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Mark Zuckerberg kündigt Start von Twitter-Ersatz an – Das müssen Sie über Threads wissen

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Threads könnte zur neuen Twitter-Alternative werden. Über Chancen und Probleme sowie über Möglichkeiten, die Meta-App auch hierzulande zu testen.

Menlo Park – Als hätte Mark Zuckerberg die neuesten Spannungen der Konkurrenz-Plattform erahnt, reagiert er mit einer Alternative für gefrustete Twitter-Nutzer: Kürzlich kündigte der Meta-Chef den Start einer sehr ähnlich gestalteten App an.

Millionen Nutzer nach Tag eins: Das müssen Sie über die Twitter-Alternative von Mark Zuckerberg wissen

Twitter hat sich mit seinen Neuerungen Feinde gemacht: Nicht zahlende Nutzer sollen von einem Leselimit in die Schranken gewiesen werden. Ein Plattformwechsel als Problemlöser? Das zumindest scheint sich Zuckerberg zu erhoffen, indem er den Start von Threads verkündet.

Stellt Threads Twitter bald in den Schatten? Noch hat die neue Kurznachrichten-App Lücken. (Symbolfoto)

Zuckerberg stichelt in einem Video-Post: Twitter sei es nicht gelungen, auf einer Plattform mehr als einer Milliarde Menschen für öffentliche Konversationen zusammenzuführen. Das sei nun das Threads-Vorhaben. Der Andrang ist groß: Bereits am Release-Tag, dem 6. Juli, zählt die Plattform laut dpa-Informationen über 30 Millionen Nutzer. Das sind die technischen Details von Threads und die Unterschiede zu Twitter:

  • Mit Instagram gekoppelt: Daten und Follower werden übertragen
  • Postlänge: bis zu 500 Zeichen, Videos bis zu fünf Minuten
  • Nutzer können: Anzahl der „Gefällt mir“-Angaben verbergen & festlegen, wer auf einen eigenen Beitrag antworten darf
  • Keine Gifs verfügbar
  • Nur Nutzer, keine Trendthemen in Suche zu finden
  • Timeline kann kaum personalisiert werden: Im Unterschied zu Twitter können algorithmisch kuratierte Beiträge nicht abgestellt werden
  • Keine direkten Nachrichten zwischen Nutzern möglich
  • Quellen: ntv, faz.net, instagram.com

Zwar gibt es auf Threads kein Leselimit, aber dennoch sind noch einige Nachteile im Vergleich zum großen Vorgänger ausfindig zu machen. Insbesondere Personalisierungsoptionen sowie die Möglichkeit der themenorientierten Suche dürften an Twitter gewöhnte Nutzerkreisen den Umstieg erschweren. Laut Meta sollen Optimierungen und zusätzliche Funktionen zeitnah folgen.

Wegen Datenschutzproblemen: In Europa kann Threads derzeit nur über Umwege genutzt werden

Threads ging in mehr als 100 Ländern an den Start. Aufgrund von Problemen mit der europäischen Datenschutzverordnung (DSGVO) bleibt Europa bislang außen vor. Insbesondere die Datenkopplung von Instagram und Twitter widerspricht den europäischen Richtlinien. Dennoch: Eine deutsche Version liegt schon vor und über Umwege ist die Nutzung auch hierzulande möglich:

  • Android-Nutzer: VPN-Dienst nutzen und den Internetverkehr auf ein Land umleiten, in welchem Threads verfügbar ist und die App über eine Setup-Datei herunterladen. Das installieren über Drittanbieter birgt jedoch Risiken.
  • Apple-Nutzer: Neues Geräte-Konto in einem Land erstellen, in dem Threads verfügbar ist und Threads über den Apple Store laden. Im schlimmsten Fall könne dies jedoch eine Account-Sperrung nach sich ziehen, informiert das Technikportal Heise Online.

Alles andere als einverstanden mit dem neuen Meta-Projekt ist Elon Musk und droht Meta mit einer Klage. In einem veröffentlichten Brief schreibt Musks Anwalt Alex Spiro an Meta-Chef Mark Zuckerberg: Meta habe „rechtswidrig Betriebsgeheimnisse und anderes geistiges Eigentum“ von Twitter veruntreut.

Rubriklistenbild: © Stefani REYNOLDS/AFP

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