Wechsel an der Spitze

VW nur noch Nummer Zwei: Tesla löst Wolfsburger als größten E-Auto-Anbieter in Deutschland ab

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Rückschlag für VW: Die Wolfsburger führen die Rangliste der größten E-Autoanbieter in Deutschland nicht mehr länger an – neuer Spitzenreiter ist Tesla.

Der US-amerikanische E-Autobauer Tesla unter Führung des exzentrischen Elon Musk (51) kämpft aktuell mit so einigen Problemen. Dennoch haben die Texaner in Deutschland VW als größten Elektroanbieter verdrängt: Im vergangenen Jahr sind laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 69.963 Pkw der US-Marke neu auf die Straße gerollt. VW brachte im gleichen Zeitraum 63.206 reine Elektroautos neu in den Verkehr. Im Jahr 2021 lagen die Wolfsburger noch mit 72.110 Fahrzeugen an der Spitze, Tesla kam auf 39.714 Einheiten. 

VW nur noch Nummer Zwei: Tesla löst Wolfsburger als größten E-Auto-Anbieter in Deutschland ab

Rang drei geht 2022 an Hyundai mit 32.877 E-Autos, Vorjahres-Dritter Renault bleibt mit 27.858 Einheiten nur Platz sechs hinter Fiat (29.911 Neuzulassungen) und Audi (28.322 Neuzulassungen). Die größten E-Auto-Anteile unter den nicht rein elektrischen Marken haben MG Roewe mit 55,9 Prozent (8.774 Neuzulassungen) und Fiat mit 38,5 Prozent. Beide liegen damit weit über dem Branchenschnitt von 17,7 Prozent. 

In Deutschland hat Tesla VW als größten E-Auto-Anbieter abgelöst.

Elektroauto-Absatz: Unter den deutschen Marken liegt Opel an der Spitze

Unter den deutschen Marken ist Opel mit einem E-Anteil von 20,3 der E-Auto-Primus. Auf Rang zwei folgt Sportwagenhersteller Porsche, die Stuttgarter kommen mit dem Taycan als derzeit einzigem Batteriemodell auf einen E-Anteil von 16,3 Prozent. Deutlich dahinter rangieren Audi (13,3 Prozent), VW (13,1 Prozent), BMW (11,2 Prozent) und Mercedes (10,3 Prozent). Einziger reiner E-Anbieter mit deutschen Wurzeln ist Smart, die auf 12.190 Neuzulassungen kommen. Allerdings stammt beim Smart #1 nur noch das Design von Mercedes – die Technik kommt aus dem Hause Geely.

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Elektroauto-Absatz in Deutschland: Erstmals auch Nio in der KBA-Jahresstatistik

Zu den reinen E-Marken Smart, Tesla und Polestar gesellt sich in der offiziellen KBA-Jahresstatistik erstmals auch der chinesische Anbieter Nio (498 Neuzulassungen), deren Besonderheit in erster Linie wechselbare Batterien sind, die an speziellen Stationen ausgetauscht werden können. Als weitere Neustarter aus dem Reich der Mitte sind Great Wall Motors (24 Neuzulassungen, davon 15 E-Autos) und der Taxi-Hersteller LEVC (69 Plug-in-Hybride) in der Liste vertreten. 

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Insgesamt wurden 2022 in Deutschland 470.599 rein elektrisch angetriebene Pkw neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 30,1 Prozent. (Mit Material von SP-X)

Rubriklistenbild: © ChinaImages/Imago

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