Schritt im Kampf gegen Alzheimer

Alzheimer-Medikament Leqembi hemmt den Fortschritt der Krankheit: Für wen es geeignet ist

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Der Wirkstoff Lecanemab gilt als neuer Hoffnungsträger in der Behandlung von Alzheimer. In den USA ist bereits ein Medikament auf dem Markt, in Deutschland (noch) nicht.

Alzheimer ist die am häufigsten vorkommende Form von Demenz. Typisches Symptom ist Vergesslichkeit. Meist beginnt alles ganz unscheinbar: Der Autoschlüssel geht verloren oder beim Einkaufen landen nicht die üblichen Lebensmittel im Korb. Im Verlauf verschlechtert sich die geistige Fitness, kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität, Orientierung oder Vorstellungskraft verschwinden immer mehr. In späteren Stadien verlieren Betroffene Fertigkeiten, die sie einst erworben haben. Sogar die eigenen Nachkommen werden nicht mehr erkannt.

Aktuell existieren keine Heilungsmöglichkeiten, jedoch kann der Krankheitsverlauf mit medikamentöser Therapie verlangsamt werden. Ein neues vielversprechendes Medikament gegen Alzheimer ist Leqembi, das den Wirkstoff Lecanemab enthält.

Lecanemab verlangsamt geistigen Abbau um 27 Prozent

Wie die Alzheimer Forschung Initiative informiert, wirkt Lecanemab auf Grundlage einer passiven Immunisierung. Es handele sich um einen Antikörper, der sich gegen ein Ziel richte. Dieses ist im Fall der Alzheimer-Krankheit das Eiweiß Beta-Amyloid. Aus diesem bestehen die Ablagerungen im Gehirn, die mit der Zerstörung der Nervenzellen und den damit einhergehenden typischen Alzheimer-Symptomen in Verbindung gebracht werden, heißt es weiter vonseiten der Alzheimer Forschung Initiative.

Vergesslichkeit ist ein typisches Alzheimer-Symptom. Betroffenen helfen unter anderem Erinnerungen in Form von Post-its.

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In den USA ist das Medikament Leqembi mit dem Wirkstoff Lecanemab seit Juli 2023 zugelassen. Grund dafür waren vielversprechende Ergebnisse im Rahmen der Zulassungsstudien. So zeigte sich, dass das Medikament den Abbau der Ablagerungen aus Beta-Amyloid im Gehirn von Alzheimer-Kranken förderte. Im Frühstadium der Krankheit konnte das Mittel Lecanemab den geistigen Abbau so im Durchschnitt um 27 Prozent verlangsamen, berichtete das ZDF. Damit ist Lecanemab der erste Wirkstoff, bei dem eine Verzögerung fortschreitender Demenz klinisch bestätigt wurde.

Wann ist Alzheimer-Medikament Leqembi in Deutschland erhältlich?

Allerdings kann das Präparat nicht bei jedem Alzheimer-Patienten Anwendung finden. Der Wirkstoff richtet sich ausschließlich an Erkrankte in einem frühen Krankheitsstadium, die bislang nur geringe Einbußen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit haben, heißt es vonseiten der Alzheimer Forschung Initiative.

In Europa ist Leqembi bislang noch nicht zugelassen. Wie der Spiegel berichtet, wird eine Zulassung in der EU, Großbritannien, Japan und China nach Angaben des Herstellers Eisai derzeit noch geprüft. Eine Entscheidung könnte noch im Jahr 2023 fallen, so eine Information der Alzheimer Forschung Initiative.

Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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