Kleine Raupe mit großer Wirkung

Buchsbaumzünsler vorbeugen und erkennen: Hilft Algenkalk gegen den Schädling?

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Buchsbaumzünsler wurden aus Asien importiert und greifen besonders Buchsbäume an.
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Hier lernen Hobbygärtner die Besonderheiten des Buchsbaumzünslers kennen und erfahren, was sie (präventiv) gegen ihn unternehmen können.

  • Der Buchsbaumzünsler ist sehr gefräßig und von außen an Pflanzen oft nur schwer zu entdecken
  • Ein Befall mit dem Schädling ist schwer zu bekämpfen und es braucht Geduld und sehr gründliche Arbeit
  • Buchsbaumzünsler sind in Deutschland nicht überall gleich stark verbreitet, die Ausbreitung nimmt aber zu

Der Buchsbaum ist in Deutschland sehr beliebt, weil er sehr robust ist und im Winter auch Frost standhält. Die Pflanze hat aber auch Feinde. Besonders der Buchsbaumzünsler setzt dem Busch stark zu, sodass er am Ende oft abstirbt. Buchsbaumzünsler gehören neben Ameisen, Schnecken und Eichenprozessionsspinnern zu den Arten in Parks und heimischen Gärten, die stören und zerstören. Buchsbaumzünsler zu bekämpfen ist nicht einfach, denn die kleinen Schädlinge sind schwer zu entdecken und sehr zäh.

Buchsbaumzünsler: Aussehen und Verbreitung

Der Buchsbaumzünsler gehört zu den Schmetterlingen, genauer zur Gattung Cydalima, ganz egal, ob die Gärtner ihn eher in Form von Eiern oder Raupen wahrnehmen (meist letzteres). Der Kleinschmetterling stammt ursprünglich aus Asien und wurde – genauso wie der Buchsbaum selbst – durch Baum- und Setzlingsverkauf primär aus Ostasien nach Westeuropa „versetzt“, also eingeschleppt. Besonders schädlich ist dabei die Buchsbaumzünsler-Raupe, die sich vom Buchsbaum – erst von den Blättern, dann von der Zweigrinde – ernährt und an diesem schwere Schäden anrichtet. 

Dabei ist die Raupe erst einmal unscheinbar. Sie entschlüpft einem der unzähligen Buchsbaumzünsler-Eier, die an der Unterseite des Blatts haften. Sie wird bis zu fünf Zentimeter lang und kann gelbgrün oder dunkelgrün sein. Auffällig ist eine Musterung aus schwarzen und weißen Abzeichen.

Für Menschen ist der Buchsbaumzünsler, anders als der Eichenprozessionsspinner, harmlos. Gefährlich für den Buchsbaum sind die Raupen vor allem, weil sie stets in großer Menge auftreten. Pro Jahr können bis zu vier Generationen den Baum „heimsuchen“ und ein Befall wird meist zu spät entdeckt. Aktiv ist der Schädling meist von April bis Oktober.

Buchsbaumzünsler: Das ist bei Befall zu tun

Wenn ein Befall mit Buchbaumzünslern entdeckt wird, muss der Gärtner schnell handeln, damit die Pflanze keinen weiteren Schaden nimmt. In der Regel ist der Schaden nämlich bereits beträchtlich, wenn das Tier entdeckt wird. Mittel gegen den Buchsbaumzünsler sollten dabei möglichst umweltschonend sein. Spritzmittel, die die Raupen töten, können auch für natürliche Fressfeinde gefährlich sein, weshalb Naturschützer von solchen Mitteln abraten.

Unbedenkliche Hausmittel gegen den Buchsbaumzünsler sind:

  • Das Absammeln der Raupen. Dies ist besonders bei leichtem Befall empfehlenswert. Hierbei sollten Hobbygärtner Handschuhe tragen.
  • Das Absprühen der Pflanze mit einem Hochdruckreiniger (plus anschließendes Aufsammeln und Vernichten der Raupen).
  • Algenkalk eigenet sich ebenfalls zum Bekämpfen des Schädlings.

Dass auch Kaffeesatz gegen Buchsbaumzünsler helfen soll, ist dagegen nicht erwiesen.

Buchsbaumzünsler: Was Gärtner präventiv mit Algenkalk tun können

Ein natürliches Mittel, um einem Buchsbaumzünsler-Befall vorzubeugen, ist Kalk, genauer gesagt Algenkalk. Dabei bestäubt der Gärtner einmal jährlich (am besten im Frühjahr) die Pflanzen mit dem Kalk. Der Kalk mindert die Wahrscheinlichkeit eines Befalls, denn durch ihn werden die Blätter für den Schädling ungenießbar. Außerdem schadet der Kalk den Zähnen der Raupen, sodass weniger von ihnen überleben.

Damit sich erst gar keine Raupen aus den gelegten Eiern entwickeln können, soll Neemöl helfen: Dieses wird im März zusammen mit dem Gießwasser vorbeugend auf die Pflanze gesprüht.

Freund oder Feind? Schädliche und harmlose Raupen im heimischen Garten

Schmetterlingsraupe des Großen Kohlweißlings mit Hand
Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind gut zu erkennen und treten oft in Scharen auf. Am besten setzt man die Tiere weit entfernt vom Gemüse wieder aus, damit sich der schöne Falter daraus entwickeln kann. © Shotshop/Imago
Baumstamm mit Raupen des Eichenprozessionsspinners
Nicht jeder hat eine Eiche oder Buche im Garten, aber wenn Sie die haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinners sichten, nehmen Sie sich in Acht: Ihre Brennhaare enthalten ein Gift, das zu Haut- und Atemwegsreizungen bis hin zu einem allergischen Schock führen kann. Beauftragen Sie Profis mit der Beseitigung. © Shotshop/Imago
Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennnesseln
Sieht gefährlich aus, tut aber nix: Aus den Eiern des Kleinen Fuchses schlüpfen schwarz-gelbe stachelige Raupen, die sich selten von ihren Futterpflanzen, den Brennnesseln, wegbewegen. Dafür hat man bald bildschöne Schmetterlinge im Garten. © blickwinkel/Imago
Grüne Raupe vom Kleinen Frostspanner ( Operophtera brumata )
Ach, irgendwie ganz putzig? Mitnichten! Die Raupe des Kleinen Frostspanners frisst ganze Obstbäume und Ziergehölze bis auf die Rippen kahl. © Zoonar/Imago
Raupe des Schwalbenschwanzes auf Doldenblüter
Aber hallo! Die auffällige Raupe des Schwalbenschwanzes bevorzugt Doldenblüter wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Giersch als Nahrungsquelle. Gönnen Sie der harmlosen Raupe den Schmaus. © Panthermedia/Imago
Raupen der Gespinstmotte in einem Baum
Die Raupen der Gespinstmotte sitzen zum Beispiel an Obstbäumen, Pfaffenhütchen oder Schlehen. Wenn sie in Massen auftreten, fressen sie ganze Bäume kahl ... © Steinach/Imago
Gespinstmotten haben einen Baum mit einem weißen Gespinst überzogen.
... deswegen sollte man sie im Garten absammeln, sobald man sie findet. Denn sonst wird es bald sehr gespenstisch. Es ist aber nicht so tragisch, wie es aussieht: Irgendwann verschwinden die Raupen und die Pflanzen treiben danach wieder aus. © blickwinkel/Imago
Raupe der Kohleule (Barathra brassicae) auf einer Blüte
Eine eher unscheinbare grüne Raupe mit unangenehmen Eigenschaften: Die Abkömmlinge der Kohleule zählen zu den häufigsten Gemüseschädlingen im Garten. Sie verschmutzen die Kohlköpfe mit Kot und diese faulen daraufhin schnell. © Steffen Schellhorn/Imago
Raupe des Landkärtchens
Bitte leben lassen: Das Landkärtchen ist Schmetterling des Jahres 2023 und legt seine Eier gerne auf Doldenblüter. Die dornigen schwarzen Raupen wirken bedrohlich, richten aber keinen nennenswerten Schaden an. © CHROMORANGE/Imago
Buchsbaumzünsler (lat. Cydalima perspectalis) frisst Buchsbaum kahl.
Sie haben einen Buchsbaumzünsler gesichtet? Dann ist Gefahr in Verzug und Sie sollten mit Schädlingsbekämpfungsmitteln dagegen vorgehen, sonst ist Ihr Buchsbaum verloren. In dem Fall muss er sofort entsorgt werden. © localpic/Imago

Buchsbaumzünsler mit natürlichen Feinden und richtiger Pflege bekämpfen

Buchsbaumzünsler haben auch natürliche Feinde. In Deutschland sind das unter anderem:

  • Spatzen
  • Kohlmeisen
  • Finken
  • Wespen

Diese Arten haben die Raupen in den letzten Jahren als Futterquelle entdeckt – und bekämpfen diese auf natürliche Art und Weise. Den Garten einladend für Vögel einzurichten, kann also helfen, die Raupe in Schach zu halten.

Auch können starke, gesunde Pflanzen einen leichten Befall besser verkraften. Daher sollten Gärtner ihren Buchsbaum immer gut pflegen. Auch ein gezielter Rückschnitt kann die Zahl der Zünsler deutlich reduzieren. Da die Raupen des Buchsbaumzünslers auch auf anderen Pflanzen sitzen können, sollte beim Pflanzenkauf stets genau kontrolliert werden, dass sich keine Schädlinge auf den Pflanzen befinden.

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