Studienergebnisse

Corona: Omikron verbreitet sich durch ahnungslose Infizierte

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Die Ergebnisse einer Studie zum Coronavirus zeigen, dass viele Menschen unbewusst mit Omikron infiziert waren. Dies kann zur Ausbreitung beitragen.

Die aktuell in Deutschland vorherrschende Corona-Variante Omikron gilt zwar als harmloser, gleichzeitig soll sie jedoch auch ansteckender sein als ihre Vorgänger-Varianten. Dabei soll sie vor allem von Infizierten weitergegeben werden, die von ihrer Infektion gar nichts wissen und demnach symptomfrei sind. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung von Wissenschaftlern des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles.

Corona-Studie zeigt: Viele sind infiziert, ohne es zu wissen

Wissenschaftler einer Studie vermuten, dass ein geringes Infektionsbewusstsein zur schnellen Ausbreitung von Omikron beigetragen hat. (Symbolbild)

Für die Studie untersuchten die Forscher Versuchspersonen auf Antikörper, die nur nach einer Infektion nachgewiesen werden können. Dafür führten sie an 6.385 Patienten und Mitarbeitern der Klinik zwischen Herbst 2021 und Frühjahr 2022 zwei Bluttests durch. Die Forscher untersuchten, ob bei den Teilnehmern Antikörper gegen das Nucleokapsid-Protein gefunden werden konnten. Ausschließlich Personen, die bereits mit Corona infiziert waren, haben diese Antikörper. Geimpfte Menschen hingegen besitzen sie nicht. Für die Auswertung fokussierten sich die Wissenschaftler auf die Teilnehmer, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach mit Omikron infiziert hatten, da bei ihnen der Antikörper-Test nach der Omikron-Welle anschlug.

Demnach handelte es sich um 210 Teilnehmer zwischen 23 und 84 Jahren, die sich mit Omikron angesteckt hatten, wobei 94 Prozent (197 Personen) davon geimpft waren. Es gilt als nachgewiesen, dass die bisherigen Impfungen weniger gut vor einer Infektion mit Omikron schützen. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass 56 Prozent (118 Personen) der Teilnehmer und somit die Mehrheit der mit Omikron-Infizierten sich nicht bewusst darüber war, infiziert gewesen zu sein. Nur zehn Prozent (zwölf Personen) der 118 unbewusst Infizierten konnten sich überhaupt an Symptome erinnern. Diese brachten sie allerdings nicht mit einer Corona-Infektion in Zusammenhang. Zudem fand sich kein Unterschied zwischen geimpften und nicht geimpften Teilnehmern.

Corona: Omikron verbreitet sich durch ahnungslose Infizierte, laut Studie

Die Wissenschaftler der Studie vermuten, dass ein geringes Infektionsbewusstsein zur schnellen Ausbreitung von Omikron beigetragen hat. „Unsere Studienergebnisse belegen, dass nicht diagnostizierte Infektionen die Übertragung des Virus erhöhen können“, erklärt Erstautorin Sandy Y. Joung. Deshalb empfehlen die Forscher, sich nach dem Zusammentreffen in großen Gruppen oder bei leichten Symptomen testen zu lassen. Wer ein positives Test-Ergebnis hat, sollte sich umgehend in Isolation begeben. Auch Wiesn-Gänger sollten sich laut Experten aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr vor und nach dem Besuch auf dem Oktoberfest testen lassen. Außerdem sollten sie sich und andere durch weitere Corona-Maßnahmen vor einer Infektion schützen.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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