oben geschraubt, sodass das Unternehmen bis 1912 schon rund eine Million Zündkerzen produziert hatte. Im Jahr 1914 gründete Bosch im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach ein erstes Produktionswerk für seine Zündkerzen, dem 1939 ein weiteres in Bamberg folgte.

Im Jahr 1914 gründete Bosch am Hauptsitz in Stuttgart ein erstes Werk für die Zündkerzen-Produktion.

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Zündkerze verhilft Bosch nach Zweitem Weltkrieg erneut zum wirtschaftlichen Aufschwung

In einer anderen Ausgabe des „History Blogs“ beschreibt Bosch, wie die Zündkerzen nur wenige Jahre später erneut zum Aufschwung des Unternehmens beitrugen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Stuttgart stark zerstört; das Stammwerk von Bosch lag in Trümmern und wurde von den verbliebenden Mitarbeitern mühsam wieder aufgebaut. Nachdem Stuttgart schließlich zur US-Besatzungszone gezählt hatte, rückte die Army mit einem großen Fuhrpark in die Stadt ein. Die Fahrzeuge benötigten aber bald neue Zündkerzen und Batterien, weshalb die Produktionsbeschränkungen für Bosch rasch aufgehoben wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verhalf die Zündkerze Bosch zum erneuten wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Bosch-Zündkerzen wurden in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Produkte des Konzerns. Im Jahr 1968 produzierte Bosch die 1-milliardste Zündkerze, im Jahr 2012 wurde die 11-milliardste produziert. Bosch befindet sich wie Mahle und ZF allerdings mitten in der Transformation zur E-Mobilität. Da bei E-Autos keine klassischen Zündkerzen benötigt werden, ist die Zukunft der bahnbrechenden Entwicklung deshalb ungewiss.

Rubriklistenbild: © Robert Bosch GmbH

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