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Erneut wurden Fremdkörper in einem Produkt gefunden, das schon im Handel war. Aus vorbeugenden Verbraucherschutz ruft eine Bäckerei-Kette ein bestimmtes Brot zurück.
München – Wo produziert wird, kann es auch zu Fehlern kommen. Die Lebensmittelbranche ist davon nicht gefeit. Oftmals sind kontaminierte oder bedenkliche Produkte bereits im Handel, wenn die Mängel festgestellt werden. Und müssen dann nachträglich zurückgerufen werden. Auch eine Bäckerei-Kette ist derzeit betroffen und warnt vor einer bestimmten Brotsorte.
Brot-Rückruf wegen Fremdkörper – Ähnliche Fälle häuften sich zuletzt bei Supermärkten und Co.
Nach eigenen Angaben ruft die Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH aus vorsorglichen Verbraucherschutz eines ihrer Brote zurück. Grund dafür ist, dass die Ware mit Plastikteilchen verunreinigt sein könnte. Rückruf-Aktionen wegen möglicher Fremdkörpern in Produkten häuften sich in jüngerer Vergangenheit: so musste ein namhafter Hersteller mehrere Dips und Soßen aus dem Verkehr ziehen.
Auch bei einer Tiefkühl-Pizza-Sorte von Wagner besteht aus diesem Grund eine Gesundheitsgefahr. Wegen Metallpartikeln startete der Verbraucherschutz einen Rückruf von Wurstware. Und auch Brot musste Sommer deshalb zurückgerufen werden (siehe Video).
Von dem aktuellen Rückruf der Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH betroffen ist das Bauernbrot der Sorte „Pfister Öko-Ganzkorn“. Verkauft wurde es am 26. November (Dienstag) in den Süd-Filialen in Bayern und Baden-Württemberg. Die Bäckerei-Kette betreibt neben den beiden betroffenen Bundesländer auch zehn Standorte in Berlin.
Dringender Brot-Rückruf bei großer Bäckerei - Einzelhandel nicht betroffen
Insgesamt zählen 146 Filialen zu dem Netz der Hofpfisterrei GmbH, die mit Abstand am meisten befinden sich in Bayern (128), in Baden-Württemberg sind es acht Standorte. Zudem würden laut Homepage Brote der Bäckerei in rund 700 Einzelhandelsgeschäften in Süddeutschland vertrieben werden. Produkte von dort sowie aus dem Paketversand seien vom Rückruf allerdings nicht betroffen.
Am Dienstag (26. November) sei in der Produktion festgestellt worden, dass an einem Teigschaber aus blauem Hartplastik Bruchstücke fehlten, teilte das Unternehmen weiter mit. Eine Verunreinigung mit Plastikteilen sei daher wahrscheinlich, könne aber für andere Produkte vollständig ausgeschlossen werden. Wie groß die Teile sind, ist nicht bekannt. Vom Verzehr des betroffenen Produkts ist abzuraten. Kunden können gekaufte Brote in der Filiale zurückgeben. Der Kaufpreis werde erstattet.
Fremdkörper in Lebensmittel: Wenn‘s schlimm wird, besteht ein medizinischer Notfall
Fremdkörper in Lebensmittel sind nicht ungefährlich. Laut dem medizinischen Nachschlagewerk MSD Manuals können sie an verschiedenen Stellen des Verdauungssystems stecken bleiben und Schäden verursachen. Größere Teile, die sich im Hals verklemmen, können zu Atemnot und Erstickung führen. Die Speiseröhre ist demnach am häufigsten betroffen, auch möglich sind Magen, Darm und Rektum.
Je nachdem wo, kann es zu unterschiedlichen Komplikationen und Symptomen kommen, von Bauchschmerzen und Krämpfen, bis hin zu einer lebensbedrohlichen Entzündung. Das kann passieren, wenn spitze Gegenstände die Speiseröhre, den Darm oder Magen durchbohren. Laut MSD Manuals handelt es sich dabei um einen medizinischen Notfall. Allerdings sei es auch möglich, dass gar keine Symptome auftreten. Die meisten Fremdkörper würden ohne Behandlung ausgeschieden. „Manche müssen jedoch endoskopisch, operativ oder manuell zerkleinert und entfernt werden“, heißt es weiter. (rku)
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