Tesla Leaks enthüllen: Elektroauto-Produktion in Grünheide viel geringer als behauptet
VonSimon Mones
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Im März hat Tesla erstmals mehr als 5.000 Elektroautos in Grünheide produziert. Das war aber offenbar nur eine Ausnahme. Meist verfehlt die Gigafactory die Ziele deutlich.
Die Eröffnung der Gigafactory in Grünheide bei Berlin dürfte sich Elon Musk wohl einfacher vorgestellt haben. Die Realität sah anders aus: Ärger mit den Behörden, eine verspätete Eröffnung und viel Gegenwind von Umweltschützern. Seit März 2022 rollt das Model Y dort nun vom Band. Nur ein Jahr später knackte man – trotz Anlaufschwierigkeiten – die magische Marke von 5.000 Elektroautos pro Woche.
Was nach einer Kampfansage an die Konkurrenz klingt, scheint jedoch eher ein Sturm im Wasserglas gewesen zu sein. Lediglich einmal sollen mehr als 5.000 Elektroautos in der Gigafactory gebaut worden sein. Ansonsten sollen die Produktionszahlen deutlich unter denen liegen, die Tesla kommuniziert. Das berichtet der Business Insider unter Berufung auf interne Dokumente und Aussagen mehrerer Mitarbeiter.
Tesla verfehlt Ziele: Es fehlt an Personal
Intern hat man sich demnach ohnehin deutlich niedrigere Ziele gesteckt. Im Juli und August sollten es rund 4.350 Fahrzeuge sein. Offenbar war auch das noch zu ambitioniert und wurde mehrfach verfehlt. Dem Business Insider zufolge sollen zuletzt im Schnitt nur 4.000 Tesla die Gigafactory verlassen haben.
Um das offizielle Ziel von 5.000 Fahrzeugen zu schaffen, müsste Tesla in Grünheide täglich 1.000 Elektroautos bauen. Für die interne Vorgabe wären 870 notwendig. Im Juli verfehlte man dieses Ziel einmal besonders deutlich. Am 25. Juli sollen grade einmal 692 Stück gebaut worden sein. Wohl auch, weil nach wie vor Personal fehlt. So sollen rund 10.000 Menschen für Tesla arbeiten. Dieser Effekt wird durch die Ferienzeit noch verstärkt. Durch die Überlastung soll zudem die Zahl der Krankmeldungen gestiegen sein, wie t3n.de schreibt.
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Tesla will langfristig bis zu eine Million Elektroautos pro Jahr bauen
Hinzukommt, dass Tesla laut einem geleakten internen Dokument im Juni Hunderte Leiharbeiter entlassen haben soll. Auch die Sonderschichten im zweiten Quartal sollen demnach gestrichen, sowie die regulären Arbeitsschichten von drei auf zweieinhalb gekürzt worden sein.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Der Vermutung, dass Tesla zu dieser Zeit Absatzprobleme gehabt haben soll, widersprach der Konzern entschieden. Man befinde sich „weiterhin erfolgreich im Hochlauf“, hieß es laut t3n aus Texas. Langfristig will Tesla in Grünheide jährlich bis zu einer Million Elektroautos bauen. Mittelfristig peilt man in der ersten Ausbaustufe 500.000 Fahrzeuge an und will 12.000 Mitarbeiter beschäftigen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten jede Woche 10.000 Neuwagen die Gigafactory verlasse. Es ist also noch ein langer Weg.