- VonCarmen Mörwaldschließen
Eine Sorte des populären Softdrinks Fanta wird zurückgerufen. Einer der beiden entdeckten illegalen Zusatzstoffe ist eigentlich ein Abführmittel.
München – Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) haben sich auf ein gemeinschaftliches Zusatzstoffrecht für Lebensmittel geeinigt. Laut dem Lebensmittelverband Deutschland bedeutet das, dass in jedem EU-Land die gleichen Zusatzstoffe unter definierten Bedingungen eingesetzt werden können. Das gilt jedoch nicht für importierte Waren außerhalb der EU. So kann es schnell passieren, dass nicht zugelassene Inhaltsstoffe hierzulande in Umlauf kommen.
So gab es im April 2024 bereits einen bundesweiten Süßigkeiten-Rückruf, weil der darin enthaltene Stoff das Erbgut hätte schädigen können. Das Produkt war unter anderem bei Kaufland und Rewe erhältlich. Nun wurde auch für eine Sorte der ursprünglich in Deutschland erfundenen Marke Fanta aus diesem Grund ein Rückruf gestartet. Konkret handelt es sich dabei um die „Erdbeerlimonade Fanta Fresa/Strawberry Mexico“ mit der Verpackungseinheit 355 Milliliter.
Rückruf wegen illegaler Zusatzstoffe: Diese Sorte Fanta kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt auf seinem Portal lebensmittelwarnung.de vor dem Verzehr der Fanta. Grund für den Rückruf sind demnach nicht nur ein, sondern zwei nicht zugelassene, möglicherweise gesundheitsschädliche Zusatzstoffe: bromiertes Pflanzenöl und Dioctylnatriumsulfosuccinat. Das könnte mutmaßlich daran liegen, dass das zuckerhaltige Getränk, anders als das Original, in Mexiko produziert wurde.
| Produktbezeichnung | Erdbeerlimonade Fanta Fresa/Strawberry Mexico |
|---|---|
| Verpackungseinheit | 355 Milliliter |
| Mindesthaltbarkeitsdatum | 28. Dezember 2024 |
| Inverkehrsbringer | KKB Sweets & More |
| Herstellungsland | Mexiko |
Nach derzeitigem Stand wurde die Fanta in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen verkauft. Der Hersteller „KKB Sweets & More“ appelliert an seine Kunden, das Getränk nicht zu konsumieren und es umgehend zur Verkaufsstelle zurückzubringen. Allerdings erhalten sie nicht den Kaufpreis wieder, sondern nur eine Gutschrift.
Fanta-Rückruf: Nicht zugelassener Zusatzstoff dient eigentlich als Abführmittel
Beide illegalen Zusatzstoffe der vom Rückruf betroffenen Fanta stehen unter Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. So wird Dioctylnatriumsulfosuccinat (DOSS), auch bekannt als Natriumdocusat, in erster Linie als Abführmittel verwendet, weil es die Darmschleimhaut reizt. Eine langfristige Einnahme kann also unter anderem zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall sowie Übelkeit, Krämpfen und im schlimmsten Fall zu Dehydration führen, wie das Portal Synapse informiert.
Was ist bromiertes Pflanzenöl und Dioctylnatriumsulfosuccinat?
Bromiertes Pflanzenöl (BVO) ist ein modifiziertes Öl, das oft für Limonaden verwendet wird, um Aromen gleichmäßig zu verteilen. Dioctylnatriumsulfosuccinat (DOSS) dagegen ist ein Emulgator und Abführmittel, das die Textur von Lebensmitteln verbessern soll. Beide Zusatzstoffe sind nicht in der EU zugelassen, weil es Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit, möglichen Gesundheits- und Langzeitrisiken gibt.
Bromiertes Pflanzenöl kann sich dagegen in Organen ablagern, wodurch es zu entzündlichen, degenerativen und funktionellen Veränderungen der Organe kommen kann, wie tierexperimentelle Studien ergeben haben. Das berichtet das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart. Unklar ist, wie sich der Stoff im menschlichen Körper verhält. Da es für beide Zusatzstoffe aber sicherere Alternativen gibt, ist eine Verwendung in Lebensmitteln überflüssig. (cln)
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