Edeka und Mars werden sich nicht einig. Mars will die Preise erhöhen, Edeka nicht. Der Konzern verzichtet seit acht Monaten auf die Produkte.
Kassel – Wer regelmäßig im Edeka einkaufen geht, dem ist es wahrscheinlich schon aufgefallen: Produkte wie Mars, Snickers, Wrigley, Whiskas und noch zahlreiche andere sind aus dem Programm von Edeka verschwunden. Erst waren es Lieferengpässe wegen Corona und Wetter-Extremen, jetzt ist es Streit ums Geld.
| Unternehmen | Edeka |
| Hauptsitz | Hamburg |
| Umsatz | 67,1 Milliarden USD (2019) |
| CEO | Markus Mosa (seit 1. Mai 2008) |
Der Grund sind Preisverhandlungen zwischen dem Hersteller Mars und der Edeka-Gruppe, zu der neben den Edeka-Supermärkten auch Netto und Marktkauf gehören. In dem Streit werden sich die Parteien seit acht Monaten nicht einig, was sich auf beide Seiten auswirkt. Edeka-Kunden müssen auf beliebte Produkte verzichten, Mars angeblich auf hunderte Millionen Euro Umsatz.
Der Hintergrund: Darum geht es in den Verhandlungen zwischen Edeka und Mars
Bereits im August kam es zu einem plötzlichen Lieferstopp von Mars Produkten an die Edeka-Gruppe. Der Lebensmittel-Hersteller aus den USA wollte aufgrund der Inflation die Preise stark erhöhen. Eine Vielzahl von Lebensmitteln wurden derzeit teurer. Der Supermarkt Edeka wollte dabei nicht mitziehen.
Das hat zur Folge, dass bereits seit acht Monaten keine Mars-Produkte mehr im Edeka und bei Netto erhältlich sind. Zu diesen Produkten gehören neben dem bekannten Schokoriegel auch Produkte von unter anderem Whiskas, Frolic, Pedigree, Airwaves, Wrigley, Uncle Ben’s und Miracoli.
Forderungen von Mars zu hoch: Edeka zieht Notbremse bei der Preiserhöhung
Bereits im vergangenen Herbst erklärte ein Sprecher von Edeka gegenüber der FAZ: „Die aktuellen erheblichen Preisanforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet.“ Man werde zwar die Preise an die Inflation anpassen müssen, allerdings nicht in der Höhe, die Mars forderte. Laut lebensmittelzeitung.de soll der Händler deswegen die 450 Produkte von Mars für das gesamte Jahr durch Eigenmarken wie „Gut & Günstig“ ersetzt haben. Es soll dabei um einen Verkaufswert von 300 Millionen Euro gehen.
Den Lieferstopp von Mars an Edeka gibt es bereits seit letztem August. Im Jahr 2022 forderte der US-Konzern laut Handelsblatt bereits drei Milliarden Euro mehr, eine Summe, die Edeka zunächst herunterhandeln konnte. Im Januar kamen aber bereits neue Preisforderungen in Höhe von 1,2 Millionen. Edeka wolle diese Erhöhungen im Sinne der Kunden nicht akzeptieren, teilte der Konzern dann mit.
Mars-Produkte bei anderen Händlern: Das machen Rewe und Aldi gegen die Preiserhöhung
Auch die Konkurrenz Aldi und die Rewe-Gruppe, zu der auch Penny, Nahkauf und Rewe To Go gehören, tat sich mit den erhöhten Preisen von Mars zunächst schwer. Rewe hatte noch im Oktober 2022 gegenüber rbb24.de erklärt, die Gruppe würde die geforderte Preiserhöhung nicht akzeptieren. Allerdings konnte sich Mars mit Rewe mittlerweile einigen. Ein Mitarbeiter von Mars soll dem Handelsblatt gesagt haben: „Mars hat in ganz Deutschland dieselben Preiserhöhungen verlangt. Mit Ausnahme der Edeka-Gruppe sind die Produkte von Mars hierzulande flächendeckend zu kaufen.“
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Das Unternehmen Mars erzielt jährlich einen Umsatz von etwa 45 Milliarden Dollar. Davon kommen 1,2 Milliarden vom Markt in Deutschland, berichtete der Konzern selbst im Juni 2022. An sechs Standorten arbeiten für Mars Food, Mars Wrigley, Mars Petcare und Mars Canin hierzulande 2.200 Mitarbeiter. Edeka hat die meisten Supermarkt-Filialen in Deutschland und einen Marktanteil von 25,3 Prozent im Lebensmitteleinzelhandel. Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen IQ teilt sich die Supermarkt-Kette 76 Prozent des Marktes mit der Rewe-Gruppe, Aldi und der Schwarz-Gruppe.
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