Enorme Kosten durch Kfz-Versicherungsbetrug: Drei Milliarden Euro Schaden
VonSebastian Oppenheimer
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Die Versicherer beklagen hohe Schäden durch Betrug. Besonders heftig trifft es laut einer Auswertung des GDV-Verbands die Kfz-Versicherer.
Erst kürzlich schlugen die Kfz-Versicherer Alarm: Auch in diesem Jahr rechnen sie aller Voraussicht nach mit einem Milliardenverlust. Den Assekuranzen zufolge liegt das vor allem an deutlich gestiegenen Reparaturkosten. Die Folge sind steigende Versicherungsbeiträge für die Autobesitzer. Doch offensichtlich sorgt noch ein ganz anderes Problem für hohe Kosten: unehrliche Versicherungsnehmer.
„Deutlich mehr“ Schäden durch Versicherungsbetrug
So rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit „deutlich mehr“ Schäden durch Versicherungsbetrug. „Wir schätzen den Schaden durch Versicherungsbetrug inzwischen auf mehr als sechs Milliarden Euro pro Jahr“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Zwar sei der Anteil der Verdachtsfälle an sämtlichen Schadensmeldungen mit etwa zehn Prozent langfristig unverändert, doch mit den insgesamt steigenden Leistungen in der Schaden- und Unfallversicherung stiegen auch die Kosten für Betrugsfälle. Bisher wurde der Schaden auf rund vier bis fünf Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Rund die Hälfte der „dubiosen Schäden“ – also etwa drei Milliarden Euro – entfallen dabei auf die Kfz-Versicherung. Als „dubios“ bezeichnen die Versicherer Schadensmeldungen, die in sich nicht stimmig sind. Laut GDV passt etwa die Schadensschilderung nicht zum Schadensbild, die vermeintlich Betroffenen reichen manipulierte Kaufbelege ein oder machen widersprüchliche Angaben. Allerdings betont der Verband auch, dass sich nicht jeder Verdachtsfall auch als tatsächlicher Betrug entpuppt.
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Verband warnt: Versicherungsbetrug kein Kavaliersdelikt
Der Verband warnt davor, Versicherungsbetrug als Kavaliersdelikt betrachten. Denn so ein Betrug kann den Täter am Ende teuer zu stehen kommen. Wird er überführt, muss der Versicherer nicht für den Schaden aufkommen. Zudem kann er den Versicherungsvertrag kündigen, Sachverständigenkosten zurückverlangen und den Fall anzeigen. Im Falle einer Verurteilung drohen hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnis.