Fristen beachten

E-Autoprämie wird heruntergefahren: Wer viel Förderung will, muss schnell sein

  • schließen

Die Förderung für E-Autos wird in den kommenden Monaten heruntergefahren. Wer möglichst viel Förderung will, muss also die Fristen kennen.

Der Prämien-Endspurt zum Jahresende ist gerade vorbei, da steht schon das nächste wichtige Ultimatum für E-Autokäufer an. Ende August läuft zunächst die Förderung für gewerblich genutzte Elektroautos komplett aus. Und für Privatkunden sinkt der Zuschuss nach dem Jahreswechsel unter Umständen deutlich.

Seit Anfang dieses Jahres gibt es den Umweltbonus nur noch für reine E-Autos, Plug-in-Hybride qualifizieren sich nicht mehr für die Prämie. Für reine Batterie-Mobile gibt es seitdem weniger Geld: Waren 2022 inklusive Mehrwertsteuervorteil noch maximal bis zu 9.570 Euro Brutto-Förderung drin, sind es aktuell höchstens 7.177 Euro. Zumindest, solange der Nettolistenpreis weniger als 40.000 Euro beträgt (brutto: 47.600 Euro). Liegt er zwischen 40.000 und 65.000 Euro (brutto: 77.350 Euro), sind es nur noch 4.785 Euro. Noch teurere Modelle bezuschusst der Staat gar nicht.

E-Autoprämie wird heruntergefahren: Wer viel Förderung will, muss schnell sein

Für Gewerbekunden fallen mit dem 1. September aber auch die verbliebenen Zuschüsse weg. Dann können nur noch Privatpersonen der Förderantrag stellen. Für diese wiederum ist der 31. Dezember ein wichtiger Stichtag. Denn ab dem 1. Januar 2024 gibt es nur noch Geld für Autos mit einem Nettolistenpreis bis 45.000 Euro (brutto: 54.550 Euro). Nach heutigem Stand sind dann nur noch rund die Hälfte aller verfügbaren E-Modelle und -Modellvarianten förderfähig. Vor allem die größeren und stärkeren Ausführungen von beliebten Elektroautos sowie Modelle von Premiumherstellern fallen dann aus dem Raster. Für die übrig gebliebenen Autos gibt es dann 4.785 Euro brutto von Staat und Hersteller.

Wer die E-Autoprämie sicher haben möchten, sollte nicht zu lange warten. (Symbolbild)

E-Autoprämie: Ist der Topf leer, gibt es auch kein Geld mehr

Und noch ein weiterer Fallstrick könnte Käufer Geld kosten: Das Gesamtbudget für den Bundeszuschuss zur Prämie ist nun begrenzt. Für 2023 stehen bis zu 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung, 2024 sind es nur noch 1,3 Milliarden. Ist der Topf leer, gibt es kein Geld. Für knapp kalkulierende Käufer könnte das zum Problem werden. Denn wie bisher ist die Antragsstellung erst nach Auslieferung und Zulassung des Neuwagens möglich – wobei man sich mit einem kleinen Trick mit dem Fahrzeugbrief zumindest etwas Zeit sparen kann.

E-Autoprämie: Lieferzeiten für Stromer sind teils noch lang

Wer die Prämie sicher haben will, sollte daher nicht zu lange warten, denn die Lieferzeiten für E-Autos sind teilweise immer noch lang. Ende 2022 lagen sie für einige populäre Modelle bei rund einem Jahr. In Einzelfällen mussten Kunden sogar 18 Monate und noch länger Geduld aufbringen. Die Liefersituation dürfte sich nach Experteneinschätzungen in den kommenden Wochen und Monaten zwar tendenziell entspannen, exakte Prognosen sind aber schwierig. Einer Umfrage zufolge wollen sich jedenfalls in diesem Jahr viele Deutsche gar kein neues Auto zulegen.

Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind

Opel Rocks-e
Opel Rocks-e: Mancher dürfte sich fragen, ob das überhaupt noch ein vollwertiges Auto ist. Gesetzlich ist er es wie alle Kleinstwagen nicht. Wer ihn fahren will, benötigt lediglich die Führerscheinklasse AM. Somit kann er schon ab 15 Jahren bewegt werden. Der Elektromotor leistet 8 PS und beschleunigt den Mini-Stromer auf 45 km/h. Mehr geht nicht. Die 5,5-kWh-Batterie reicht für eine Reichweite von 75 Kilometern. Danach muss der 2,41 Meter lange Opel Rocks-e für rund vier Stunden an die Steckdose. Kostenpunkt: rund 8.000 Euro © Opel
Renault Twizzy
Renault Twizy: Der kleine Franzose ist so etwas wie der Opa unter den Mikro-Elektroautos. Schon seit 2012 ist der Twizy in der Modellpalette von Renault zu finden. Mit 2,34 ist er etwas größer als Rocks-e und Ami. Statt nebeneinander nehmen die zwei Insassen hintereinander Platz. Seitenscheiben gibt es nur als Zubehör. Preislich geht es ab 11.450 Euro los. Wie die größere Version fahren will, benötigt jedoch einen richtigen Führerschein. Die Reichweite gibt Renault mit 90-100 Kilometern an. © Renault
City Transformer CT1
City Transformer CT1: Auch in Israel hat man die Mikro-Elektroautos für sich entdeckt. Der CT1 vom Start-up City Transformer macht seinem Namen dabei alle Ehre. Denn die Spurweite des Mini-Stromers lässt sich anpassen. Angetrieben wird er von zwei Elektromotoren an der Hinterachse. Das Start-up verspricht bis zu 180 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Wer den CT1 vorbestellt, zahlt 13.000 Euro, später soll er dann 16.000 Euro kosten. © City Transformer
Das Elektroauto e.GO Life
e.Go Life: Mit seinen 3,3 Metern ist der e.Go Life im Vergleich zu den andren Mini-Stromern fast schon ein Riese. Der 77 PS starke Elektromotor ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. In der Stadt soll er bis zu 206 km weit kommen. Kombiniert liegt die Reichweite bei 139 Kilometern. Wegen der Insolvenz von e.Go im Sommer 2020 wurde der Life zeitweise nicht gebaut. Dasd Geschäft wurde aber von der Next.E.Go Mobile SE übernommen. Mit dem e.wave X steht auch schon ein Life-Nachfolger bereit. © Marius Becker/dpa
Microlino 2.0.
Microlino 2.0: Von 1955 bis 1962 baute BMW das Leichtfahrzeug Isetta. Bis heute ist der Kleinstwagen Kult und feiert nun sein Comeback. Zumindest ähnelt der Microlino 2.0 der Isetta sehr. Angeboten wird der Mikro-Stromer in drei Batterieversionen mit 95, 175 und 230 km Reichweite. Der 20 PS starke Elektromotor beschleunigt das nur 450 Kilogramm schwere Mobil auf 90n km/h. Mit 14.990 Euro ist der Microlino jedoch nicht grade billig. © Arnulf Hettrich/Imago
Elaris Pio
Elaris Pio: Mit 2,81 Meter Länge bleibt dieser Elektro-Zwerg noch unter der Drei-Meter-Marke. In diesem Bereich verschwimmen die Grenzen zwischen Mikro-Auto und Pkw. In Sachen Antrieb befindet sich der Pio jedoch bei den Mikro-Stromern. Grade einmal 49 PS leistet der Elektromotor. Der Akku kommt auf 27 kWh und reicht für 225 Kilometer. Preislich liegt der Pio bei 21.900 Euro. © Elaris
FreZE Nikob EV
FreZE Nikob EV: In China ist der Elektro-Zwerg unter dem Namen Wuling Hongguang Mini EV bereits sehr erfolgreich. Damit das auch in Europa der Fall ist, brauchte es neben einem neuen Namen auch mehr Sicherheit und Energieeffizienz. Heißt: ESP, Airbags, neue Räder und eine LED-Beleuchtung. Angeboten wird das Nikob EV mit einer 13,8-kWh-LFP-Zelle mit 200 km Reichweite. Kosten soll das kleine Elektroauto 16.000 Euro. © Wulling
Elektrofrosch Bob Four
Elektrofrosch Bob Four: So ganz weiß man ja nicht, was dieses Gefährt sein möchte. Offiziell handelt es sich bei dem Elektrofrosch Bob Four um einen Kabinenroller. Entsprechend ist bei 45 km/h Schluss. Rund 100 Kilometer soll der Elektrofrosch kommen und das für grade einmal 8.990 Euro. Neben dem Bob Four hat Elektrofrosch noch weitere Mikromobile im Angebot.  © Elektrofrosch
Ari 802
ARI 802: Mit 2,22 fällt der Ari 802 sehr klein aus. Mit 643 Kilogram ist er zudem auch noch sehr leicht. Daher reichen 10 PS auch um den Kleinstwagen auf Tempo 80 zu bringen. In den Versionen 252 und 452 sind nur 25 beziehungsweise 45 km/h drin. Die Reichweite gibt Ari mit 120 bis 250 Kilometern an. Preislich schlägt der Ari 802 mit 10.990 Euro zu Buche.  © Ari

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

E-Autoprämie: Hyundai gibt Liefergarantien

Erleichterung für den Kunden können Liefergarantien geben, bei denen die Hersteller die pünktliche Neuzulassung garantieren. Aktuell gibt etwa die Hyundai-Premiumtochter Genesis offiziell eine derartige Zusicherung: Gewerbekunden müssen ihr Modell demnach bis zum 10. April bestellen, um es auf jeden Fall rechtzeitig zu erhalten. Für Privatkunden, die ihr Auto vor dem Jahreswechsel haben wollen, ist der 10. Juli der Stichtag. Weitere Hersteller dürften in den kommenden Wochen mit ähnlichen Garantien und Angeboten folgen. Das legen zumindest die Erfahrungen mit dem Zulassungsendspurt 2022 nahe. Auch damals drohte bei zu später Auslieferung eine Prämienkürzung, die manche Marken durch Liefergarantien oder Rabatte verhindern beziehungsweise ausglichen. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

Kommentare