Von Pampers bis Meister Proper

Leere Regale bei Edeka und Rossmann drohen: Preisstreit eskaliert wohl – diverse Produkte betroffen

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Ein Preisstreit mit Lieferant Procter & Gamble könnte nun zu leeren Regalen bei Edeka und Rossmann führen. Betroffen sind zahlreiche Produkte.

Kassel – Schon die Corona-Pandemie führte zu Lieferproblemen und teils leeren Regalen – der Ukraine-Krieg verstärkt diese Situation aktuell noch. Zudem steigen die Preise nicht nur bei Gas und Strom, sondern – teils infolge gestiegener Produktionskosten – auch bei Supermarkt-Produkten. Nun drohen auch bei Edeka und Rossmann viele Regale leer zu bleiben – Hintergrund ist ein Preisstreit, der offenbar zunehmend eskaliert.

Auf Lieferantenseite will nun Procter & Gamble (P&G) seine Preise anziehen und legt sich offenbar gleichzeitig mit Edeka und Rossmann an. Das berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Für Hersteller wie auch Händler hat dies demnach heftige Folgen. Procter & Gamble dominiert dem Bericht nach Produkt-Bereiche, wie Windeln (Pampers), Rasierer (Gillette) oder elektrische Zahnbürsten (Oral-B). Hier ist der Lieferant demnach teils „unverzichtbar“.

In Corona-Zeiten waren Klopapier-Regale wie leergefegt. Droht Edeka nun wegen eines Preisstreits ein ähnliches Bild? (Archivfoto)
  • Procter & Gamble
  • Hauptsitz: Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio
  • CEO: Jon R. Moeller 
  • Gründung: 1937
  • Umsatz 2022: 80 Milliarden US-Dollar
  • Mitarbeiter: Circa 110.000 

Preisstreit: Leere Regale bei Edeka und Rossmann?

Aber auch Weichspüler von Lenor oder Haarkuren von Pantene gehören laut supermarktcheck.de zu den Procter-Produkten bei Edeka. Wie groß der Anteil von Procter-Produkten ist, zeigen die Zahlen: Edeka allein setzt nach Angaben der LZ mit deren Produkten jährlich mehrere hundert Millionen Euro um.

Diese Mega-Reichen haben 2022 viel Geld verloren

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, spricht auf der 56. Münchner Sicherheitskonferenz.
Der größte Verlierer unter den Tech-Milliardären ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er hat laut dem US-Wirtschaftsportal Bloomberg dieses Jahr schon etwa 71 Milliarden Dollar (bzw. in Euro) verloren und rutschte damit aus den Top Ten des Superreichen-Rankings von Bloomberg. Mit einem Vermögen von 54,6 Milliarden (Stand: September) erreicht Zuckerberg nun Platz 20. © Sven Hoppe/dpa
Elon Musk
Auch der reichste Mensch der Welt, Tesla-Chef Elon Musk, musste dieses Jahr Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen. Seit dem Höchststand am 4. November 2021 ist das Vermögen von Musk um fast 35 Prozent von 320 Milliarden Dollar auf 209,4 Milliarden Dollar Ende Oktober gefallen – fast ausschließlich aufgrund des starken Kursverfalls der Tesla-Aktie, wie das US-Magazin Forbes berichtet. Die Rezession macht also auch Musk und seinem Geschäft zu schaffen – er bleibt jedoch nach wie vor der reichste Mann der Welt.  © Evan Agostini/Invision via AP/dpa
Jeff Bezos
Die Rezessionsangst lässt auch den Kurs der Amazon-Aktien sinken – und betrifft damit direkt das Vermögen von Jeff Bezos, Gründer des Online-Handelsriesen. Während er im Juli 2021 noch auf ein Vermögen von 214 Milliarden Dollar kam, sind es nun noch 111 Milliarden. Er hat also mehr als 100 Milliarden Dollar verloren. © Cliff Owen/AP/dpa
Wiktor Wekselberg, Mitgründer der Renova Group
Die Folgen des Ukraine-Kriegs und die Sanktionen treffen auch russische Oligarchen hart. Besonders betroffen ist der russische Investor und Putinfreund Wiktor Wekselberg. Er ist Mitgründer der Renova Group, einem Konglomerat mit Beteiligung an Öl, Aluminium und Telekommunikation. Sein Vermögen schrumpfte um 11,2 Milliarden Euro auf 7,32 Milliarden Euro, nachdem die USA ihn im April auf ihre Sanktionsliste gesetzt hatten, berichtet Forbes © Vladimir Smirnov/Omago
Wladimir Lissin, Vorstandsvorsitzender des russischen Stahlproduzenten Novolipetsk Steel.
Betroffen ist aber auch einer der reichsten Männer Russlands: Wladimir Lissin. Der russische Unternehmer ist Vorstandsvorsitzender des russischen Stahlproduzenten Novolipetsk Steel. Er verlor 2022 rund neun Milliarden Euro; sein Vermögen sank damit auf etwa 20,2 Milliarden Euro. Wie sehr der Ukraine-Krieg und die Sanktionen Russlands Reiche in Bedrängnis bringt, zeigt eine weitere Zahl: Drei russische Oligarchen flogen allein von Oktober auf November aus der Bloomberg-Liste der 500 reichsten Menschen der Welt. © Itar-Tass/Imago

Nach Informationen des Branchenblattes liefert P&G aktuell nur noch eingeschränkt an Edeka. Dementsprechend würden schon jetzt zunehmend Lücken in den Regalen klaffen. Betroffen seien Marken wie Ariel, Fairy und Meister Proper. Auch Edekas Drogerie-Händler Budni ist demnach betroffen - ebenso, wie der Onlinehändler Picnic. Dieser kauft dem Bericht nach gemeinsam mit Edeka ein. Die Folge: Produkte von Lenor, Gillette und Always ließen sich nicht mehr bestellen.

Leere Regale oder heftige Preissteigerung? Edeka und Rossmann in der Zwickmühle

Nach LZ-Angaben hatte sich P&G lange mit Preissteigerungen zurückgehalten - wohl auch, um Marktanteile gewinnen zu können. Nun passe man die Preise an, bestätigte der Konzern der LZ. Allerdings dementierte P&G demnach, dass man Lieferungen einseitig gestoppt habe. Das Branchenblatt berichtet unter Berufung auf Experten, dass P&G seine Preise bei bestimmten Produkten um bis zu 40 Prozent erhöhen möchte. Die deutschen Händler wehren sich jetzt offenbar gegen diesen Schritt des internationalen Mega-Konzerns. Für P&G besteht dagegen die Gefahr, Marktanteile zu verlieren, sollten die Händler auf Konkurrenzprodukte umsteigen.

Zuletzt lieferte sich Edeka gemeinsam mit Rewe, Penny und Netto einen Preisstreit mit Mars. Ein Lieferstopp war die Folge. Zudem könnte Pepsi wegen eines Preisstreits aus den Regalen von Aldi verschwinden. (rjs)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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