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Dramatisch: Immer mehr Menschen unter 50 erkranken an Krebs

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Laut einer neuen Studie erkranken immer mehr jüngere Menschen an Krebs – aber woran liegt das?

Einer neuen Studie zufolge erkranken immer mehr Menschen unter 50 Jahren an Krebs. Forscherinnen und Forscher der Harvard Medical School in Boston analysierten unterschiedliche Krebsarten, wie beispielsweise Brust -, Gallen-, Leber- und Darmkrebs. Dabei fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heraus, dass sich in den Jahren 2000 bis 2012 eine eindeutige Häufung von Krebs bei Erwachsenen unter 50 Jahren zeigte.

Der Studie zufolge wurde ein sogenannter „Geburtskohorteneffekt“ beobachtet, das bedeutet: Je später man geboren wird, desto höher ist das Krebsrisiko – „wahrscheinlich aufgrund von Risikofaktoren, denen sie in jungen Jahren ausgesetzt waren“, erklärt Shuji Ogino, Studienautor und Professor für Epidemiologie.

Gehen Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge?

Warum erkranken immer mehr Menschen unter 50 an Krebs?

Sowohl die Ernährung, als auch der Lebensstil, das Gewicht und die Umweltbelastung können sich auf das Krebsrisiko auswirken. Ebenso wie Alkoholkonsum, Schlafentzug, Rauchen und mangelnde Bewegung. Bei Kindern kann es Studien zufolge zudem eine Rolle spielen, dass sie heutzutage deutlich weniger Schlaf bekommen als noch vor Jahrzehnten.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Zehn Tipps, um einer Krebserkrankung vorzubeugen

Die Deutsche Krebshilfe hat zehn Tipps für ein gesundes Leben und um Krebs vorzubeugen zusammengetragen:

  1. Bewegung: täglich mindestens 30 Minuten Fahrradfahren oder Spazierengehen – Körperlich aktive Menschen erkranken nachweislich seltener an Tumoren des Dickdarms, der Brust und der Gebärmutterschleimhaut. Bei weiteren Krebsarten wird ein Zusammenhang vermutet.
  2. Körpergewicht: Übergewicht erhöht das Risiko für 13 Krebsarten, darunter des Darms, der Nieren, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase. Übergewichtige Frauen leiden zudem häufiger an Brust-, Gebärmutterschleimhaut- und Eierstockkrebs.
  3. Ernährung: viel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst, wenig kalorienreiche Lebensmittel mit Zucker und Fett, frische Mahlzeiten, wenig rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm), keine verarbeiteten Fleischwaren – In der Nahrung enthaltene Stoffe können das Krebswachstum begünstigen oder bremsen, so senken beispielsweise ballaststoffreiche Lebensmittel das Darmkrebsrisiko, während rotes Fleisch und verarbeitete Fleischwaren das Darmkrebsrisiko erhöhen.
  4. Alkohol: Alkohol ist an der Entstehung von über 200 Krankheiten beteiligt und steigert das Risiko für Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Brust-, Darm- und Leberkrebs. Sie sollten ihn lediglich in Maßen genießen, wenn Sie nicht gänzlich darauf verzichten möchten.
  5. Rauchfrei: Jedes Jahr sterben in Deutschland immer noch rund 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor. Rund 90 Prozent aller Lungenkrebs-Fälle sind durch das Rauchen verursacht. Auch die Betroffenen von Rachen- oder Kehlkopfkrebs sind überwiegend Raucherinnen und Raucher.
  6. UV-Schutz: nutzen Sie Schatten, Kleidung wie Kopfbedeckung, Sonnencreme und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, um Ihre Haut vor UV-Strahlen zu schützen, meiden Sie im Sommer die Mittagssonne und gehen Sie nicht ins Solarium – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die natürliche und künstliche UV-Strahlung aus Sonne und Solarien als eindeutig krebserzeugend ein. Sie ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. 
  7. Krebserregende Stoffe meiden: Tabakrauch ist ein „Innenraumgift“, weshalb Sie Ihr Zuhause und auch Ihren Wagen – besonders wenn Kinder mitfahren, zur rauchfreien Zone erklären sollten Wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz in Kontakt mit krebserregenden Stoffen kommen, befolgen Sie unbedingt die geltenden Sicherheitsvorschriften wie beispielsweise das Tragen von Schutzausrüstung. Wenn Sie in einer Region Deutschlands leben, in der die natürliche Radonkonzentration in der Bodenluft hoch ist, schützen Sie sich durch häufiges Lüften und gegebenenfalls bauliche Maßnahmen. Nähere Informationen bietet das Bundesamt für Strahlenschutz.
  8. Stillen/Hormontherapie vermeiden: Während Stillen das Brustkrebsrisiko senken kann, erhöht eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden bei längerer Anwendung möglicherweise das Brustkrebsrisiko.
  9. Impfungen für Kinder: Eine Hepatitis-B-Impfung für Neugeborene kann das Risiko für Leberkrebs senken, die Impfung gegen humane Papillomviren für Mädchen und Jungen das Risiko für Gebärmutterhals-, Penis-, Rachen und Analkrebs.
  10. Früherkennung: Die gesetzliche Krebsfrüherkennung hat das Ziel, Krebserkrankungen in möglichst frühen Stadien aufzuspüren, da sich diese dann meist schonender und erfolgreicher behandeln lassen.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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