VonKilian Bäumlschließen
Millionen Urlauber besuchen Bali jedes Jahr. Doch der Tourismus gefährdet die Insel – mit einer Gebühr soll vor allem eine Sache besser geschützt werden.
Denpasar – Grüne Oasen, Traumstrände und zahlreiche sehenswerte Tempel. Wer an die Insel Bali denkt, dem kommen sicher schnell diese Dinge ins Gedächtnis. Doch Bali ist auch das: vermüllte Strände voller Plastikflaschen und pöbelnde Touristen, die auch vor heiligen Stätten nicht haltmachen. Letztere sollen künftig bekämpft werden. Zu diesem Zweck wurden erst vor kurzem neue Regeln beschlossen, auf die sich Touristen bei einem Bali-Urlaub einstellen müssen. Doch es bleibt nicht bei den ersten harten Maßnahmen, wer künftig die Insel besuchen möchte, muss bei der Anreise eine Gebühr zahlen.
| Insel | Bali (Indonesien) |
|---|---|
| Problem | Umweltverschmutzung (unter anderem) |
| Grund | Massentourismus |
| Maßnahmen | Neue Regeln und eine Einreisegebühr |
Millionen Touristen auf Bali: Die Insel möchte mit neuen Regeln und einer Einreisegebühr durchgreifen
Als Reiseziel ist die indonesische Insel Bali sehr beliebt, vor der Pandemie kamen jährlich über sechs Millionen Besucher auf die Insel – mehr als es Einwohner gibt. Auch nach der Pandemie ist der Andrang auf Bali wieder groß, doch in jüngster Vergangenheit machten die Touristen immer wieder negativ auf sich aufmerksam. Trauriger Höhepunkt: Nackte Touristen posierten auf heiligen Stätten wie dem Vulkan Agung und an anderen sakralen Orten. Auch die Umwelt leidet unter dem Massentourismus.
Ab nächstem Jahr sollen Besucher der Insel eine Gebühr zahlen, die beim Betreten der Insel sofort gezahlt werden soll. Folgendes sollten Urlauber zur Gebühr auf Bali wissen:
- Direkt bei der Ankunft auf Bali soll die Gebühr gezahlt werden.
- Die Gebühr soll 10 US-Dollar betragen (etwa neun Euro).
- Bezahlt wird sie beispielsweise am Flughafen.
- Zusätzlich zur Quittung wird auch ein Aufkleber vergeben.
- Beides muss während des gesamten Aufenthalts auf Bali aufbewahrt werden.
Einreisegebühr auf Bali: „Verantwortung ausländischer Touristen stärken“
„Mit dieser Politik wollen wir das Bewusstsein und die Verantwortung ausländischer Touristen stärken, sich am Schutz der Umwelt und Kultur Balis zu beteiligen“, sagte Putu Astawa, Leiter des Tourismusbüros. Laut der Tourismusbehörde soll das Geld besonders für Programme verwendet werden, die dem Umweltschutz auf der Insel dienen sollen. Provinzgouverneur Wayan Koster erkärte ebenfalls, dass Bali zu einem Ziel für Qualitätstourismus werden solle, das anspruchsvolle Gäste anzieht, von denen die lokalte Kultur respektiert wird.
Bali ist jedoch nicht das einzige Urlaubsziel, dass dem Massentourismus den Kampf ansagt. In zahlreichen beliebten Urlaubsländern wurden bereits neue Regeln eingeführt. In einer italienischen Stadt wurden sogar rote Zonen eingerichtet und drastische Strafen angekündigt. (kiba/dpa)
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