Kurios bis futuristisch

Verborgene Schätze: Toyota enthüllt fünf geheime Automobil-Entwürfe

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Toyota hat ein spannendes Geheimnis gelüftet. Bisher unbekannte Autodesigns werden endlich gezeigt. Entdecken Sie die versteckten Konzepte der japanischen Marke.

Wenn eine der großen Automessen ansteht, haben die Hersteller in der Regel etwas ganz Besonderes in petto: Entweder Sie zeigen ein neues Auto oder geben mit einer neuen Studie einen Ausblick auf das, was uns in den kommenden Jahren erwartet. Doch nicht jeder Entwurf schafft es auf die Messen dieser Welt, wie fünf Entwürfe von Toyota.

Entworfen wurden die „Hidden Gems“, wie Toyota die Konzeptfahrzeuge nennt, von der CALTY Design Research-Einrichtung des Automobilherstellers in Kalifornien. Seither wurden sie gut versteckt. Bis jetzt: Die Japaner haben nämlich die Tür zu ihrem Tresor geöffnet und Bilder der fünf Studien veröffentlicht.

Future High Performance Concept: Toyota Studie kann Motor herausfahren

Die Zeitreise führt uns zurück bis in das Jahr 1989. Zu dieser Zeit „nahm das Calty-Team immer mehr Fahrt auf“, erklärt Toyota, die am meisten gesuchte Automarke. Es folgte eine radikale Designstudie auf die andere. Oftmals handelte es sich dabei um Sportwagen, so auch beim einzigartigen Future High Performance Concept.

Das Toyota Future High Performance Concept erinnert etwas an ein Bat-Mobil.

Auf Knopfdruck ließ sich der mittig montierte Motor aus dem Fahrzeug herausfahren, was für einen Kühleffekt während der Fahrt sorgte. Doch damit nicht genug: „Die Windschutzscheibe auf der Fahrerseite des Zweipersonenfahrzeugs konnte beim Parken vollständig geschlossen werden“, erklärt Toyota. Warum man dieses schnittige Konzept aber so lange im Verborgenen hielt, verraten die Japaner nicht.

Noch vor dem Prius: EV-Konzept bleibt namenlos

Mit dem Prius war Toyota einst einer der Vorreiter auf dem Feld der Elektromobilität. Inzwischen sind andere Hersteller an den Japanern vorbeigezogen, die auch noch am Verbrenner festhalten. Dabei hatte CATLY schon vor dem Prius ein Elektroauto-Konzept erarbeitet.

Noch vor dem Prius arbeitete Toyota an diesem Elektroauto für die Stadt.

Heraus kam ein leichtes Fahrzeug mit ausgezeichneten aerodynamischen Eigenschaften, das ein Maximum an Fahrleistung bietet. Der schnittige Zweitürer war laut Toyota ideal für kleine Familien. Gedacht war er vor allem für das Pendeln in der Stadt. Einen Namen bekam das Konzept jedoch leider nicht.

Scion NYC Concept: Kurioses Stadtauto mit Zaunsitzen

Im Jahr 2003 gründete Toyota die inzwischen eingestellte Marke Scion, ihre Zielgruppe waren vor allem junge Kunden. Für den Ableger ließen sich die CALTY-Designer im Jahr 2012 etwas sehr Besonderes einfallen: das Scion NYC Concept. Über die Optik lässt sich streiten, aber sie dürfte sicher nicht unschuldig daran sein, dass die Studie so lange geheimgehalten wurde.

Optisch erinner das Scion NYC Concept an eine Kruezung aus Spongbob Schwammkopf und Mr Krebs.

Das Konzeptauto zeichnete sich vor allem durch seine besondere Sitzposition aus. Diese erklärt Toyota wie folgt: „Im NYC Concept lehnten sich die Beifahrer in einer einzigartigen halb sitzenden/stehenden Position an eine Stütze, so wie sie sich an eine Wand oder einen Zaun lehnen würden, sodass sie nicht richtig sitzen, sondern fast aufrecht stehen und ihre Hüften gegen die Stützen drücken.“ Dadurch war der Fahrer auf Augenhöhe mit den Fußgängern, was den Blickkontakt in der Nähe von Fußwegen verbesserte. Offenbar war der Scion auch ein Raumwunder, so soll bei umgeklappter Rückbank ein Fahrrad Platz gehabt haben.

Konzeptautos der Extreme: Zehn spektakuläre Einzelstücke, die nie in Serie gingen

Das Renault Trezor Renault concept
Platz 10 – Renault Trezor Concept (2016): Auf dem Pariser Autosalon im Jahr 2016 präsentierte Renault einen echten Hingucker: Die futuristische Flunder Trezor Concept gab einen Ausblick, wie ein rein elektrischer Gran Turismo der Franzosen aussehen könnte. Highlight des Konzeptfahrzeugs waren fehlenden Türen – stattdessen öffnete sich zum Einstieg das Dach samt Motorhaube. Schon bei der Vorstellung war allerdings klar: Dieses Gefährt ist einfach zu außergewöhnlich, um jemals in Serie zu gehen. Schön anzuschauen ist es trotzdem. © CTK Photo/Imago
Ein Peugeot e-legend 2019
Platz 9 – Peugeot e-Legend (2018): Es muss nicht immer alles neu sein: Auf dem Pariser Autosalon 2018 zeigte Peugeot die Retro-Studie e-Legend. Beim Design ließen sich die Franzosen dabei vom 504 inspirieren – einem Modell, das Ende der 1960er-Jahre Premiere feierte. Während man bei der Gestaltung in die Vergangenheit schaute, warf man technisch einen Blick in die Zukunft: Das Fahrzeug war mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet und sollte zeigen, wie man sich autonome Fahrmodi vorstellt. So ließ sich beispielsweise das Lenkrad unter der Soundbar versenken. Dennoch: In Serie ging der e-Legend nicht. © Xinhua/Imago
VW Futura
Platz 8 – VW Futura (1989): Wenn es um ein Messe-Showcar geht, dann greifen Autodesigner gerne zu Flügeltüren – so wirkt auch ein verhältnismäßig unspektakuläres Fahrzeug zumindest einigermaßen aufregend. Auch der VW Futura wurde im Jahr 1989 für seinen Auftritt auf der IAA in Frankfurt damit ausstaffiert – wohl wissend, dass es diese aufwendige Technik höchstwahrscheinlich nicht in ein Serienmodell schafft. Sowohl die Flügeltüren als auch die gläserne Heckklappe ließen sich zudem abnehmen, wodurch der Wolfsburger zu einer Art T-Top-Cabrio wurde. Der Futura blieb ein Einzelstück, allerdings gab er schon mal einen kleinen Ausblick auf das Design des späteren VW Sharan. © VW
Der Audi urban concept
Platz 7 – Audi Urban Concept (2011): Bei Showcars hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie – im Falle von Audi sind die Fahrzeuge zumeist schon ein relativ konkreter Ausblick auf ein Serienauto. Nicht so beim Audi Urban Concept: Auf der IAA 2011 in Frankfurt zeigten die Ingolstädter das Schmalspurfahrzeug, in dem zwei Personen hintereinander Platz nehmen. Der dynamische Rennwagen-Look täuschte etwas über die bescheidene Motorisierung hinweg: Zwei Elektromotoren sollten 20 PS leisten. Dafür wog das Gefährt nur 480 Kilogramm – die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h, die Reichweite gab Audi mit rund 60 Kilometern an. Später wurde die Studie, die als reines Stadtmobil konzipiert war, auch noch als Spyder-Version gezeigt – in Serie gingen beide nicht. © Audi
Der BMW M1 Hommage
Platz 6 – BMW M1 Hommage (2008): Im Herbst 1978 begann BMW mit der Produktion des legendären Supersportwagens M1 – bis Ende 1981 wurden 460 Exemplare gebaut. Die 277 PS aus einem Reihensechszylinder klingen heute allerdings nicht mehr wirklich gewaltig. Umso mehr erinnert man sich noch immer an des keilförmige Design des Mittelmotorsportlers. BMW ließ die Legende im Jahr 2008 wieder aufleben: Auf dem Concorso d‘Eleganza am Comer See zeigten die Münchner den BMW M1 Hommage. Die extrem designte Studie in oranger Metallic-Lackierung ist ein echter Hingucker. In Serie ging die Retro-Flunder nicht – allerdings nahm das Design schon etwas von einem anderen Fahrzeug voraus: dem BMW i8, der ab dem Jahr 2013 gebaut wurde. © BMW
Das Opel Monza Concept
Platz 5 – Opel Monza Concept (2013): In Serienfahrzeug sind Flügeltüren eine echte Rarität – zumeist sieht man sie nur in Supersportwagen, denn die Technik ist aufwändig und anfällig. Ein Hingucker sind sie aber immer, weshalb sie sich perfekt für Messestudien eignen. Auch Opel entschied sich beim Monza Concept auf der IAA in Frankfurt 2013 dafür. Die Serien-Chancen für ein schickes Luxus-Coupé dieser Art aus dem Hause Opel waren aber von vorneherein gering. Es blieb bei dem einen Showcar. Wer heute einen Monza fahren will, muss sich deshalb auf die Suche nach einem Original machen, das ab Ende der 1970er-Jahre gebaut wurde. © YAY Images/Imago
Das Bugatti 16C Galibier Concept
Platz 4 – Bugatti 16C Galibier Concept (2009): Die Marke Bugatti kennt man heutzutage vor allem durch zwei Modelle: die Supersportwagen Veyron und Chiron – beide mit einem 16-Zylindermotor und einer Leistung von weit mehr als 1.000 PS ausgestattet. 2009 zeigte die Marke mit dem Bugatti 16C Galibier Concept jedoch ausgewählten Gästen, wie man sich eine Luxuslimousine der Franzosen vorstellen könnte. Die Öffentlichkeit bekam das Showcar dann auf dem Genfer Autosalon 2010 zu sehen. Wie der Zusatz „16C“ verrät, wäre auch die sportliche Limousine mit einem gewaltigen 16-Zylindermotor ausgestattet gewesen. Den Weg in die Serienfertigung – wenn man bei den geringen Stückzahlen der Marke überhaupt davon sprechen kann – fand der Galibier nicht. Umso exklusiver bleibt damit die Besonderheit des Konzeptautos: Auf dem Armaturenbrett des Wagens ist eine Tourbillon-Uhr von Parmigiani Fleurier verbaut – diese lässt sich aus der Halterung herausnehmen und als Armbanduhr tragen. © Uli Deck/dpa
Der Citroën Tubik
Platz 3 – Citroën Tubik (2011): Vans sind optisch eher unspannende Fahrzeuge, was mit ihrer naturgemäß meist kastenartigen Form zu tun hat. Dass man ein solches Fahrzeug aber auch durchaus außergewöhnlich gestalten kann, zeigte Citroën im Jahr 2011 auf der IAA in Frankfurt mit dem Tubik. Ob einem das Design – speziell der Front – gefällt, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Eine riesige Flügeltüre öffnet den Zugang zum loungeartigen Innenraum des Turik. Die Sitzgelegenheiten bieten maximale Variabilät – und lassen sich beispielsweise auch zu einem Bett umbauen. Ein Fahrzeug der Extreme, das ebenfalls ein Einzelstück blieb. © Sebastian Geisler/Imago
Ein BMW E1
Platz 2 – BMW E1 (1991): Es gibt immer wieder Konzeptfahrzeuge, die ihrer Zeit einfach zu weit voraus sind. Zu diesen gehört wohl auch der BMW E1, den die Münchner im Jahr 1991 auf der IAA in Frankfurt vorstellten. Ein kompaktes Elektrofahrzeug mit einer Länge von knapp 3,50 Metern, in dem vier Personen Platz finden sollen. Die Natrium-Schwefel-Batterie bot eine Kapazität von 20 kW und hätte unter günstigen Umständen für eine Reichweite von rund 200 Kilometern reichen sollen. Der 32 kW starke Elektromotor trieb BMW-typisch nur die Hinterräder an, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 120 km/h. 1993 stellte BMW eine zweite Version des E1 vor – diesmal mit einem Verbrennungsmotor. Doch weder die eine noch die andere Variante schafften es in die Serie – dennoch gilt der E1 so manchem als früher Vorläufer des i3, der ab 2013 produziert wurde. © BMW
Mercedes NAFA
Platz 1 – Mercedes Nafa (1982): Beim Anblick dieses Gefährts mag man an viele Hersteller denken – aber sicher nicht an Mercedes. Allerdings präsentierten die Schwaben im Jahr 1982 tatsächlich die Studie Nafa – eine Abkürzung für „Nahverkehrsfahrzeug“. Die kantige Kiste war gerade einmal 2,5 Meter lang und 1,5 Meter breit und hoch. Sie bot Platz für zwei Personen und war als minimalistisches Stadt-Mobil konzipiert. Das kuriose Gefährt blieb ein Einzelstück – und gilt dennoch als Ur-Vater von späteren City-Flitzern wie dem Smart oder der A-Klasse.  © Mercedes-Benz

Toyota X86D Concept: Heckpartie erinnert an einen Hot Rod

Auch das nächste Fahrzeug hat eine Beziehung zu der ehemaligen Tochtermarke. Der Scion FR-S (inzwischen Toyota GR86) inspirierte das CALTY-Team zu einer allradgetriebenen, viertürigen Shooting-Brake-Version des Sportwagens. Unter der Haube war der gleiche Vierzylinder verbaut.

Auch der X86D schaffte es nicht an die Öffentlichkeit.

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Auffallend ist vor allem das Heck der 2012 entstanden Konzeptstudie, die den Namen X86D erhielt. Diese hat vom Profil und vom Heck aus betrachtet ein Hot-Rod-ähnliches Aussehen. Nicht weniger spannend geht es im Innenraum zu: Dieser wurde in Anlehnung an das Cockpit eines Rennautos auf den Fahrer ausgerichtet. Leider gibt es hiervon keine Bilder.

Toyota Baby Lunar Cruiser: SUV für Mond-Missionen

Eine kleine Ausnahme gibt es in dieser Liste dann aber doch. Der Toyota Baby Lunar Cruiser wurde der Öffentlichkeit vor einigen Monaten bereits gezeigt. In der Liste der Japaner kommt die Studie aber dennoch vor. Inspiriert wurde das SUV für das Jahr 2030 dabei vom größeren Lunar Crusier. Optisch erinnert der Baby Lunar Cruiser aber vor allem an den Land Cruiser FJ40. Es ist sozusagen die Mond-Version.

Mit dem Toyota Baby Lunar Cruiser soll es auf Mond-Missionen gehen.

Und genau dafür ist er konzipiert. Der Baby Lunar Cruiser baut auf einer konzeptionellen Elektro-Plattform auf, bei der Motoren in den Rädern alle vier luftlosen Reifen antreiben. Gesteuert wird das Konzeptauto über einen Joystick im Innenraum. Zudem ist eine künstliche Intelligenz mit an Bord, die gefährliches Gelände erkennt, bevor der Fahrer es sieht.

Rubriklistenbild: © Toyota

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