Wenn im Frühjahr die Nase läuft

Heuschnupfen oder doch Omikron: Experte erklärt, wie man die Symptome unterscheidet

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Der Hals kratzt, die Nase läuft und man fragt sich: Habe ich mir Omikron eingefangen oder ist es doch nur Heuschnupfen? So lassen sich die Symptome unterscheiden.

Die Fallzahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigen. Über Tage kommt es immer wieder zu Rekordwerten, während der Frühling in Deutschland die Temperaturen endlich nach oben treibt lässt. Omikron ist die vorherrschende Variante und zeigt sich gerne mit Erkältungssymptomen. Wer ein Kratzen im Hals spürt und wem die Nase läuft, denkt schnell an die Corona-Erkrankung.

Doch der Frühling ist auch die Zeit von Allergien und vor allem Heuschnupfen. Für den Laien können die Erkältungssymptome beider Beschwerden leicht zu verwechseln sein. Ein Experte gibt Tipps, wie man das eine vom anderen unterscheidet.

Omikron oder Heuschnupfen? Mit Delta war der Unterschied eindeutiger

Der Frühling ist auch die Zeit des Heuschnupfens. Seine Symptome können leicht mit einer Omikron-Variante verwechselt werden. (Symbolbild)

Bevor Omikron die dominierende Variante war, ließ sich eine Corona-Erkrankung relativ leicht von Heuschnupfen unterscheiden. Dass sich Schnupfensymptome unter die beginnende Krankheit mischten, war bei dieser Corona-Mutation relativ selten. Bei Omikron zählt eine laufende Nase jedoch mitunter zu den häufigsten Symptomen, erklärt Medizinjournalist Dr. Christoph Specht gegenüber RTL: „Bei Delta war es relativ einfach, weil die laufende Nase relativ selten vorkam. Das ist bei einer Infektion mit Omikron ganz anders, da kommt ein Schnupfen sehr häufig vor und ist sogar eines der häufigsten Omikron-Symptome überhaupt.“

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Die zehn häufigsten Allergien: Heuschnupfen, Glutenunverträglichkeit bis zu Duftstoff- und Sonnenallergie

Bei einer Pollenallergie reagieren Betroffene mit typischen Symptomen wie Niesen, Schnupfen, brennende und tränende Augen, Husten sowie Atemwegsbeschwerden.
Heuschnupfen oder allgemein Pollenallergie zählt zu den häufigsten Allergien. Die Symptome bei Heuschnupfen werden durch Blütenpollen verschiedener Pflanzen, Getreide und Gräser wie Birke, Erle, Beifuß, Spitzwegerich, Akazie, Ampfer sowie Roggen hervorgerufen. (Symbolbild) © North Rhine Westphalia/Imago
Nicht nur Katzen, auch beispielsweise Pferde, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen und sogar Ziegen können bei sensiblen Menschen allergische Symptome verursachen. Es sind nicht die Haare selbst, sondern bestimmte Eiweiße im Speichel, Schweiß, Talg, Urin, Kot oder in den Hautschuppen der Tiere – sogenannte Allergene – die Ursache für die allergischen Reaktionen beim Menschen.
Intensives Schmusen beispielsweise mit Katzen ist für Menschen mit empfindlichem Immunsystem beschwerdefrei nicht möglich. Selbst, wenn Katzen nicht vor Ort oder in einem Raum sind, aber ihre Haare bzw. Allergene hinterlassen haben, können Menschen mit Tierhaarallergie starke Symptomen wie Niesen und Husten zeigen. Die Überreaktion auf Tierallergene gehört nach Hauschnupfen zu den häufigsten Allergien. (Symbolbild) © Evgenia Sunegina/Imago
Eine Hausstaubmilbenallergie wird im Volksmund auch fälschlicherweise Hausstauballergie genannt. Dabei ist es nicht der Staub, der die Allergie bei Menschen auslösen kann, vielmehr der Kot der Hausstaubmilbe im Staub. Typische Reaktionen darauf sind dann rote Augen, Dauerschnupfen und ständiges Niesen – Vor allem nachts und morgens nach dem Aufstehen treten die Beschwerden auf, die sich nur schwer von anderen Allergien wie Heuschnupfen oder einer Erkältung unterscheiden.
Tränende Augen und Niesen am Morgen im Bett – wenn es kein Infekt ist, könnten Sie möglicherweise auf Hausstaubmilben bzw. deren Kot allergisch reagieren. Milben leben bevorzugt in Betten, da sie sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen ernähren. Grund für die allergische Reaktion bei Menschen sind Eiweiße, die sich im Körper der Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen befinden. Gelangen diese über die Luft in die menschlichen Schleimhäute, kann es zu den typischen Symptomen wie Schnupfen, tränende Augen und Niesen kommen. Hausstaubmilben gehören neben Pollen und Nahrungsmitteln zu den häufigsten Allergieauslösern. (Symbolbild) © leungchopan/Imago
Betroffene Hautpartien bei einer Sonnenallergie sind vor allem die Arme und Beine sowie Schultern, das Dekolleté, der Nacken und das Gesicht.
An einer Sonnenallergie leiden mehr als zehn Prozent der Mitteleuropäer – am häufigsten ist die sogenannte „Polymorphe Lichtdermatose“. Die Symptome können sich sehr unterschiedlich äußern, das heißt sind polymorph. Typisch für eine allergische Reaktion nach Sonneneinstrahlung sind Rötungen, Jucken, Schwellungen, Pusteln, Quaddeln und Bläschen. Betroffen sind hiervon vor allem die Schultern, Arme und Beine, das Dekolleté, der Nacken und das Gesicht. Aber auch die Hautflächen, die den Sonnenstrahlen aufgrund von Kleidung nicht direkt ausgesetzt sind, können Hautreaktionen aufweisen. (Symbolbild) © Christine Langer-Püschel/Imago
In der Regel handelt es sich bei einer Duftstoff- und Kosmetikallergie um eine Allergie des Typs IV, auch „Spättyp“ genannt. Wie der Name verrät, treten die Reaktionen also nicht sofort nach Kontakt mit dem Allergen auf, sondern erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.
Den Lieblingsduft auflegen – und man fühlt sich gleich wohler. Doch was tun Menschen, die auf Parfum und Duftstoffe plötzlich mit starkem Jucken, Ausschlag und Exzemen reagieren? Möglicherweise liegt dann eine Duftstoffallergie vor, die vielen Betroffenen nicht bekannt sind – und das, obwohl die Duftstoff- und Kosmetikallergie zu den verbreitesten Kontaktallergien gehört. Das Ausmaß der Allergie hängt häufig von spezifischen Duftstoffen, deren Rezeptur und Dosierung ab. (Symbolbild) © Arne Trautmann/Imago
Gesunden Menschen fehlt das körpereigene Enzym Laktase, um im Dünndarm Milchzucker aufzuspalten und ihn so über das Blut aufnehmen zu können.
Menschen, die auf Milchzucker mit Beschwerden reagieren, trinken ihren Kaffee am liebsten schwarz oder mit der mittlerweile allseits beliebten Hafermilch. Symptome nach dem Genuss von Kuhmilch sind häufig Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen sowie kalter Schweiß. Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland sind von einer Laktoseintoleranz betroffen. Eine echte Laktoseallergie kommt sehr selten vor. (Symbolbild) © Thomas Trutschel/photothek.de/Imago
Symptome bei einer Glutenunverträglichkeit sind Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe sowie Darmblutungen mit zum Teil Blut im Stuhl.
Frisch duftendes Brot vom Bäcker, wie herrlich. Doch Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Glutenallergie (Zöliakie) müssen es meiden. Das in Getreiden wie Weizen enthaltene Gluten löst bei ihnen eine entzündliche Reaktion aus, da sich die Antikörper gegen den eigenen Körper richten. In der Folge bilden sich die Darmzotten zurück. Durch die verringerte Oberfläche können Nährstoffe nicht mehr so gut aufgenommen werden und eine Mangelernährung droht. Symptome sind Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe sowie Darmblutungen mit zum Teil Blut im Stuhl. (Symbolbild) © Fleig / Eibner-Pressefoto/Imago
Die Erdnuss gehört wie Soja, Bohnen, Linsen und Erbsen zu den Hülsenfrüchten. Allergiker müssen daher nicht zwangsläufig auf alle Nüsse verzichten, wenn keine Kreuzallergie vorliegt.
„Kann Spuren von Nüssen enthalten.“ – Ein Hinweis, den man häufig auf dem Etikett von Süßspeisen und Aufstrichen lesen kann. Er ist besonders wichtig für Menschen mit einer Erdnussallergie, da der Verzehr von Erdnüssen durch eine Schwellung der Atemwege im akuten Fall lebensbedrohlich werden kann. So gehört in den westlichen Ländern die Erdnussallergie nicht nur zu den am meistverbreiteten Nahrungsmittelallergien – Erdnüsse sind Ursache für die meisten Todesfälle im Bereich der Nahrungsmittelallergien. (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/Imago
In Deutschland sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen von einer Apfelallergie betroffen.
Herzhaft in einen saftigen Apfel beißen, lecker! Für Menschen mit einer Apfelallergie weniger verführerisch. Denn sie reagieren beim Verzehr mit einem sogenannten oralen Allergiesyndrom (kurz OAS). Eine Person, die von einer Apfelallergie betroffen ist, kann bereits mit dem Verzehr des Obstes Symptome wie Brennen in Mund und Rachen, pelzige Zunge und angeschwollene Lippen entwickeln. In Deutschland sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen von einer Apfelallergie betroffen. (Symbolbild)  © Sunsi Albets/Imago
Häufig halten die Symptome länger als 24 Stunden an und werden von Frösteln und einem allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet. Im schlimmsten Fall droht sogar ein anaphylaktischer Schock, der lebensbedrohlich sein kann.
So schön der Anblick einer Biene auf der Blume auch sein mag, Menschen mit einer Insektengiftallergie halten hier lieber Abstand. Sie reagieren bei einem Stich häufig nicht nur mit einer allergischen Reaktion wie Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen der Haut rund um die Einstichstelle – im schlimmsten Fall kann es zu einem Allergieschock kommen und es besteht Lebensgefahr. (Symbolbild) © fotogroupmedia/Imago

Diejenigen, die schon des Öfteren Heuschnupfen hatten, kann Dr. Specht beruhigen. Sie dürften auch bei Omikron durchaus den Unterschied zwischen einer Erkrankung und einer allergischen Reaktion erkennen können. Wer selten oder gar noch nie Heuschnupfen hatte, der könne eventuell ins Zweifeln kommen, so der Medizinjournalist.

Heuschnupfen oder doch Omikron-Symptome? Experte erklärt den Unterschied

Um den Unterschied zwischen Heuschnupfen und einer Omikron-Erkrankung erkennen zu können, muss man auf bestimmte Symptome achten, erklärt Dr. Specht: „Bei der Allergie zum Beispiel gibt es zwei Sachen, die häufig vorkommen, die aber bei Omikron so gut wie nie vorkommen: brennende Augen und das Jucken im Gaumen.“

Auch umgekehrt gibt es Symptome nach einer Ansteckung mit Omikron, die nur selten bei Heuschnupfen vorkommen. Wer sich schlapp fühlt, ständig müde ist, keinen Antrieb hat oder gar Gliederschmerzen hat, leidet in der Regel nicht nur an Heuschnupfen, so Dr. Specht. Diese Symptome sprächen deutlich eher für Omikron.

SymptomeHäufigkeit bei OmikronHäufigkeit bei Heuschnupfen
Brennende AugenSehr seltenOft
Jucken im GaumenSehr seltenOft
Schlappheit und ständige MüdigkeitOftSelten
GliederschmerzenManchmalSelten
Husten und Kratzen im HalsManchmalManchmal
FieberSeltenFast nie

Vorsicht bei diesem Symptom: Husten kann sowohl bei Omikron als auch Heuschnupfen vorkommen

Da Omikron eher die oberen Atemwege befällt als die Lunge selbst, kann es ein Kratzen im Hals verursachen, das so auch bei Allergien beziehungsweise beim Heuschnupfen auftreten kann. Hier ist also nicht eindeutig zuzuordnen, ob es sich um Heuschnupfen oder um Omikron handelt, die einen Husten verursachen, meint Dr. Specht.

Ein Symptom, das zwar auch bei Omikron relativ selten auftritt, schließt Heuschnupfen jedoch quasi aus. Wer Fieber hat, der leidet mutmaßlich an mehr als nur an einer Allergie, wenngleich Fieber auch hier sehr selten auftritt. Wer sich unsicher ist, kann immer noch zum Schnelltest greifen. Sind Schnelltest und PCR-Test beide positiv, kann man sich sicher sein, dass es sich nicht doch nur um Heuschnupfen handelt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Iordache Magdalena/imago

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