Gastbrüter

Eine Amsel hat im Balkonkasten ein Nest gebaut? Was Sie jetzt tun können und dürfen

  • schließen

Wenn von einem Tag auf den anderen eine Amsel auf Ihrem Balkon brütet oder gar schon ein Ei gelegt hat, ist guter Rat erstmal teuer. Denn das Entfernen des Nests ist – bis auf Ausnahmen – verboten.

Die Amsel (Turdus merula) fühlt sich in Deutschland so gut aufgehoben, dass sie bis zu dreimal im Jahr brütet. Ein schön begrünter Balkonkasten fern von Katzen und anderen Räubern ist für manchen Vogel eine willkommene Einladung. Doch nicht jeder Balkonbesitzer ist ebenso erfreut über den ungebetenen Gast. In der Regel ist es gesetzlich verboten, das Nest zu entfernen. Wer hingegen kein Problem mit dem Nest hat, kann den Amseln noch ein wenig unter die Flügel greifen.

Amsel nistet auf Balkon: Das Nest darf nicht entfernt werden

Wenn auf Ihrem Balkon noch ein Plätzchen frei ist, sollten Sie eine brütende Amsel gewähren lassen.

Normalerweise bevorzugen Amseln schwer zugängliche Hecken und Sträucher als Nistplatz. Von Ende Februar bis August bauen sie ihre Nester – daher ist das Schneiden der Hecke ab 1. März auch verboten. In das Nest, das schon nach zwei bis drei Tagen bezugsfertig ist, legen sie vier bis sechs Eier und brüten etwa zwei Wochen, bis die ersten Jungtiere schlüpfen. Es geht also recht schnell und gibt Naturfreunden exklusive Einblicke in die Aufzucht und das Verhalten der Tiere, wenn diese sich für den Balkon als Brutplatz entschieden haben.

Wer jedoch lieber Kräuter oder Blumen auf dem Balkonkasten anbauen und mögliches Gezeter von Amseln vermeiden möchte, muss einige Dinge beachten, bevor er das Nest anfasst. Liegen schon Eier im Nest, darf man das Nest laut dem Bundesnaturschutzgesetz weder entfernen noch versetzen. Dies gilt natürlich nicht nur für Amseln, sondern für alle Vögel, beispielsweise Tauben. Dann ist Geduld angesagt, bis die Küken im Fall von Amseln innerhalb von vier Wochen ausgebrütet und flügge sind. Ist das Nest noch leer, darf man es an eine andere Stelle setzen. Fangen die Vögel gerade erst an, ein Nest zu bauen, kann man sie dabei stören, um sie davon abzuhalten.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24garten.de.

Die bessere Alternative: Die gefiederten Gäste in Ruhe lassen und beobachten

Wenn die Amseln einen so großen Gefallen an Ihrem Balkon finden, dass sie sich immer wieder ein Plätzchen suchen, hilft es, sich mit dieser vielleicht einmaligen Gelegenheit anzufreunden. Zumal sie mit ihrem Vogelkot guten Dünger liefern. Die gefiederten Gäste sind auch sehr pflegeleicht, wenn man sie ein wenig in Frieden lässt. Man kann den Balkon durchaus noch betreten, dies sollte jedoch mit etwas Ruhe und ohne hektische Bewegungen sowie erschreckende Geräusche geschehen – die Tiere werden sich vermutlich schnell an den Menschen gewöhnen.

Füttern sollte man sie nicht, doch es ist vor allem an heißen Tagen eine nette Geste, ihnen eine Vogeltränke anzubieten – das Wasser sollte man aber aus hygienischen Gründen täglich wechseln. Haben Sie eine große Fensterscheibe zum Balkon hin, gegen die die Tiere fliegen können, sollten Sie diese, wenn möglich, etwas tarnen.

Die kleinsten Vögel der Welt: Einen finden Sie bestimmt auch in Ihrem Garten

Ein Wintergoldhähnchen auf einem Ast.
Das Wintergoldhähnchen ist mit acht Zentimetern Länge der kleinste Vogel Europas und findet im Winter auch seinen Weg in unsere Gärten. © Rolf Mueller/Imago
Ein Zaunkönig sitzt auf dem Boden.
Der Zaunkönig wiegt ein wenig mehr als das Wintergoldhähnchen und zählt damit ebenfalls zu den kleinsten Vögeln in Europa. Fliegen ist allerdings nicht seine Stärke, weswegen er sich oft hüpfend durch Unterholz fortbewegt. © H. Duty/Imago
Stutzschnabel sitzt auf Ast
Der Stutzschnabel lebt in Australien und gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel. Er erreicht eine Länge von neun Zentimetern. © Auscape/Imago
Ein Schmetterlingsfink sitzt auf einem Ast.
Der Schmetterlingsfink fällt durch sein blau-braun gefärbtes Federkleid auf und erreicht eine Länge von zwölf Zentimtern. © David & Micha Sheldon/Imago
Eine Weidenmeise im Flug.
Die Weidenmeise lässt sich auch in Deutschland beobachten. Der Vogel lebt zum Beispiel in jüngeren Mischwäldern und feuchten Gebieten mit morschem Holz. Er erreicht eine Länge von zwölf Zentimetern. © victortyakht/Imago
Zwei Mexikozeisige auf einem Ast.
Der Mexikozeisig lebt in Nord- und Südamerika. Er erreicht eine Länge von elf bis zwölf Zentimetern. © Rolf Nussbaumer/Imago
Costa-Kolibri auf einem Ast.
Der Costa-Kolibri trägt aufgrund seines schimmernden Federkleides auch den Namen Veilchenkopfelfe. Der Vogel wird bis zu acht Zentimetern lang. © stevebyland/Imago
Eine Goldkopf-Beutelmeise sitzt auf einem Ast.
Wer die zehn Zentimeter lange Goldkopf-Beutelmeise sehen möchte, muss dafür nach Amerika und Mexiko. Dort lebt sie in Wüstentälern und versteckt sich in Dornengestrüpp. © S&D&K Maslow/Imago
Ein Fleckenpanthervogel sitzt auf einem Ast.
Der Fleckenpanthervogel gehört zu den Sperlingen und ist in Australien und Tasmanien heimisch. Er wird etwa neun Zentimeter lang. © Andreas Volz/Imago
Ein männlicher Bienenkolibri sitzt auf einem Ast.
Ein männlicher Bienenkolibri (Mellisuga helenae) ist kaum größer als eine Biene und damit der kleinste Vogel der Welt. © Kevin Elsby/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Ist ein Küken aus dem Nest geplumpst? Auch wenn man oftmals hört, man soll wilde Jungtiere nicht anfassen, ist es diesem Fall erlaubt und gewünscht, dass Sie das Tier wieder in das Nest zurücksetzen.

Rubriklistenbild: © mm images/Imago

Kommentare