Vierstelliger Betrag im Monat

Regelbedarf gestiegen: So viel Bürgergeld bekommt ein Paar ohne Kinder

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Auch erwerbstätige, kinderlose Paare können Bürgergeld beziehen. Tatsächlich fällt die Summe am Ende des Monats nicht einmal gering aus.

Frankfurt – In Deutschland war im Jahr 2022 jeder Fünfte von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entspricht das rund 17,3 Millionen Menschen. Gegenüber dem Vorjahr blieben die Werte nahezu unverändert. Besonders betroffen sind 18- bis 25-Jährigen mit und ohne Kinder, deren Armutsquote mit über 25 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

Das Bürgergeld könnte dem entgegenwirken. Es sichert nicht nur das Existenzminimum, sondern stellt auch eine Grundsicherung für Arbeitssuchende dar. Grundsätzlich sind alle Personen anspruchsberechtigt, die erwerbsfähig sind und entweder aktuell keine Arbeit haben oder nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu decken, erklärt das Bundesarbeitsministerium (BMAS). Dazu gehören also auch Paare ohne Kinder.

Mehr Bürgergeld im Jahr 2024: Wie viel bekommt ein Paar ohne Kinder?

Die Höhe des Bürgergelds richtet sich nach den individuellen Lebensumständen der Berechtigten. Demnach bekommt eine Einzelperson in der Regel weniger Bürgergeld, als etwa eine vierköpfige Familie oder Alleinerziehende mit zwei Kindern. Für Paare ohne Kinder ist der Anspruch pauschal nicht festgelegt. Stattdessen wird der Regelbedarf durch Faktoren wie das Alter bestimmt. Das BMAS fasst es wie folgt zusammen:

Bürgergeld-BerechtigteRegelbedarf
Alleinstehende, Alleinerziehende und Volljährige mit minderjährigen Partnern563 Euro
Volljährige Partner506 Euro
Kinder von 14 bis 17 Jahren und Minderjährige mit volljährigen Partnern471 Euro
Volljährige von 18 bis 24 Jahren ohne eigenen Haushalt und 15- bis 24-Jährige, die ohne Zusicherung des Jobcenters umziehen451 Euro
Kinder von sechs bis 13 Jahren390 Euro
Kinder von null bis fünf Jahren357 Euro

Bei einem Paar ohne Kinder könnte es sich um volljährige Partner oder einen volljährigen sowie einen minderjährigen Partner handeln. Im ersten Fall würden beide jeweils 506 Euro und zusammen 1012 Euro bekommen. Im zweiten Fall würde der volljährige Partner 563 Euro und der minderjährige Partner 471 Euro bekommen – insgesamt 1034 Euro. Der Regelbedarf, welcher zuletzt im Januar 2024 angehoben wurde, variiert also leicht.

Bürgergeld für Paar ohne Kinder: Diese Sonderleistungen gibt es obendrauf

Darüber hinaus berücksichtigen die Jobcenter die Kosten für Unterkunft und Heizung bei der Berechnung der Leistungen, sofern diese nicht die festgelegte Obergrenze überschreiten und in einem „angemessenen Rahmen“ liegen, so das BMAS. Ein Anspruch auf Wohngeld besteht jedoch nicht. Allerdings können Paare ohne Kinder unter gewissen Umständen von weiteren staatlichen Leistungen oder Mehrbedarfen profitieren.

Ein Paar ohne Kinder kann nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums Bürgergeld im vierstelligen Bereich beziehen (Symbolbild).

So erhalten werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zum Ende des Monats, in welchen die Entbindung fällt, einen Mehrbedarf von 17 Prozent des Regelbedarfs. Diesen Mehrbedarf zahlt das Jobcenter also bis zum Monat der Geburt. Teilnehmer abschlussbezogener Weiterbildungen erhalten monatlich zusätzlich 150 Euro. Zudem gibt es einen Bonus von 75 Euro für die „Teilnahme an Maßnahmen“ zur Arbeitsfindung.

So wird das Bürgergeld für Paare ohne Kinder berechnet

Dabei ist zu beachten, dass der Gesamtbedarf von Bürgergeld-Berechtigten nicht gleich der Höhe der Auszahlung vom Jobcenter entspricht. Zuerst muss noch das anzurechnende Einkommen berücksichtigt werden. Die sogenannten Freibeträge sollen sicherstellen, dass Erwerbstätige mehr Haushaltseinkommen zur Verfügung haben als Nicht-Erwerbstätige. Diese leistungsrechtlichen Regelungen gelten laut dem BMAS:

  • Vom Bruttoeinkommen werden die ersten 100 Euro nicht aufs Bürgergeld angerechnet.
  • Vom Bruttoeinkommen zwischen 100 und 520 Euro werden 20 Prozent nicht aufs Bürgergeld angerechnet.
  • Vom Bruttoeinkommen zwischen 520 und 1000 Euro werden 30 Prozent nicht aufs Bürgergeld angerechnet.
  • Vom Bruttoeinkommen zwischen 1000 und 1200 Euro (beziehungsweise 1500 Euro mit einem minderjährigen Kind) werden zehn Prozent nicht aufs Bürgergeld angerechnet.
  • Junge Menschen unter 25 Jahren dürfen ihr Einkommen unter Umständen bis zur Minijob-Grenze (aktuell 538 Euro) behalten.

Doch Freibeträge hin oder her – lohnt es sich überhaupt noch, zu arbeiten? Eine Studie des Ifo-Instituts kommt zu dem Ergebnis: „Arbeit führt in Deutschland immer zu höheren Einkommen als Nichtstun.“ Damit widerlegten sie den populären Bürgergeld-Mythos, der sich hartnäckig in Politik und Gesellschaft hält. Allerdings bestätigte der Ökonom Manuel Pannier, dass sich die Arbeit für Alleinstehende nur mit Sozialleistungen lohne.

Wenn also ein Paar ohne Kinder Bürgergeld erhält, wird neben den Lebensumständen auch das Einkommen berücksichtigt. Wird nun davon ausgegangen, dass nur einer von beiden volljährig ist, der Regelbedarf bei 1034 Euro liegt und die Kosten für Unterkunft und Heizung sich auf insgesamt 674 belaufen, ergibt das einen Gesamtbedarf von 1708 Euro. Allerdings gilt diese Summe nur, wenn kein zu berücksichtigendes Einkommen vorhanden ist.

Doch Achtung: Wie viel Bürgergeld das jeweilige Jobcenter am Ende zahlt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Tatsächlich gibt es eine einfache Methode, den eigenen Anspruch selbst auszurechnen. (cln)

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © Vira Simon / Imago

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