- VonKatja Heilschließen
Öko-Test findet das Hormongift Bisphenol A (BPA) in Dosentomaten. Gibt es dennoch Marken, die unbedenklich in die Tomatensoße können?
Obwohl Hersteller von Konservendosen seit einigen Jahren ihre Dosenlacke verbessern, sind in den meisten Dosentomaten immer noch bedenklich hohe Mengen an Bisphenol A enthalten – wie auch Öko-Test jüngst feststellte. Dies liegt vor allem daran, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erst kürzlich die Obergrenze für eine unbedenkliche Tagesdosis, die man von der Chemikalie aufnehmen kann, erheblich abgesenkt hat. Weitere Testberichte findest du hier.
Was sind die besten Dosentomaten? Ganz unbedenklich sind nur Tomaten aus dem Glas
Diese neuen strengen Kriterien wurden auch bei Öko-Test angewendet, als insgesamt 20 Konserven geschälter Tomaten untersucht wurden. Daran gemessen enthielten die beanstandeten Produkte 4 bis 28 Mal mehr an der empfohlenen Tageshöchstdosis von Bisphenol A. Neue Daten, die darauf hinweisen, dass Bisphenol A schon in sehr viel geringeren Mengen als bisher angenommen Einfluss auf unser Immunsystem nehmen könnte, haben Öko-Test zu diesem Vorgehen animiert.
Ansonsten gibt es aber auch viele gute Nachrichten in Sachen Dosentomaten. Mal abgesehen von Bisphenol A sind die von Öko-Test gewählten geschälten Tomaten fast frei von kritischen Inhaltsstoffen. Pestizide sind etwa überhaupt kein Thema und auch Schimmelpilzgifte wurden nur selten gefunden. Im Detail konnte Öko-Test bei einigen geschälten Tomaten keine Pestizide, aber Hormongift Bisphenol A nachweisen. Das sind die besten geschälten Tomaten:
- La Selva Pomodorini Pelati, Kleine geschälte Tomaten, Note „gut“
- Alnatura Ganze Tomaten Geschält, Note „befriedigend“
- Dennree Tomaten ganz, geschält, Note „befriedigend“
Welche Dosentomaten haben gut abgeschnitten?
Wer auf Nummer Sicher bei Tomatenkonserven gehen will, muss zu Tomaten im Glas greifen. Zwar versichern sämtliche Anbieter, dass sie ihre Produkte in sogenannte „BPA-non-intent-Dosen“ abfüllen, für deren Innenlacke bewusst gar kein Bisphenol A zum Einsatz kommt. Trotzdem ist der Wert in allen Dosen zu hoch. Allerdings ist zu betonen, dass keines der Produkte mit den hohen Werten an BPA einen bindenden Grenzwert in Deutschland überschreitet.
Auch sich auf Bio-Produkte zu beschränken, ist kein Garant für Qualität, denn auch die acht getesteten Bio-Dosentomaten erhielten maximal die Note „befriedigend“. Das einzige Produkt mit der Note „gut“ ist im Glas abgefüllt und mit einem Preis von 2,61 Euro pro 400 Gramm eher unter den teuren haltbaren Tomaten. Der zweite Platz ist ein Bio-Produkt und erhält die Note „befriedigend“ – für diese Konserve musst du an der Kasse hingegen nur 0,99 Euro bezahlen.
Wie erkennt man gute Dosentomaten?
Zunächst einmal sind meistens die italienischen Dosentomaten die besten, denn Produkte aus Spanien oder China haben nicht nur lange Transportwege hinter sich, sie sind meist auch qualitativ minderwertiger. Hobby-Köche schwören zudem auf die ganzen, geschälten Tomaten aus der Dose, da für die gehackten oftmals die Tomaten genommen werden, die als ganze Tomate durchgefallen sind. Püriert sollte diese Art von Dosentomaten eine aromatische Saucenbasis bieten.
Außerdem ist es schlau, auf eine dreistellige Zahl beim Haltbarkeitsdatum zu achten. Die ist wichtig, denn sie verrät den Abfülltag des Jahres. Wenn dort beispielsweise S220 steht, dann wurde diese Dose am 220 Tag des Jahres abgefüllt. Diese Zahl sollte zwischen 190 und 250 sein, denn dann stecken in der Regel schöne reife Sommertomaten in der Dose, die zwischen Anfang Juli und Anfang September geerntet wurden.
Was ist gesünder Dosentomaten oder frische Tomaten?
Mal von der potenziellen Belastung der Tomaten mit BPA und anderen bedenklichen Inhalten abgesehen, hat die Tomate aus der Dose noch einige andere Nachteile gegenüber frischem Gemüse. Um die Konserve lange haltbar zu machen, wird der Inhalt auf spezielle Art hergestellt und erhitzt. Dabei verliert die Tomate oft Nährstoffe wie Vitamin C oder Folsäure. Außerdem werden bei manchen Produkten Zusatzstoffe hinzugefügt – vor allem Zucker.
Tomaten aus der Dose haben aber auch Vorteile, da für sie nur das rote Gemüse ausgesucht wird, das lange reifen konnte und dadurch den sekundären Pflanzenstoff Lycopin enthält. Lycopin ist für die rote Farbe der Tomaten verantwortlich und soll stimmungsaufhellend, entzündungshemmend und sogar vorbeugend gegen einige Krebsarten wirken. Experten raten dennoch, in der Saison von April bis Oktober auf frisches Gemüse zu setzen. „Frisch oder aus der Konserve – wie gesund sind Dosentomaten?“ (khei)