VonStella Henrichschließen
Fieber, Schüttelfrost, Husten und Unwohlsein - inzwischen greift der Bürger bei diesen Symptomen bereitwillig selbst zum Corona-Schnelltest für zu Hause. Dabei gilt es bei der Lagerung der Tests einiges beachten.
München ‒ Seit 1. Juli sind die Bürgertests nicht mehr für alle kostenlos. Wer sich auf Corona testen will, greift wahrscheinlich zu den Schnelltests, die es in Apotheken, Supermärkten und Discountern massenhaft zu kaufen gibt. Nun weist das Bundesgesundheitsministerium (BGM) auf der Internetseite „zusammengegencorona.de“ auf die Hitzeempfindlichkeit von Corona-Test-Kits hin. Verbraucher sollten bei den gegenwärtig hohen Temperaturen darauf achten, dass die Selbsttests nicht in der prallen Sonne gelagert werden.
Wenn die Tests zum Beispiel zu heiß aufbewahrt werden, wo über 30 Grad Celsius herrschen, „steigt das Risiko für falsch-negative Testergebnisse“, so das BMG. Der Test zeige dann keinen zweiten Strich an, obwohl eine Infektion mit Corona vorliege, heißt es auf der Infoseite des Ministeriums dazu weiter. Aber auch zu kühl sollte es nicht sein. Nur wer den Antigen-Schnelltest zum Nachweis einer Infektion richtig lagert, erhält auch ein richtiges Ergebnis.
Corona-Schnelltests: Lagerung zwischen fünf und 30 Grad Celsius
Die Hersteller empfehlen nach Angaben des BMG daher eine Lagerung der Schnelltests zwischen fünf und 30 Grad. Der Einzelfall könne davon abweichen. Die Verbraucher sollten daher hierfür die Herstellerangaben in der Gebrauchsanweisung des Tests beachten. Abweichende Temperaturen während der Lagerung und Durchführung könnten das Testergebnis hingegen verfälschen. Denn dabei könne Wasser in der Testkartusche kondensieren, was zu einer erheblichen Einschränkung in der Testleistung führe.
Als besonders kritisch stuft das Ministerium zu hohe Temperaturen ein. Diese führten zu vermehrt falsch-negativen Resultaten. Von einer Lagerung im Kühlschrank rät die Verbraucherzentrale NRW aber ab. Werde es in der Wohnung sehr warm, könnten die Test-Kits in einem Schrank im kühlsten Raum oder im Keller aufbewahrt werden, raten die Verbraucherschützer. Darüber hinaus empfehlen sie, die Selbsttestung auf die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen und den Teststreifen währender Wartezeit - meist 15 Minuten - nicht in die Sonne zu legen.
Mit einem Selbst-Test kann man sich nicht „frei-testen“ und zum Beispiel eine angeordnete Quarantäne verlassen
Corona-Schnelltest: Negatives Test-Ergebnis gibt keine absolute Sicherheit
Wichtig bei den Schnell- und Selbsttests sei, dass es sich dabei immer um eine Momentaufnahme handele, betont das BGM. „Ein negatives Test-Ergebnis gibt keine absolute Sicherheit, dass man nicht mit dem Corona-Virus infiziert ist“. Mit einem Selbsttest könne man sich nicht „frei-testen“ und zum Beispiel eine angeordnete Quarantäne verlassen. Auch bei einem negativen Ergebnis müsse die AHA+L+A-Formel beachtet werden. Ebenso zeige ein Selbsttest nicht, ob man seine COVID-19-Erkrankung bereits überstanden habe.
- Die Coronavirus-Pandemie ist nicht vorbei. Das BGM warnt daher, sich mit der AHA+A+L-Formel zu schützen: Abstand wahren, auf Hygiene achten und – da, wo es im Alltag eng wird – eine Maske tragen. Zusätzlich sollten die Bürger im Alltag die Corona-Warn-App nutzen und in Innenräumen regelmäßig lüften.
Zwar sind die Corona-Beschränkungen weitgehend inzwischen hierzulande aufgehoben worden, die Bürger genießen den Sommer. Gleichzeitig steckt Deutschland mitten in einer Corona-Sommerwelle. Experten warnen daher vor einer hohen Dunkelziffer. So sei nicht davon auszugehen, dass sich viele Menschen bei einem positiven Schnelltest ohne zusätzlichen PCR-Test selbst isolierten.
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