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Intelligente Stromzähler werden ab 2025 deutschlandweit installiert. Die analogen Vorgänger sollen auf Dauer ersetzt werden, um den Verbrauch effizienter zu machen.
München – Mindestens einmal im Jahr sollte man sich von Angesicht zu Angesicht treffen. Gemeint ist nicht die unliebsame entfernte Verwandtschaft, sondern der Stromzähler, der im jährlichen Rhythmus abgelesen werden muss. Künftig dürften sich Verbraucher allerdings deutlich öfter mit ihrem Stromzähler auseinandersetzen – aber nicht etwa, weil der Versorger den Zählerstand häufiger einfordert.
Denn ab 2025 sollen sogenannten „Smart Meter“ verpflichtend gemacht werden, die Verbraucher einen besseren und direkteren Überblick über ihren Stromverbrauch liefern sollen. Über eine App können die Daten in Echtzeit eingesehen werden. Der analoge Stromzähler mit Drehscheibe hat damit ausgedient und muss auf kurz oder lang ausgetauscht werden.
Im Sinne der Energiewende: Haushalte müssen künftig auf digitale Stromzähler umrüsten
Smart Meter sind digitale, intelligente Messgeräte, die spätestens ab 2032 in jedem Haushalt installiert sein sollen. Schon mit kommendem Jahr müssen allerdings einige Verbraucher tätig werden. 2023 wurde der Umstieg auf die neuen Stromzähler gesetzlich verabschiedet. Damit soll die Digitalisierung der von der Ampelregierung eingeläuteten Energiewende vorangetrieben werden.
Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ist der Einbau der intelligenten Messsysteme für alle Haushalte ab 2025 verpflichtend, die im Jahr über 6000 Kilowattstunden Strom verbrauchen. Zum Vergleich: der durchschnittliche Stromverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts liegt laut Vergleichsportal check24.de in etwa bei 1500 Kilowattstunden. Der Verbrauch von vier Personen läge demnach etwa bei 4250 Kilowattstunden. Die Regelung dürfte sich also vorerst vorrangig an Großfamilien richten.
Doch auch Verbraucher mit einer Photovoltaik-Anlage mit mehr als sieben Kilowatt installierter Leistung sowie Haushalte mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung (wie etwa einer Wärmepumpe) müssen bereits 2025 auf die digitalen Stromzähler umsteigen. Die Umrüstung muss bis Ende 2025 bei mindestens 20 Prozent, bis Ende 2028 bei mindestens 50 Prozent und bis Ende 2030 bei mindestens 95 Prozent erfolgt sein. Doch wie läuft der Austausch ab?
Kosten, Ersparnis und Vorschriften: Das gilt ab 2025 für den digitalen Stromzähler
Haushalte, die bereits jetzt oder ab 2025 einen Smart Meter erhalten sollen, kriegen in der Regel drei Monate vor der geplanten Umstellung ein Schreiben des Stromversorgers. Eingebaut werden die intelligenten Stromzähler von den Messestellenbetreibern selbst oder von beauftragten Betrieben. Mieter oder Vermieter müssen nicht Hand anlegen. Einige Stromzähler können auch umgebaut werden.
Muss er grundlegend umgebaut oder erneuert werden, trägt der Haus- oder Wohnungseigentümer die Kosten dafür. Je nach Aufwand können hier bis zu 2000 Euro anfallen. Für Einbau und Betrieb gibt es jährliche Preisobergrenzen, an die sich die Betreiber zwingend halten müssen. Für den Pflichteinbau und einem Stromverbrauch zwischen 6000 und 12.000 kWh im Jahr, müssen Haushalte laut Bundesnetzagentur mit 20 Euro im Jahr rechnen. Die Tabelle zeigt die gedeckelten Preise für die intelligenten Messsysteme bei einem Pflichteinbau und vergleicht diese mit den alten Preisenin Großteil der Privathaushalte weniger als die genannten 6000 kWh verbraucht, ist es ab 2025 auch möglich, sich den intelligenten Zähler freiwillig einbauen zu lassen. Dabei kommen jedoch einmalig 30 Euro auf Verbraucher zu. Danach gelten die gesetzlich vereinbarten Preisobergrenzen von 20 Euro im Jahr. Wer das möchte, kann sich für einen Austausch an den Messstellenbetreiber, der auf der Stromrechnung ausgewiesen ist, wenden.
Umstieg auf digitale Stromzähler umstritten: Das sind die Vor- und Nachteile
Neben dem Kostenpunkt, der zwar zunächst auf die Eigentümer fällt, aber auf die Verbraucher umgelegt werden dürfte, äußern Kritiker Datenschutz-Bedenken durch die neue Regelung. Wie das Technikmagazin chip.de schreibt, sammeln die Smart Meter zahlreiche Daten über den Stromverbrauch, die in die Hände Dritter gelangen könnten.
Die Idee der Smart Meter ist eigentlich, Strom effizienter und somit auch kostengünstiger zu nutzen. Da Daten in Echtzeit oder für bestimmte Zeiträume in einer App abgerufen werden können, wird der eigene Stromverbrauch sowie die Stromrechnung transparenter und einfacher nachzuvollziehen, wie auch der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) hervorhebt.
Darüber hinaus können Energieversorger durch die neuen Stromzähler den Verbrauchern flexiblere Tarife anbieten, als bisher. Das Ziel ist es, den Strom dann für beispielsweise das Laden eines E-Autos zu nutzen, wenn ein günstiger Tarif vorhanden ist. Durch die sogenannten dynamischen Tarife, die ab 2025 auch für Stromanbieter Pflicht werden, können sich Haushalte durch eine effizientere Nutzung viel Geld sparen. Auch zum Erreichen der Klimaziele sollen Smart Meter einen großen Beitrag leisten. (nbe/rku)
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