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Dass Chips nicht gerade gesund sind, hält die meisten nicht vom Knabbern ab. Die Ergebnisse von Öko-Test dürfte die Lust darauf aber verderben.
Kassel – Bei Fußballabenden mit Freunden oder langen Filmnächten dürfen beliebte Knabber-Snacks wie Chips, Popcorn, Nüsse und Süßigkeiten nicht fehlen. Gerade Chips sind besonders beliebt. In zahlreichen Supermärkten wie Rewe und Edeka sowie Discountern wie Aldi, Lidl und Co. gibt es eine große Auswahl. Doch wüssten Verbraucher um die giftigen Inhaltsstoffe, die in manchen Sorten stecken, würden die Chips sicher nicht in die Tüte kommen.
Mit rund 76 Prozent haben es die Kartoffelchips an die Spitze der Hitliste der beliebtesten Knabberartikel geschafft. Das ergab eine repräsentative Verbraucher-Befragung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI). Zwar sind die dünnen gewürzten Scheiben sehr kalorienreich und liefern viel Fett, dennoch wird immer wieder zur geliebten Chipstüte gegriffen. Kürzlich hat die Stiftung Warentest Chips von 25 Anbietern genauer unter die Lupe genommen – dabei fielen fünf glatt durch. Jetzt hat auch das Verbrauchermagazin Öko-Test die Knabber-Snacks genauer untersucht. Das Ergebnis ist besorgniserregend.
Chips im Öko-Test: Diese Kartoffelchips wurden getestet
| Sorte | Hersteller |
|---|---|
| Alnatura Kartoffelchips Paprika (Bio-Kartoffelchips) | Rewe: Ja! Paprika Chips |
| Chio Red Paprika Chips | Jeden Tag Paprika Chips |
| Netto: Clarkys Kartoffelchips Paprika | Kaufland: K-Classic Knusprige Chips Paprika |
| Dennree Kartoffelchips Paprika (Bio-Kartoffelchips) | Lay's Red Paprika |
| De Rit Organics Kartoffelchips Paprika (Bio-Kartoffelchips) | Lorenz Crunchips Paprika |
| Flor De Sal d'Es Trenc Kartoffel-Chips Paprika (Bio) | Penny Chips Paprika |
| Funny-Frisch Chipsfrisch Ungarisch | Norma: Pfiff Chips Paprika |
| Go Pure Classic Potato Chips Paprika (Bio-Kartoffelchips) | Lidl: Snack Day Chips Paprika |
| Edeka: Gut & Günstig Chips for Friends Paprika | Aldi Nord/ Süd: Sun Snacks Chips Paprika Style |
| Heimatgut Paprika Kartoffelchips (Bio-Kartoffelchips) | Trafo Paprika Potato Chips (Bio-Kartoffelchips) |
Dass Kartoffelchips nicht gerade einen gesunden Ruf haben, ist bekannt. Die Testergebnisse des Verbrauchermagazins zeigten jetzt aber, dass sie höchst ungesunde Inhaltsstoffe enthalten. Im Test wurden insgesamt 20 Packungen Kartoffelchips in der beliebten Geschmacksrichtung Paprika getestet, darunter sieben Bio-Produkte.
Chips im Öko-Test: Labor stellt Schadstoffe fest
Das Ergebnis: Viele der getesteten Kartoffelchips sind mit Schadstoffen belastet – besonders die Bio-Produkte schneiden überraschend schlecht ab. Das beauftragte Labor stellte folgende Schadstoffe in den Produkten fest:
- Acrylamid: Der Stoff hat sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen. Obwohl kein überprüftes Produkt acrylamidfrei ist, haben die konventionellen Hersteller das Problem besser im Griff. Sechs Bio-Marken enttäuschen. Manche Bio-Chips überschreiten sogar den derzeit geltenden EU-Richtwert für Kartoffelchips.
- Mineralölbestandteile: Im Labor ist man vor allem auf gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe gestoßen. Diese reichen sich im Körper an und stellen dort die wohl größte Verunreinigung dar. Drei Bio-Chipssorten enthalten zudem noch die problematischeren aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe, unter denen krebserregende Verbindungen sein können.
- Glycidyl-Fettsäureester: Diese wurden bei vier Bio-Produkten nachgewiesen. Das ist problematisch, weil sie im Körper in Glycidol umgewandelt werden können – Glycidol gilt als krebsverdächtig und erbgutschädigend.
- Glykoalkaloide: Nachgewiesene Glykoalkaloide wie Solanin oder Chaconin stecken meist in den grünen und ausgekeimten Teilen der Kartoffeln. In größeren Mengen können sie zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall führen.
- Pestizide: Um Kartoffeln gut und lange zu lagern, setzten konventionelle Betriebe jahrelang auf Keimhemmungsmittel wie Chlorpropham. Dieses Mittel ist in der EU mittlerweile verboten, da es als „vermutlich krebserregend“ eingestuft wurde. Dass das Mittel im Test dennoch nachgewiesen werden konnte, könnte daran liegen, dass Lager auch Jahre nach dem letzten Einsatz noch mit dem Mittel kontaminiert sein können.
- Quelle: Öko-Test
Bei einem anderen Test mit verschiedenen Biersorten wurden ebenfalls Schadstoffe festgestellt – zwei Produkte fielen sogar durch. Zu einem erschreckenden Ergebnis kam es bei einem Test mit Tiefkühl-Chicken-Nuggets.
Chips im Öko-Test: Nur ein Produkt mit Bestnote – besonders Bio-Chips enttäuschen
In sechs von sieben getesteten Bio-Chips-Marken wurde Acrylamid, Mineralölkohlenwasserstoffe und Glycidol nachgewiesen. Sie fielen mit „ungenügend“ komplett durch. Nur die Bio-Chips von Dennree schneiden mit Bestnote ab. Die Ergebnisse der konventionellen Kartoffelchips sehen hingegen besser aus. Sechs von 13 konventionellen Kartoffelchips erhalten die Note „gut“, darunter auch der Konsumenten-Liebling „Funny-Frisch Chipsfrisch Ungarisch“.
Schlechte Ergebnisse für Chips: Qualitätskontrollen sind laut Öko-Test verbesserungswürdig
Fazit: Knapp die Hälfte der getesteten Chipssorten enthalten so viele Schadstoffe, dass Öko-Test von einem Verzehr abrät. Zudem müssen in Sachen Qualitätskontrolle die Anbieter laut Öko-Test ordentlich nachbessern. Den vollständigen Kartoffelchips-Testbericht von Öko-Test gibt es kostenpflichtig hier.
Doch Chips-Liebhaber werden es bestätigen können: Häufig verspürt man einfach die Lust am Salzigen. Das kann Experten zufolge aber auch auf gesundheitliche Probleme wie Dehydration oder zu viel Stress hinweisen. Salz ist zwar wichtig, weil es zur Aufrechterhaltung zahlreicher Körperfunktionen beiträgt, aber ein zu hoher täglicher Salzkonsum kann das Risiko für Bluthochdruck und die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Daher verlangt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Vorschriften. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich nicht mehr als 6 Gramm Salz zu sich zu nehmen. (Vivian Werg)
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