Autobauer rudert zurück

Elektroauto-Ziel „zu ehrgeizig“: Ford stampft ambitionierte Europa-Pläne für 2030 ein

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Ab 2030 wollte Ford in Europa nur noch E-Autos verkaufen. Jetzt rudert der Autobauer zurück und kassiert das Ziel. Dies geht aus Äußerungen eines hochrangigen Managers hervor.

Die Elektroauto-Flaute bleibt nicht folgenlos. Bei Audi steht das Werk in Brüssel auf der Kippe, bei VW sind Stellenstreichungen geplant und bei Mercedes will man einige Verbrenner-Baureihen länger produzieren als geplant. Während viele Hersteller aber offiziell an ihren E-Auto-Strategien und Verbrenner-Ausstiegsdaten festhalten, rückt man nun bei Ford offenbar davon ab. Bis 2030 war geplant, in Europa nur noch rein elektrisch betriebene Pkw-Modelle zu verkaufen – dies lässt sich auch noch immer auf der Website von Ford.de nachlesen. Ein hochrangiger Manager des US-Autobauers hat dieses Ziel aber jetzt mit deutlichen Worten kassiert.

Das Kult-Modell Capri lässt Ford als Elektro-SUV wiederauferstehen – die Pläne, in Europa ab 2030 ausschließlich auf E-Autos zu setzen, wurden aber kassiert.

„Kunden haben abgestimmt“: Ford kassiert E-Auto-Pläne in Europa

Gegenüber dem Magazin Autocar sagte Marin Gjaja, Chief Operating Officer der Elektroauto-Sparte Ford Model E, dass der Plan einer rein elektrischen Zukunft in Europa bis 2030 obsolet sei. „Ich denke, die Kunden haben abgestimmt und uns gesagt, dass das zu ehrgeizig ist – und ich denke, jeder in der Branche hat das auf die harte Tour herausgefunden“, so Gjaja. „Ich würde auch sagen, dass die Realität einen dazu bringt, seine Pläne anzupassen.“

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So begründet der Ford-Manager die Entscheidung

Völlig überraschend kommt diese Entscheidung nicht. Für das erste Quartal musste die E-Auto-Sparte von Ford einen Milliardenverlust verkünden. „Wir glauben nicht, dass die Umstellung auf reine Elektromobilität bis 2030 eine gute Wahl für unser Geschäft und insbesondere für unsere Kunden ist“, sagte Gjaja gegenüber Autocar. Der Manager führte mehrere Gründe für diese Entscheidung an. Hohe Batteriekosten und Unsicherheiten bei Gesetzgebung und Förderprogrammen spielten eine Rolle. Diese Faktoren führen dazu, dass Kunden den Kauf von Elektrofahrzeugen überdenken.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Zuletzt hatte es im Ford-Werk in Köln mehrmonatige Verzögerungen gegeben, bis der elektrische Ford Explorer dort vom Band laufen konnte.

Rubriklistenbild: © Ford

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