VonSebastian Oppenheimerschließen
Audi und Porsche müssen zahlreiche Elektrofahrzeuge zurückrufen. Bei den betroffenen Modellen besteht Brandgefahr. Grund sind mögliche Batterie-Probleme.
Ein Rückruf ist in der Automobilbranche nichts Ungewöhnliches. Allerdings unterscheiden sich die Zahlen der Fahrzeuge, die in die Werkstätten oft deutlich: Während Toyota beispielsweise kürzlich eine Million Autos aufgrund von Airbag-Problemen zurückrufen musste, waren es bei einer Ford-Aktion wegen Lenkungsproblemen „nur“ 26.000 Fahrzeuge. Nachdem die Zahl der Elektroautos stetig zunimmt, bleiben auch diese von Rückrufen nicht verschont. Nun gibt es Rückrufaktionen für den Porsche Taycan und den Audi e-tron: Bei beiden Modellen besteht Brandgefahr.
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Rückruf für Porsche Taycan: Laut KBA bereits sechs Brandfälle
Bei beiden Marken gibt es jeweils zwei Rückrufaktionen. Beim Porsche Taycan kann laut der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ein Zelldefekt in der Hochvoltbatterie zu einem Kurzschluss – „und in der Folge zu einem Brand führen“. Weltweit sind davon 858 Fahrzeuge der Baujahre 2021 bis 2024 betroffen, 106 davon in Deutschland. Laut KBA-Angaben kam es aufgrund des Fehlers bereits zu sechs Brandfällen – allerdings ohne Personenschaden. In der Werkstatt muss das betroffene Batteriemodul an der Hochvoltbatterie ausgetauscht werden. Der Rückruf läuft unter der KBA-Referenznummer „013423“ und dem Hersteller-Code „APB5“.
Ein weiterer Rückruf (veröffentlicht im September 2023) für den Porsche Taycan läuft unter der KBA-Refenznummer „0131245“ (Hersteller-Code „ABP2): Dieser betrifft weltweit 25.729 Fahrzeuge des Baujahres 2023, in Deutschland müssen 2.374 Fahrzeuge in die Werkstätten. Hier besteht das Problem in einer „ungenügenden“ Abdichtung der Hochvoltbatterie, was zum Eindringen von Feuchtigkeit führen kann. Im schlimmsten Fall ist auch hier ein Fahrzeugbrand die Folge. In der Werkstatt muss die Hochvoltbatterie einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden – im Falle einer nicht ausreichenden Abdichtung muss diese erneuert werden.
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Thermische Überlastung und Fahrzeugbrand droht: Audi ruft knapp 43.000 e-tron-Modelle zurück
Beim Ingolstädter Autobauer Audi gibt es einen Rückruf für weltweit 42.981 e-tron-Modelle, die zwischen 2018 und 2022 gebaut wurden. In Deutschland sind 1.490 Fahrzeuge betroffen. Laut KBA-Rückrufdatenbank kann es zu Spannungsverlusten einzelner Zellmodule der HV-Batterie kommen, die eine thermische Überlastung und einen Fahrzeugbrand zur Folge haben können. In der Werkstatt muss die HV-Batterie überprüft – und eventuell Batteriemodule ausgetauscht werden. Der Rückruf läuft unter der KBA-Referenznummer „013462“ sowie den Hersteller-Codes „93U9“ und „93V2“.
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Der zweite Audi-Rückruf (veröffentlicht im September 2023) betrifft weltweit 7.619 e-tron-Modelle, die zwischen 2022 und 2023 gebaut wurden. In Deutschland müssen 1.372 Fahrzeuge in die Werkstätten. Hier kann ebenfalls aufgrund einer ungenügenden Abdichtung Feuchtigkeit in die Hochvoltbatterie eindringen, was zu einem Brand führen kann. Auch hier muss die Dichtigkeit der Batterie überprüft – und eventuell die Abdichtung ersetzt werden. Dieser Rückruf läuft unter der KBA-Refernznummer „013142“ und dem Hersteller-Code „93T7“.
Erhält man als Fahrzeughalter ein Rückruf-Schreiben, so ist dies keine Empfehlung, sondern eine verbindliche Aufforderung. Kommt der Halter der Aufforderung nicht nach, kann das Auto stillgelegt werden.
Rubriklistenbild: © Porsche

