VonStella Henrichschließen
Der Netzbetreiber TransnetBW hat seine Kunden im Süden aufgerufen, den Verbrauch zu reduzieren. Wegen des Wetters werden offenbar Stromengpässe erwartet.
Stuttgart ‒ Eigentlich gebe es keinen Grund zur Sorge. Das verkündet der Netzbetreiber TransnetBW auf seiner Internetseite. Die Stromversorgungssicherheit sei gewährleistet. Nun aber ruft das Unternehmen die Kunden auf seinem Twitter-Account dennoch zur Mithilfe auf: „Bitte helft mit“. Demnach sollen die Kunden heute ab 17 Uhr ihren Verbrauch reduzieren.
An der Küste ist starker Wind am Sonntag Nachmittag prognostiziert. Wir beobachten die Auswirkungen auf das #Stromsystem ganz genau und werden es stabil halten. Mit Ihrer Unterstützung können wir das aber noch besser. Helfen Sie mit! #StromNetzSicherheit pic.twitter.com/7EBeVdrEdG
— TransnetBW (@TransnetBW) January 14, 2023
Als Grund für die Maßnahme nennt der Stuttgarter Netzbetreiber den starken Wind. Die Kunden sollten während 17 und 19 Uhr ihre Haushaltsgeräte ausschalten und auf das Wäschewaschen verzichten. Auch sollten Geräte wie Laptops mit Akku betrieben werden. Zum Laden der Akkus oder für die Nutzung elektrischer Haushaltsgeräte sollte die Zeit bis 17 Uhr genutzt werden. TransnetBW hatte dazu bereits am späten Samstagabend auf Twitter aufgerufen. Das ist die aktuelle Unwetterwarnung in Deutschland - Warnung in elf Kreisen.
Netzbetreiber bittet Kunden um Mithilfe: Die Ampel steht wegen eines Redispatch zwischen 17 und 19 Uhr auf rot für die Bürger im Südwesten
Hintergrund sei ein sogenannter Redispatch, berichtet Faz.net. Dabei handelt es sich um einen Eingriff in die Stromerzeugung, um Engpässe im Netz zu vermeiden (zum Erklärvideo). Im Norden werde im Laufe des Tages ein so hohes Windaufkommen erwartet, dass die Übertragungskapazität in den Südwesten nicht ausreiche, zitiert das Online-Portal eine Sprecherin des Unternehmens. Das Ganze lässt sich mit einem Stau auf der Autobahn vergleichen. Da hilft meist auch nur: Geschwindigkeit runter oder erst gar nicht ins Auto steigen. Mit einem „angepassten Stromverbrauch“ können die Bürger im Südwesten demnach auch während der roten Phase mithelfen, das Stromnetz stabil zu halten.
Laut Bundesnetzagentur kommt es immer wieder zu Redispatch-Maßnahmen der Netzbetreiber - sogar häufiger als früher. Ein wesentlicher Grund dafür sei der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie. Dies führe häufiger zu Ungleichgewichte zwischen der hohen Erzeugung von Strom etwa aus Windkraft im Norden und dem Verbrauch im Süden.
Netzbetreiber bittet Bürger um Mithilfe: Kosten der Energiewende kommen jetzt schon bei Verbrauchern an
Zur Deckung des Redispatch-Bedarfs in Baden-Württemberg sollten dann laut TransnetBW mehr als 500 Megawatt Kraftwerksleistung aus dem Ausland bezogen werden. Das hat auch finanzielle Folgen für die Verbraucher. Denn die Kosten für den Redispatch werden über die Netzentgelte umgelegt und kommen so über die Stromrechnung beim Verbraucher an. Kein Wunder also, dass inzwischen Photovoltaik-Anlagen als Stromspeicher bei Bürgern in ganz Bayern immer beliebter werden.
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