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Wenn die Hortensie nicht aus dem Winterschlaf aufwacht und keine oder kaum frische Triebe bildet, kann dies mehrere Ursachen haben. Manchmal sind es Pflegefehler.
Wenn eine Hortensie im Frühjahr nicht austreibt, machen sich viele Gartenbesitzer Sorgen. Verstärkt wird dies noch, wenn die Hortensien in der Nachbarschaft offenbar prächtig gedeihen. Doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Pflanze krank ist – oftmals hat das fehlende Grün natürliche Ursachen. Ein Austrieb bis Mitte April ist noch nicht ungewöhnlich, aber grundsätzlich kommen folgende Möglichkeiten infrage:
Die Sorte
Sowohl die Art als auch die Sorte einer Hortensie bestimmten den Zeitpunkt ihres Austriebs. Bauern- und Waldhortensien sind eher Frühzünder und haben in der Regel einen recht großen Vorsprung zu Rispen- oder Schneeballhortensien. Dies hängt auch mit den jeweiligen Schnittgruppen zusammen, denn Hortensien der Schnittgruppe 1 wie die Bauernhortensien haben die Knospen bereits im Spätsommer des Vorjahres ausgebildet. Da auch ein falscher Rückschnitt Blätter und Blüten kosten kann, sollte man die richtigen Regeln hierfür unbedingt beachten.
Die Witterung
Einen wesentlichen Einfluss auf den Austrieb haben die Temperaturen im Frühling und wie viel Sonne und Regen die Pflanze abbekommen hat. Je wärmer und sonniger es bis zum April war, desto wuchsfreudiger wird eine Hortensie. Hierbei spielt auch der Standort eine Rolle: Die gleiche Hortensiensorte kann in einem durchlässigen Boden in sonniger, windgeschützer Lage prächtig gedeihen, auf einem Lehmboden, der von Regen feucht gesättigt ist oder viel im Schatten liegt, verzögert sich das Wachstum jedoch.
Frost im Winter oder Frühjahr
Nur wenige frische Triebe oder ganz ausbleibendes Grün können darauf hindeuten, dass die Hortensie im Winter erfroren und abgestorben ist oder zumindest einen Kälteschaden bekommen hat. Dies kann auch einem starken Temperaturwechsel geschuldet sein, wenn nach einem milden Jahresstart ein paar sehr frostige Nächte folgen und die jungen, empfindlichen Triebe zurückfrieren. Die Pflanze lässt sich meist noch retten, indem man die betroffenen Zweige bis in den gesunden Teil abschneidet. Wenn kein Trieb der Hortensie beim Anritzen der Rinde eine frischgrüne Farbe zeigt, ist möglicherweise die ganze Pflanze erfroren und muss ausgetauscht werden. Sind nur die Blätter braun geworden, ist kein Handeln nötig.
Der pH-Wert des Bodens
Wenn sich der pH-Wert des Bodens verändert hat oder vom Beginn der Pflanzung an in einem ungünstigen Bereich lag, reagieren Hortensien empfindlich. Die Pflanzen bevorzugen einen eher sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 6. Mit pH-Wert-Tests aus dem Handel lässt sich dies überprüfen und der Boden gegebenenfalls ansäuern.
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Das Alter der Pflanze
Alte Hortensienexemplare neigen dazu, im Laufe der Jahre langsamer auszutreiben – vor allem, wenn sie unregelmäßig oder gar nicht zurückgeschnitten wurden. Hier hilft je nach Sorte ein Verjüngungsschnitt und künftig ein Pflege-Rückschnitt im richtigen Rhythmus. Wenn die Hortensie noch sehr jung ist und in den letzten drei Jahren gepflanzt wurde, muss sie manchmal erst noch Fuß fassen. In diesem Fall sollte man etwas Geduld haben.
Umpflanzen
Wurde die Hortensie vielleicht zum falschen Zeitpunkt umgepflanzt? Wenn man Teller- oder Bauernhortensien im Herbst an einen anderen Ort setzt, kann sich das Wachstum der Pflanzen im folgenden Frühling verzögern. Rispen- und Schneeballhortensien wiederum mögen es nicht, wenn sie im Frühjahr den Platz wechseln sollen.
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