Studie zeigt Probleme

Elektroauto: Ladesäulen bereiten deutschen Autofahrern Kopfzerbrechen

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Ladesäulen für Elektroautos sind teilweise noch nicht aus ausgereift. Vor allem beim Starten und Beenden des Ladevorgangs gibt es Probleme.

Nicht immer klappt das Laden von Elektroutos an öffentlichen Ladesäulen so wie vom Fahrer gewünscht. Ein Experten-Team hat nun die häufigsten Probleme und Fehlerquellen gesammelt und einen Plan zu ihrer Behebung vorgestellt. Das Konsortium unter Führung der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur hat 61 Probanden mit wechselnden Fahrzeugen Normal- und Schnellladestationen in Hamburg und München testen lassen.

Die von den E-Autofahrern kritisierten Punkte betrafen vor allem Kennzeichnung und Bedienung der Stationen. Ein typisches Problem beim Freischalten der Säule per Ladekarte etwa war, dass die Anlagefläche für den RFID-Chip nicht eindeutig zu erkennen war. 

Das Elektroauto an der Ladesäule zu laden ist nicht immer so einfach, wie es klingt. Es lauern viele Probleme.

Elektroauto: Ladesäulen bereiten deutschen Autofahrern Kopfzerbrechen

Noch schwieriger hatten es Nutzer, die sich per Smartphone anmelden wollten. So konnten beispielsweise nicht alle Lade-Apps die QR-Codes auf der Säule verarbeiten, die Synchronisation zwischen Ladestation und Handy hakte und das Beenden des Ladevorgangs klappte nicht immer.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Kritik gab es auch an der generellen Bedienbarkeit der Säulen. So zeigten sich die Touchscreens häufig nicht berührungsempfindlich genug und an einigen Ladepunkten fehlte eine Bedienungsanleitung. Die oft notwendige gleichzeitige Handhabung von Stecker und Lade-App wurde zudem manchmal als umständlich empfunden. Hinzu kommt,, dass die Ladesäulen oft nicht richtig funktionieren.

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Elektroauto: Maßnahmenkatalog für Verbesserungen an den Ladesäulen

Aus den Ergebnissen des Praxistests hat das Konsortium, zu dem etwa BMW, Ladesäulenbetreiber Ionity sowie Anlagenbauer ABB gehören, einen verbindlichen Maßnahmenkatalog für die beteiligten Marktteilnehmer definiert. Wichtigster Punkt: Die eindeutige Bezeichnung der Stecker. Aufgeführt sind zudem unter anderem Forderungen nach zuverlässigen Touchscreens und verständlichen Kurz-Anleitungen auf der Ladesäule. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © Horst Galuschka/Imago

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