VonMichelle Breyschließen
Neuer Monat, neue Änderungen: Auch im Juli müssen Verbraucher einiges beachten. Neben finanziellen Erleichterungen steigen an anderen Stellen die Preise.
München – Mehr Geld für Rentner, höhere Freibeträge für Bürgergeld-Empfänger und das E-Rezept: Auf die Menschen in Deutschland warten einige Erleichterungen. An einigen Stellen muss jedoch auch tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden. Ein Überblick, was sich im Juli 2023 alles ändert.
Änderungen im Juli: Rentenerhöhung - So viel Geld gibt es mehr
Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland dürfen sich freuen. Das zweite Jahr in Folge gibt es eine deutliche Erhöhung. Im Normalfall steigen die Renten jedes Jahr zum 1. Juli. Sie richten sich nach der Lohnentwicklung im Land. Dabei gibt es zwischen Westen und Osten Unterschiede. Dass die Renten im Osten stärker steigen als im Westen, liegt an der sogenannten Angleichungstreppe. Bis 2024 sollte der Rentenwert Ost an den im Westen angepasst werden. Das wird nun schon 2023 erreicht.
- Im Westen steigen die Bezüge um 4,39 Prozent. Bei einer monatlichen Rente von 1000 Euro landen so rund 44 Euro mehr auf dem Konto.
- Im Osten steigen die Bezüge um 5,86 Prozent. Bei einer gleich hohen Rente im Osten entspricht das fast 60 Euro mehr.
Bürgergeld-Änderungen und höherer Pflegebeiträge: Was gilt ab Juli?
Auch für Bezieher von Bürgergeld – dem Nachfolger von Hartz IV – ergeben sich ab Juli einige Änderungen. So steigen die Freibeträge für Erwerbstätige. Sie dürfen künftig bei einem Einkommen zwischen 520 und 1000 Euro davon 30 Prozent behalten. Für junge Menschen gilt bei einem Schüler- oder Studentenjob eine Obergrenze von 520 Euro. Gleichzeitig werden die Weiterbildungsmöglichkeiten ausgeweitet.
Angesichts steigender Kosten wird der Pflegebeitrag für zwei Gruppen erhöht. Familien mit mehreren jüngeren Kindern sollen hingegen entlastet werden. Aktuell liegt der Beitrag bei 3,05 Prozent des Bruttolohns, für Kinderlose bei 3,4 Prozent.
Änderungen im Gesundheitswesen: Das E-Rezept kommt und Änderung beim Zugang zu Kurzarbeitergeld
Die Corona-Pandemie ist vorbei – und damit ändert sich erneut auch wieder etwas für Unternehmen. Der vereinfachte Zugang zum Kurzarbeitergeld läuft zum 1. Juli nämlich aus. Für Unternehmen gilt dann also: Bei mindestens einem Drittel ihrer Beschäftigten muss im Monat jeweils ein Entgeltausfall von mehr als zehn Prozent vorliegen.
Eine weitere Änderung, die Verbraucher im Juli trifft, bringt das elektronische Rezept mit sich. Der Start wurde mehrfach verschoben. Ab Juli soll es mit dem E-Rezept aber so richtig losgehen. Versicherte sollen ihre Rezepte dann ganz einfach mit der Versichertenkarte in der Apotheke abholen können. Die Rezepte werden in einer Datenbank gespeichert und dann direkt vor Ort ausgelesen. Bis Ende des Monats sollen 80 Prozent der Apotheken an das System angeschlossen sein.
Änderungen im Juli: Gasspeicherumlage steigt
Die Gasspeicherumlage, die einen Bruchteil des Erdgaspreises ausmacht, steigt zum 1. Juli auf 1,45 Euro je Megawattstunde (0,145 Cent je Kilowattstunde) von bisher 59 Cent je Megawattstunde. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 KWh ergeben sich Mehrkosten von gut 18 Euro im Jahr.
DHL / Deutsche Post: Namensänderung und höhere Preise ab Juli
Die Deutsche Post DHL Group benennt sich um. Ab dem 1. Juli fällt der Namensteil „Deutsche Post“ weg. Der global aufgestellte Konzert heißt künftig nur noch DHL Group, wie das Unternehmen Mitte Juni mitteilte. An der Börse gibt es ebenfalls eine Änderung. Dort wurde das Unternehmen lange mit DPW, bezogen auf den früheren Firmennamen Deutsche Post World Net, abgekürzt. Künftig ist das Börsenkürzel leichter zu merken: DHL.
Auch Verbraucher müssen sich umstellen. Denn vom 1. Juli an gelten für bestimmte Produkte/Dienstleistungen höhere Preise, wie das Unternehmen informierte:
| Produkt/Dienstleistung | Alter Preis | Neuer Preis ab 1. Juli 2023 |
| DHL Paket bis zehn Kilogramm | 9,49 Euro | 10,49 Euro |
| DHL Paket bis 31,5 kg | 16,49 Euro | 19,99 Euro |
| Transportversicherung bis 2.500 Euro / bis 25.000 Euro | 6,00 Euro / 18,00 Euro | 6,99 Euro / 19,99 Euro |
| Nachnahme | 8,99 Euro (Onlinepreis) | 6,90 Euro (Nachnahme) |
| Sperrgut | 26,78 Euro | 28,99 Euro |
Auch beim Führerschein standen Änderungen ab 2023 an. Neue Regeln gelten für alle Autofahrer. (mbr/dpa)
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