VonRichard Stroblschließen
Ein Preisstreit mit Lieferant Procter & Gamble könnte nun zu leeren Regalen bei Edeka und Rossmann führen. Betroffen sind zahlreiche Produkte.
Kassel – Schon die Corona-Pandemie führte zu Lieferproblemen und teils leeren Regalen – der Ukraine-Krieg verstärkt diese Situation aktuell noch. Zudem steigen die Preise nicht nur bei Gas und Strom, sondern – teils infolge gestiegener Produktionskosten – auch bei Supermarkt-Produkten. Nun drohen auch bei Edeka und Rossmann viele Regale leer zu bleiben – Hintergrund ist ein Preisstreit, der offenbar zunehmend eskaliert.
Auf Lieferantenseite will nun Procter & Gamble (P&G) seine Preise anziehen und legt sich offenbar gleichzeitig mit Edeka und Rossmann an. Das berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Für Hersteller wie auch Händler hat dies demnach heftige Folgen. Procter & Gamble dominiert dem Bericht nach Produkt-Bereiche, wie Windeln (Pampers), Rasierer (Gillette) oder elektrische Zahnbürsten (Oral-B). Hier ist der Lieferant demnach teils „unverzichtbar“.
- Procter & Gamble
- Hauptsitz: Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio
- CEO: Jon R. Moeller
- Gründung: 1937
- Umsatz 2022: 80 Milliarden US-Dollar
- Mitarbeiter: Circa 110.000
Preisstreit: Leere Regale bei Edeka und Rossmann?
Aber auch Weichspüler von Lenor oder Haarkuren von Pantene gehören laut supermarktcheck.de zu den Procter-Produkten bei Edeka. Wie groß der Anteil von Procter-Produkten ist, zeigen die Zahlen: Edeka allein setzt nach Angaben der LZ mit deren Produkten jährlich mehrere hundert Millionen Euro um.
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Nach Informationen des Branchenblattes liefert P&G aktuell nur noch eingeschränkt an Edeka. Dementsprechend würden schon jetzt zunehmend Lücken in den Regalen klaffen. Betroffen seien Marken wie Ariel, Fairy und Meister Proper. Auch Edekas Drogerie-Händler Budni ist demnach betroffen - ebenso, wie der Onlinehändler Picnic. Dieser kauft dem Bericht nach gemeinsam mit Edeka ein. Die Folge: Produkte von Lenor, Gillette und Always ließen sich nicht mehr bestellen.
Leere Regale oder heftige Preissteigerung? Edeka und Rossmann in der Zwickmühle
Nach LZ-Angaben hatte sich P&G lange mit Preissteigerungen zurückgehalten - wohl auch, um Marktanteile gewinnen zu können. Nun passe man die Preise an, bestätigte der Konzern der LZ. Allerdings dementierte P&G demnach, dass man Lieferungen einseitig gestoppt habe. Das Branchenblatt berichtet unter Berufung auf Experten, dass P&G seine Preise bei bestimmten Produkten um bis zu 40 Prozent erhöhen möchte. Die deutschen Händler wehren sich jetzt offenbar gegen diesen Schritt des internationalen Mega-Konzerns. Für P&G besteht dagegen die Gefahr, Marktanteile zu verlieren, sollten die Händler auf Konkurrenzprodukte umsteigen.
Zuletzt lieferte sich Edeka gemeinsam mit Rewe, Penny und Netto einen Preisstreit mit Mars. Ein Lieferstopp war die Folge. Zudem könnte Pepsi wegen eines Preisstreits aus den Regalen von Aldi verschwinden. (rjs)
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