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Eiscreme bei Demenz: Wie die Süßigkeit Kranken helfen kann, erklärt eine Pflege-Expertin

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Unsicherheit und Ängste führen bei Demenz-Patienten nicht selten zu Wut und Frustration. Eiscreme kann in solchen Fällen genau das richtige Mittel sein.

Sie pflegen einen an Alzheimer erkrankten Angehörigen? Die häufigste Demenzform führt in fortgeschrittenem Stadium zu enormen Einbußen. Die Betroffenen verlieren immer mehr die Erinnerung an ihr früheres Leben. Im Extremfall werden sogar die eigenen Kinder nicht mehr erkannt. Oftmals reagieren Demenzkranke mit Frustration, Wut und Ärger, wenn sie Situationen als überfordernd empfinden. Das wiederum kann Pflegende – vor allem unerfahrene Personen – vor große Herausforderungen stellen.

Luciana Cramer, Erzieherin und Pflegespezialistin, gibt Tipps, wie Sie sich im Umgang mit Demenzkranken richtig verhalten. In einer Ausgabe der Publikation Caregiver, die von der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation Alzheimer‘s Association herausgegeben wird, gibt sie hilfreiche Tipps. Auch Speise-Eis könne sinnvoll in der Pflege sein, so Cramer.

Wut und Ärger liegt bei Demenzkranken häufig an Überforderung

Der Beitrag mit dem Überschrift „Die Kraft der Eiscreme“ zeigt auf, wie hilfreich die Erinnerung an zurückliegende, unbeschwerte Tage für Alzheimer-Kranke sein kann.

Einmal Joghurt und einmal Mango in der Waffel bitte: Sie kennen das Lieblingseis eines Alzheimer-Patienten? Dann nichts wie los – ab in den Supermarkt oder zur Eisdiele, rät eine Pflege-Expertin.

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„Wenn eine Person mit Demenz frustriert ist, kann sie wütend werden, sich aufregen oder weinen, oder sie läuft in der Wohnung herum und durchwühlt Schubladen und Schränke. (...) Menschen mit Demenz können ihre Reaktionen auf Frustrationsgefühle nicht kontrollieren“, erklärt die Pflege-Expertin Luciana Cramer in ihrem Beitrag.

Diese Gefühle kämen häufig deshalb zustande, weil der oder die Demenzkranke mit alltäglichen Aufgaben überfordert ist. Das sind auch Dinge, die in der Vergangenheit als schön empfunden wurden, etwa ein Mittagessen mit der Familie, Kuchenbacken oder das Planen eines Ausflugs. Weil Demenzkranke nicht in der Lage sind, sich selbst zu beruhigen und Methoden zur Entspannung selbstverantwortlich anzuwenden, müssen das die Betreuer übernehmen.

Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago

„Eis bringt Menschen mit Demenz in glücklichere Zeiten, wärmere Zeiten zurück“

„Ihre Hilfe wird benötigt, um die Frustration zu mildern und eine demenzkranke Person in einen beruhigten und entspannten Zustand zu führen“, so der Hinweis von Luciana Cramer. „Sagen Sie aufrichtig beruhigende Worte wie ‚Alles ist in Ordnung‘, ‚Ich bin hier bei dir, ich werde dir helfen, ich liebe dich‘. (...) Die Beruhigung durch einen geliebten Menschen ist ein sehr starker Balsam bei Demenz“, so die Tipps von der Pflege-Expertin.

Eiscreme darf ihr zufolge auch nicht fehlen: „Eis bringt Menschen mit Demenz in glücklichere Zeiten, wärmere Zeiten zurück, als die Leckerei mit Freunden und geliebten Menschen bei besonderen, freudigen Anlässen geteilt wurde. Speiseeis hat die Fähigkeit, sofort beruhigende Gefühle auszulösen, schon beim ersten Geschmack eines einzigen Löffels. Es löscht alle negativen Gefühle aus, die mit der Frustration verbunden sind, und stimuliert die Genussrezeptoren im Gehirn“, so die Pflege-Expertin Cramer weiter in ihrem Beitrag, der von der Alzheimer‘s Association veröffentlicht wurde.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Arnulf Stoffel/Imago

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