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Hohe Preise, knappes Angebot: Warum die E-Mobilität in Deutschland kaum in Fahrt kommt

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Die E-Mobilität kommt in Deutschland kaum in Schwung. Eine aktuelle Studie zeigt, was mögliche Gründe dafür sein könnten.

Seit Jahresbeginn gehen die Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland nach oben. Ist das nach einem sehr schwierigen Jahr 2024 für die E-Mobilität hierzulande nun die Trendwende? Neue Zahlen lassen daran Zweifel aufkommen. Laut dem aktuellen EV-Index (Q1/2025) der Unternehmensberatung Deloitte sind aktuell nur 13 Prozent der Deutschen willens, sich ein Elektroauto zu kaufen.

Hohe Preise und ein mageres Angebot sind nur zwei der Gründe, warum sich Elektroautos in Deutschland noch immer schwertun. (Symbolbild)

Elektroauto oder Verbrenner? Die Preisunterschiede sind hoch

Die Gründe für die Kauf-Zurückhaltung sind vielfältig. Einer davon sind sicherlich die nach wie vor hohen Preise für Elektroautos. Der Auswertung zufolge kosten Stromer im Durchschnitt 10.200 Euro mehr als vergleichbare Verbrenner. Besonders extrem sind die Preisunterschiede in der Kleinwagen- und Kompaktklasse: Hier sind es sogar zwischen 15.000 und 12.000 Euro. Dazu kommt, dass genau in diesen Segmenten die Käufer besonders preissensibel sind.

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Noch immer Bedenken bei Reichweite und Lade-Situation

Als schwierig wird von vielen Deutschen die Lade-Situation eingeschätzt: 66 Prozent gaben an, sich darum Sorgen zu machen – sowohl was die Ladedauer als auch die Anzahl der verfügbaren Ladestationen angeht. 49 Prozent der Befragten sind mit den aktuellen Reichweiten der E-Autos nicht zufrieden. Allerdings sind die Erwartungen auch vergleichsweise hoch: Viele wünschen sich mehr als 500 oder 600 Kilometer. Das schaffen aktuell nur wenige E-Autos.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Elektroautos mit deutlichem höherem Wertverlust als Verbrenner

Neben dem hohen Kaufpreis für Elektroautos ist auch der hohe Wertverlust ein Problem. Der Studie zufolge haben E-Autos im Vergleich zu Verbrennern einen um 60 Prozent höheren Wertverlust. Dies führe zu einer Verunsicherung bei den Verbrauchern hinsichtlich des langfristigen Werts eines Fahrzeugs, heißt es in der Deloitte-Analyse. Und auch die Auswahl im Vergleich zu Verbrennern ist noch ausbaufähig: Während es im Klein- und Kompaktwagensegment jeweils nur sechs E-Modelle zur Auswahl gebe, seien es bei Verbrennern 15 beziehungsweise 19 Fahrzeuge.

Vergleichsweise hoher Strompreis in Deutschland

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist auch der vergleichsweise hohe Strompreis ein Hemmschuh für einen Umstieg. Das Laden eines E-Autos ist der Auswertung zufolge in Spanien rund 40 Prozent billiger als in Deutschland. An öffentlichen Ladesäulen sind die Preise teils um ein Vielfaches höher, wie zuletzt der Automobilverband VDA kritisierte. Im Vergleich zu den Kraftstoffkosten für Verbrenner fährt man der Studie zufolge mit dem Strom für E-Autos aber immer noch um rund ein Drittel billiger.

Rubriklistenbild: © C3 Pictures/Imago

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