Klares Statement

Autoexperte sieht Brennstoffzelle und E-Fuels „momentan nicht im Pkw“

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Haben Brennstoffzelle und E-Fuels gegen den Elektroantrieb im Auto eine Chance? Branchenexperte Stefan Bratzel hat zu dem Thema eine klare Meinung.

Immer mehr Autohersteller schwören dem Verbrenner ab – und setzen auf Elektroantriebe. Dennoch gibt es immer noch viele Vorbehalte gegen rein batterieelektrische Antriebe – viele Deutsche wünschen sich laut einer Umfrage Wasserstoff als Antriebsart der Zukunft. Einige Hersteller tüfteln auch weiter an der Brennstoffzelle beziehungsweise an Wasserstoff-Verbrennungsmotoren, andere wiederum setzen auf E-Fuels – also synthetischen Sprit. Doch Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, sieht in naher Zukunft weder die Brennstoffzelle noch E-Fuels als gängige Antriebe für Pkw.

Autoexperte sieht Brennstoffzelle und E-Fuels „momentan nicht im Pkw“

Wie Autoexperte Bratzel in einem Interview mit dem ADAC erklärte, sehe er aktuell weder die Brennstoffzelle noch E-Fuels in Pkw. Generell seien E-Fuels zwar zukünftig interessant – „aber wir glauben, dass sie in Flugzeugen oder Schiffen sehr viel besser angewandt sind als im Pkw-Bereich“. Sollten in 15 Jahren große Anlagen zur Produktion von E-Fuels zur Verfügung stehen, könne man noch einmal darüber nachdenken, ob das eine praktikable Lösung sei, so der Experte. „Aber wir müssen jetzt etwas tun und können nicht warten, bis E-Fuels zu einem konkurrenzfähigen Preis da sind.“ Denn aktuell ist die Produktion von E-Fuels noch ziemlich teuer – und laut einer Studie soll das auch erstmal so bleiben.

Zehn Autos mit Verbrennungsmotor, die wir vermissen werden

Audi TT
Audi TT: Einst als Kernmodell der Marke Audi betrachtet, wird der als Coupé und Roadster gebaute Kompakt-Sportler keinen Nachfolger bekommen. Das liegt auch an der mittlerweile schleppenden Nachfrage für die Design-Ikone. Ein vergleichbarer Stromer wird völlig anders aussehen. Bis Ende des Jahres ist der TT aber noch ab 39.700 Euro bestellbar. © Audi AG
Mercdes-Benz A-Klasse
Mercedes A-Klasse: Der Kompaktwagen passt nicht mehr in das neue Konzept von Mercedes-Benz, vor allem hochpreisige Limousinen, SUV und Sportwagen anzubieten. Das überzeugende Konzept der frühen A-Klasse, möglichst viel Platz in einem kompakten Auto zu schaffen, würde dabei gut ins Elektro-Zeitalter passen – ist mittlerweile aber ohnehin verwässert. Noch gibt den Basis-Benz ab 28.393 Euro zu kaufen.  © Mercedes-Benz
Porsche 718 Boxster
Porsche 718 Boxster: Zwar kämpft Porsche weiterhin für den Verbrennungsmotor, aber überleben wird der langfristig wohl nur im 911. Boxster und Cayman werden 2025 erst auf Wunsch, später wohl grundsätzlich elektrifiziert. Dabei bieten gerade die Versionen mit Sechszylinder-Boxer fast schon elektrische Tugenden wie Laufruhe und Durchzugskraft – bei (für Sportwagen) hoher Reichweite und geringem Gewicht. Aktueller Preis: ab 60.061 Euro. © Daniel Wollstein/Porsche
Jeep Wrangler
Jeep Wrangler: Als purer Verbrenner ist die Off-Road-Ikone schon jetzt nicht mehr lieferbar. Der Plug-in-Hybrid wird so lange laufen, wie er darf, aber den Sprung in die Elektro-Ära nicht schaffen. Ein Nachfolger mit Akku dürfte ähnlich modernisiert daherkommen wie der aktuelle Land Rover Defender, aber dank seiner E-Motoren immerhin überragende Gelände-Eigenschaften bieten. Mit 77.500 Euro ist der Klassiker mittlerweile zum Luxus-Auto geworden. © Stellantis
VW Golf Cabrio
VW Golf Cabrio: Im Grunde vermissen wir ihn jetzt schon, nämlich seit 2016. Der offene VW T-Roc kann den Charme des offenen Kompaktwagens, der seine Karriere als „Erdbeerkörbchen“ mit Henkeln startete, nicht ersetzen. Das wird wohl auch für ein elektrisches Cabrio auf Basis des VW ID.3 gelten – wenn ein solches überhaupt kommt, was angesichts der schwächelnden Nachfrage für offene Autos eher zweifelhaft ist. © VW
Fiat 500
Fiat 500: Während die aktuelle Version des Kleinwagens ausschließlich als Elektroauto produziert wird, ist auch der etwas kleinere Vorgänger derzeit noch bestellbar. Im Stellantis-Konzern ist dessen Aus aber beschlossen. Dabei ist gerade die sparsame Hybrid-Version mit 70 PS ein ökologisch sinnvolles Angebot etwa für jene, die partout kein Elektroauto möchten – etwa Städter, die keine schnelle Lade-Möglichkeit haben. Noch ist der Verbrenner ab 15.501 Euro bestellbar. © Stellantis
Mercedes-Benz SLC 300
Mercedes SLC: Der kompakte Roadster startete – als erstes Cabrio mit Falt-Hardtop – unter dem Namen SLK. Nun beendete nicht der Elektro-Boom, sondern die Nachfrage-Flaute seine Karriere als Frauenversteher. Im künftigen Luxus-Stromer-Portfolio von Mercedes sind solche gerade noch bezahlbaren Fahrspaß-Modelle schon gar nicht vorgesehen.  © Mercedes-Benz
Lamborghini Huracan
Lamborghini Huracán: Die italienische VW-Tochter sperrte sich lange gegen die Elektrifizierung, aber kommt natürlich auch nicht drumherum. Der pure, weder von Hybrid noch Turbo verwässertre V10-Saugmotor des Huracán wird seinen Platz als einer der Höhepunkte des Verbrenner-Zeitalters bekommen. Seine 640 PS würden Elektromotoren zwar mit deutlich weniger Aufwand erreichen, aber sei´s drum: Dass es solche Autos nicht mehr geben wird, ist ebenso vernünftig wie schade. Preis: ab 190.274 Euro. © Charlie Magee
BMW Z4
BMW Z4: Ja, er lebt noch! Anders als Mercedes-Benz führt BWM seinen Mittelklasse-Roadster weiter, eine Kooperation mit Toyota machts möglich. Doch auch wenn BMW weiter Verbrenner bauen will, ist ein Nachfolger alles andere als gesichert. Wenn wir uns irren und es künftig einen Z4 mit (wie bei BMW üblich) Verbrenner- und Elektro-Option geben wird: umso besser. Wer sich darauf nicht verlassen mag, muss mindestens 46.200 Euro investieren. © BMW
Tina Ruland auf Opel Manta
Opel Manta: Eigentlich hatten wir den Manta ja schon als Eighties-Unikum abgehakt. Dann weckte Opel mit der Ankündigung eines elektrischen Mantas die Fantasie: Ein zweitüriges, leichtes Coupé, mit genügend Reichweite für den Ausflug in die Diskothek (so hießen Clubs früher) und zum Baggersee, das wäre doch ein schönes Stück Anarchie zwischen all den effizienten, vernünftigen Stromern. Doch heraus wird wieder nur das übliche Akku-SUV kommen, an das ein Marketing-Genie den Manta-Schriftzug klebt. Umso mehr werden wir den Echten vermissen. © Rights Managed/Imago

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Brennstoffzelle: Auch das Fraunhofer-Institut glaubt nicht mehr an den Durchbruch im Pkw

Ein großes Problem der Wasserstoff-Antriebstechnik ist im Moment vor allem auch die fehlende Infrastruktur – wobei sich zuletzt ein großer H2-Tankstellenbetreiber stattliche Finanzmittel für den Ausbau sicherte. Doch selbst das renommierte Fraunhofer-Institut glaubt nicht mehr an den Durchbruch der Brennstoffzelle im Pkw.

Beim Thema E-Fuels ist inzwischen ebenfalls ordentlich Sand im Getriebe. Denn während sich beispielsweise BMW die Option Verbrennungsmotor weiter offenhalten will und Porsche sich mittlerweile sogar an der Produktion von E-Fuels beteiligt, sehen Hersteller, die voll auf E-Autos setzen, diese Art von Technologieoffenheit kritisch. Im Streit darüber haben inzwischen Stellantis und Volvo den europäischen Branchenverband ACEA („Association des Constructeurs Européens d‘Automobiles“) verlassen – dabei handelt es sich um den wichtigsten Lobbyverband der Automobilbranche.

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/Imago

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