VonJasmina Deshmehschließen
Zecken kommen in Deutschland mittlerweile das ganze Jahr vor. Mit Folgen, denn die Parasiten können FSME übertragen. Das Risiko besteht bundesweit.
Das letzte Jahr war laut Deutschem Wetterdienst ein Rekordjahr, was die Temperaturen betrifft. Noch nie, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, war es so warm. Das führt dazu, dass Zecken nahezu das ganze Jahr aktiv sind. Eine Gefahr für den Menschen, denn die kleinen Blutsauger können unter anderem die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Mittlerweile besteht das Risiko in allen Bundesländern, warnen Experten.
FSME: Krankheit mit möglichen schweren Folgen
Damit Zecken aus der Winterstarre erwachen, müssen die Temperaturen an mehreren Tagen hintereinander die fünf bis sieben Grad-Marke überschreiten. Durch das milde Wetter der letzten Wochen sind die kleinen Blutsauger bereits aktiv. Ein Risiko für den Menschen, denn Zecken können Überträger der FSME sein. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems.
Ein Großteil der Infizierten bleibt laut Bundeszentrale für gesellschaftliche Aufklärung nach dem Stich einer infizierten Zecke beschwerdefrei. Bei einem kleinen Teil kommt es allerdings zu Komplikationen oder Folgeschäden. In sehr seltenen Fällen verläuft die FSME sogar tödlich.
FSME: Das sind mögliche Krankheitszeichen
Erste Symptome einer FSME-Infektion sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) unspezifische grippeähnliche Beschwerden, wie:
- Allgemeines Krankheitsgefühl
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
Ein Teil der Erkrankten entwickelt außerdem rund eine Woche nach dem Zeckenstich eine Entzündung der Hirnhäute, eine sogenannte Meningoenzephalitis. Auch eine Entzündung des Rückenmarks ist möglich. Begleitet werden diese von erneutem Fieber, Übelkeit, Erbrechen und neurologischen Ausfällen. Dabei kann es zu Lähmungserscheinungen, Schluck- und Sprachstörungen sowie Atemlähmungen und starker Schläfrigkeit kommen. Besonders bei Erwachsenen können die Symptome lange bestehen bleiben. Eine vollständige Heilung ist aber auch bei schweren Verläufen möglich. Circa ein Prozent der Erkrankten überlebt die FSME hingegen nicht.
FSME-Gefahr mittlerweile fast in ganz Deutschland
Die Ansteckung mit FSME erfolgt in den meisten Fällen durch Zeckenstiche, in sehr seltenen Fällen auch durch verunreinigte Lebensmittel wie etwa Rohmilchkäse. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. FSME-Infektionen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Besonders viele Fälle treten jährlich in Bayern und Baden-Württemberg auf. Zecken-Experten warnen aber davor, dass mittlerweile bundesweit mit einem FSME-Risiko zu rechnen ist. Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim :„Ganz Deutschland ist ein Endemie-Gebiet für FSME geworden, mit deutlichen regionalen Unterschieden“. So finden Forscher immer wieder sogenannte „Naturherde“, räumlich begrenzte Gebiete mit Zecken, die FSME-Erreger in sich tragen.
Zeckenbisse: so kann man sich schützen
Die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor FSME ist, einen Zeckenstich zu vermeiden. Entgegen häufiger Annahmen halten sich Zecken nicht auf Bäumen, sondern bevorzugt im hohen Gras, in Büschen und Sträuchern auf. Bei Wanderungen oder Spaziergängen in der Natur sind deshalb lange Hosen und Shirts, festes Schuhwerk und Socken (über den Hosenbeinen) zu empfehlen. In Drogerien, Supermärkten und Apotheken gibt es auch Sprays mit Anti-Zecken-Wirkstoffen.
Nach dem Aufenthalt im Freien ist es sinnvoll, den Körper nach Zecken abzusuchen und diese im Falle eines Stiches schnellstmöglich zu entfernen. Wichtig ist dabei, auch den Kopf der Zecke zu entfernen, sonst kann sich die Haut entzünden. Von Hausmitteln wie Öl ist abzuraten. Sie stressen das Tier unnötig und führen dazu, dass die Zecke zusätzlichen Speichel und damit potenziell zusätzliche Erreger in die Haut abgibt. Nach dem Entfernen der Zecke ist die Wunde zu reinigen.
Impfung bietet Schutz vor FSME
Eine weitere Möglichkeit, sich vor einer FSME zu schützen, ist die Impfung. Sie empfiehlt sich vor allem für Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und/oder sich viel in der Natur aufhalten wie Waldarbeiter und Förster. Für einen vollen Schutz sind drei Impfungen nötig, nach drei Jahren sollte eine Auffrischungsimpfung vorgenommen werden. Hat sich eine nicht-geimpfte Person mit FSME-Erregern infiziert, kann eine Impfung den Ausbruch der Krankheit nicht mehr verhindern.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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