Reform des Postgesetzes

Briefe bald deutlich teurer? Post plant Zwei-Klassen-Zustellung

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Gut Ding will Eile haben – und das kostet bald. Die Deutsche Post plant eine Zwei-Klassen-Zustellung. Dringendere Sendungen sollen dann teurer werden.

Kassel – Im Zuge der Warnstreiks kam die Post bei dem einen oder anderen womöglich etwas später an als gewohnt. Das könnte für viele Empfängerinnen und Empfänger künftig häufiger passieren – zumindest, sofern sie nicht bereit sind, für ihre Briefsendungen tiefer in die Tasche zu greifen.

Medienberichten zufolge erwägt die Deutsche Post, ihr Briefsystem auf die sogenannte Zwei-Klassen-Briefzustellung umzustellen. Wer seine Sendung zügiger in den Händen halten möchte, muss mehr für die Auslieferung zahlen. Das Prinzip ist nicht neu: Versandhändler, wie etwa Amazon und Co., liefern schon lange ihre Ware standesmäßig oder per teureren Express-Versand aus.

Eine Briefträgerin der Deutschen Post fährt auf ihrem Postfahrrad.

Zwei-Klassen-Zustellung der Deutschen Post: Verbraucher soll über das Tempo entscheiden

Ähnlich sollen künftig auch die Briefe von der Deutschen Post auf die Reise geschickt werden. „Der Verbraucher kann sich entscheiden, mit welchem Tempo sein Brief transportiert wird“, sagte der Konzern-Personalvorstand Thomas Ogilvie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Prinzip der Zwei-Klassen-Briefzustellung gebe es bereits in vielen europäischen Ländern. „Im Sinne der Angebotspalette halte ich das für einen guten Schritt“, so Ogilvie.

Derzeitige Kosten für Briefsendungen:

FormatePreise
Standard (bis 20 Gramm)0,85 Euro
Kompakt (bis 50 Gramm)1,00 Euro
Groß (bis 500 Gramm)1,60 Euro
Maxi (bis 1000 Gramm)2,75 Euro
Quelle: Deutsche Post

Ehe das neue Verfahren der Briefzustellung in Kraft treten kann, bedarf es allerdings eine Änderung der rechtlichen Grundlage. Denn nach bisherigen Postgesetz müssen 80 Prozent der Briefe binnen eines Tages von der Post zugestellt werden. Die Bundesregierung ziehe aber eine Reform des Postgesetzes in Betracht. „Es gibt Briefe, die sind dringend und müssen gesichert am nächsten Tag ankommen“, sagte die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Franziska Brantner (Grüne), der Süddeutschen Zeitung.

Auch der Umwelt zuliebe: Wirtschaftsministerium begrüßt Zwei-Klassen-Zustellung der Post

Eine Änderung bei der Briefzustellung sei auch im Sinne des Klimas. Denn dann könnte ein Großteil der Briefsendungen mit der Bahn transportiert werden, anstatt mit den zwar schnelleren, aber „umweltschädliche Frachtflüge“, so die Grünen-Politikerin Brantner weiter. Bereits im Herbst 2022 gab es bei der Deutschen Post eine Änderung im Sinne der Umwelt.

Die Briefzustellung von sechs auf fünf Tage in der Woche zu reduzieren, was in der Vergangenheit im Zuge der Reform des Postgesetzes ebenfalls diskutiert wurde, käme indes nicht infrage, stellte Post-Vorstandschef Ogilvie klar. Wie viel eine Briefsendung der „ersten Klasse“ künftig dann kosten werde, ist derzeit noch unklar. (rku)

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Symbolbild

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