VonRobin Dittrichschließen
Bakterien und Schimmel in Kaffee-Vollautomaten können zur Gefahr werden. Experten raten zu einer regelmäßigen Reinigung.
Frankfurt - Der morgendliche Kaffee ist für viele ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer täglichen Routine. Wenn dieser jedoch aus einem Vollautomaten stammt, darf die Reinigung nicht vernachlässigt werden. Andernfalls kann es im Inneren der Maschine zu unangenehmen Überraschungen kommen.
Ekel-Alarm in Kaffee-Vollautomaten?: „Tauchen auch gerne mal kleine Tierchen auf“
In der Sendung „Markt“ vom 11. September 2024 berichtete der WDR über einen Test mit Kaffee-Vollautomaten. „Neben Wasser ist Kaffee noch immer das beliebteste Getränk der Deutschen“, so die Ankündigung des Magazins. Eine Umfrage der Techniker Krankenkasse bestätigte dieses Ergebnis, wobei fast 79 Prozent der Deutschen täglich mindestens eine Tasse Kaffee trinken. „Leider findet Schimmel die Kaffeemaschine aber auch richtig gut“, warnte der WDR.
Das Problem liegt laut Bericht vor allem darin, dass viele Besitzer von Kaffee-Vollautomaten diese nicht ausreichend reinigen. Dadurch können sich Kaffeesatz und andere Rückstände über einen längeren Zeitraum ansammeln und Keime sowie Schimmel bilden. Die meisten Kaffee-Vollautomaten können in ihre Einzelteile zerlegt werden, was vielen Nutzern offenbar nicht bewusst ist. „Wenn der Schimmel dann in den Kontakt mit dem Kaffee kommt, wird es besonders eklig“, erklärt Tobias Stammer, ein Experte, der Vollautomaten professionell wartet und repariert.
„Wenn wir hier Schimmel in den Maschinen feststellen, gilt eine strenge Handschuh- und Maskenpflicht, weil die Schimmelsporen für uns natürlich auch schädlich sind“, betont Tobias Stammer. Er sieht nicht immer die Nutzer in der Verantwortung. Einige Teile der Maschinen können diese ohne Fachkenntnisse nämlich nicht zerlegen: „Das kann erst bei einer Wartung saubergemacht werden. Dort tauchen dann auch gerne mal kleine Tierchen auf, die wir dann beseitigen müssen.“
Ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmel
Im Rahmen des Tests wurden zahlreiche Proben von Kaffee-Vollautomaten ins Labor geschickt. Der Mikrobiologe Ulrich Maier untersuchte die Proben genau und nannte die häufigsten Probleme: „Es ist feucht durch das Wasser, das Kaffeemehl rieselt hinein und es herrscht eine hohe Temperatur“ - ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmel. Schon nach zwei bis drei Wochen wird es kritisch: „Dann wird es lebendig.“
Im Test waren neun von zwölf Maschinen teilweise stark mit Schimmel und Bakterien belastet, vereinzelt wurden diese auch im Kaffee nachgewiesen. Daher wird empfohlen, die Kaffeemaschine mindestens alle zwei Wochen gründlich zu reinigen und das Wasser sogar täglich zu wechseln.
Auch der Kaffee selbst könnte krank machen: „Öko“-Test hat Kaffee getestet. Das erschreckende Ergebnis: Viele Sorten sind mit krebserregenden Stoffen belastet. Auch namhafte Marken schneiden schlecht ab. (rd)
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