„Wird leider von den Herstellern zum Teil beschränkt“: ADAC beklagt fehlenden Daten-Zugriff bei Pannen-Autos
VonSebastian Oppenheimer
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Bei einer Auto-Panne hilft oft der ADAC. Doch manchmal ist die Diagnose schwierig: Laut dem Automobilclub liegt das auch daran, dass Hersteller teils den Daten-Zugriff beschränken.
Zumindest gefühlt, streikt das Auto immer genau dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Passiert die Panne auf einer viel befahrenen Straße, hat immer zunächst die Sicherheit Vorrang: Schon vor dem Aussteigen sollten die Insassen Warnwesten anlegen, anschließend sollte das Warndreieck aufgestellt werden. Dann gilt es, Hilfe zu organisieren. In vielen Fällen wird ein Automobilclub angerufen – beispielsweise der ADAC. Doch die „gelben Engel“ können offensichtlich nicht immer so gut helfen, wie es vielleicht möglich wäre.
„Statt analoger Tankuhren gibt es heute viel Technik mit Elektronik, die störanfällig ist“
In diesem Jahr feiert der ADAC das 70-jährige Bestehen der Straßenwacht. Zu diesem Anlass hat der Leiter der Pannenhilfe, Thomas Reynartz, in einem Interview zurückgeblickt und auch die aktuelle Situation der „gelben Engel“ beleuchtet. Wie er erklärt, könne man nicht sagen, dass die Fahrzeuge durchgängig technisch besser und insgesamt weniger pannenanfällig geworden seien. „Statt analoger Tankuhren gibt es heute viel Technik mit Elektronik, die störanfällig ist“, so Reynartz. Auf die Frage, ob die Helfer des Automobilclubs manchmal an ihre Grenzen stoßen würden, weil die Autos immer komplizierter werden würden, antwortet er: „Ganz klar. Das liegt auch daran, dass die Hersteller uns nicht die Möglichkeit geben, alles zu tun, was nötig wäre.“ Speziell, wenn es um Fahrzeugdaten gehe, die man für die Diagnose von Fehlern benötige.
Laut dem Leiter der ADAC-Pannenhilfe ist das Auslesen von Fehlercodes teils gar nicht möglich
Um eine Fehlerdiagnose machen zu können, müsse man auf viele Daten zugreifen. Doch man habe eben nicht auf alle Daten Zugriff. „Das wird leider von den Herstellern zum Teil beschränkt.“ Bei neuen Fahrzeuge ließen manche Hersteller die ADAC-Helfer gar nicht auf ihre Daten zugreifen. „Da können wir keine Fehlercodes auslesen, da das Diagnosegerät sagt, dass es keinen Datenzugriff hat.“ Möglicherweise werde der Zugriff teils blockiert, um das Auto schützen, sagt Reynartz. Oder aber auch, um erst selbst einmal festzustellen, welche Fehler auftreten. Damit versuchen die Hersteller laut dem Leiter der Pannenhilfe auch, die Autobesitzer in ihre eigenen Werkstätten zu lotsen.
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