Mindestversorgung garantiert

Elektroauto: Netzagentur fordert Einschränkung – Angst vor Stromausfällen

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Elektroautos boomen. Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, warnt vor Stromausfällen und fordert Lade-Einschränkungen.

Geht es nach den Herstellern und der Bundesregierung, ist das Elektroauto die Zukunft der Mobilität. Bis 2030 sollen 15 Millionen Stromer über Deutschlands Straßen rollen. Eine gigantische Zahl, die das Stromnetz an den Rand seiner Leistungsfähigkeit bringen könnte. Auch, weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen setzen. Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, möchte daher das Laden von Elektroautos einschränken.

Der Grund: Durch die grünen Technologien kann es zu Stromausfällen kommen. „Wenn weiter so viele neue Wärmepumpen und Ladestationen installiert werden, dann sind lokale Strom-Ausfälle im Verteilnetz zu befürchten, falls wir nicht handeln“, sagte Müller der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Um eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern, soll das Laden von Elektroautos ab 2024 eingeschränkt werden.

Elektroauto: Netzagentur fordert Einschränkung – Angst vor Stromausfällen

Entsprechend habe Wirtschaftsminister Robert Habeck (53, Grüne) den Chef der Bundesnetzagentur mit dem Stromnetz-Problem beauftragt. Eine Möglichkeit, dieses zu lösen, sieht Müller darin, die Stromversorgung für die Nutzer von Ladestationen zeitweise einzuschränken.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

„Es wird definitiv keine Komplettabregelung geben. Wir wollen eine Mindestversorgung jederzeit garantieren“, betont der Chef der Bundesnetzagentur. Die Ladesäulen würden also weiterhin mit Strom versorgt. Die Zufuhr würde aber gedrosselt, um das Netz nicht zu überlasten. Die Kapazität werde aber reichen, damit ein Elektroauto innerhalb von drei Stunden genug Strom für eine Reichweite von 50 Kilometer laden kann. Auch ein störungsfreier Weiterbetrieb einer Vielzahl von Wärmepumpen soll möglich blieben.

Elektroauto: Lade-Einschränkung könnte schon 2024 kommen – VDA übt Kritik

Die Reglung könnte schon zum 1. Januar 2024 in Kraft treten, wie die Bild unter Berufung auf ein Entwurfspapier berichtet. Die Auto-Industrie übt heftige Kritik an dem Plan von Müller. „Wenn das Laden zu Hause nur eingeschränkt möglich wäre, würden erhebliche Komforteinbußen drohen“, erklärte Hildegard Müller (55), Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie der FAS. Zudem sind kurze Ladezeiten ein wichtiges Ziel in der Entwicklung und ausschlaggebend für den Erfolg der Elektroautos. Die Drosslung mache es schwerer, die Menschen von einem Umstieg zu überzeugen, betonte die VDA-Chefin.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

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Während in Deutschland noch über eine Drosslung zur Vermeidung von Stromausfällen diskutiert wird, ist man in Großbritannien bereits einen Schritt weiter. Dort kann der Strom-Zugang für Elektroautos bereits reglementiert und eingeschränkt werden. Ein Fahrverbot, wie es in der Schweiz diskutiert wurde, soll in Deutschland aber nicht drohen.

Rubriklistenbild: © Robert Poorten/Imago

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