Alzheimer-Medikament Leqembi hemmt den Fortschritt der Krankheit: Für wen es geeignet ist
VonJuliane Gutmann
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Der Wirkstoff Lecanemab gilt als neuer Hoffnungsträger in der Behandlung von Alzheimer. In den USA ist bereits ein Medikament auf dem Markt, in Deutschland (noch) nicht.
Alzheimer ist die am häufigsten vorkommende Form von Demenz. Typisches Symptom ist Vergesslichkeit. Meist beginnt alles ganz unscheinbar: Der Autoschlüssel geht verloren oder beim Einkaufen landen nicht die üblichen Lebensmittel im Korb. Im Verlauf verschlechtert sich die geistige Fitness, kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität, Orientierung oder Vorstellungskraft verschwinden immer mehr. In späteren Stadien verlieren Betroffene Fertigkeiten, die sie einst erworben haben. Sogar die eigenen Nachkommen werden nicht mehr erkannt.
Aktuell existieren keine Heilungsmöglichkeiten, jedoch kann der Krankheitsverlauf mit medikamentöser Therapie verlangsamt werden. Ein neues vielversprechendes Medikament gegen Alzheimer ist Leqembi, das den Wirkstoff Lecanemab enthält.
Lecanemab verlangsamt geistigen Abbau um 27 Prozent
Wie die Alzheimer Forschung Initiative informiert, wirkt Lecanemab auf Grundlage einer passiven Immunisierung. Es handele sich um einen Antikörper, der sich gegen ein Ziel richte. Dieses ist im Fall der Alzheimer-Krankheit das Eiweiß Beta-Amyloid. Aus diesem bestehen die Ablagerungen im Gehirn, die mit der Zerstörung der Nervenzellen und den damit einhergehenden typischen Alzheimer-Symptomen in Verbindung gebracht werden, heißt es weiter vonseiten der Alzheimer Forschung Initiative.
In den USA ist das Medikament Leqembi mit dem Wirkstoff Lecanemab seit Juli 2023 zugelassen. Grund dafür waren vielversprechende Ergebnisse im Rahmen der Zulassungsstudien. So zeigte sich, dass das Medikament den Abbau der Ablagerungen aus Beta-Amyloid im Gehirn von Alzheimer-Kranken förderte. Im Frühstadium der Krankheit konnte das Mittel Lecanemab den geistigen Abbau so im Durchschnitt um 27 Prozent verlangsamen, berichtete das ZDF. Damit ist Lecanemab der erste Wirkstoff, bei dem eine Verzögerung fortschreitender Demenz klinisch bestätigt wurde.
Wann ist Alzheimer-Medikament Leqembi in Deutschland erhältlich?
Allerdings kann das Präparat nicht bei jedem Alzheimer-Patienten Anwendung finden. Der Wirkstoff richtet sich ausschließlich an Erkrankte in einem frühen Krankheitsstadium, die bislang nur geringe Einbußen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit haben, heißt es vonseiten der Alzheimer Forschung Initiative.
In Europa ist Leqembi bislang noch nicht zugelassen. Wie der Spiegel berichtet, wird eine Zulassung in der EU, Großbritannien, Japan und China nach Angaben des Herstellers Eisai derzeit noch geprüft. Eine Entscheidung könnte noch im Jahr 2023 fallen, so eine Information der Alzheimer Forschung Initiative.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.