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Krebs-Bluttests in der Früherkennung: Testergebnisse sind nicht verlässlich, aber in der Therapie hilfreich

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Wird Krebs frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen gut. Denn je zeitiger die Behandlung einsetzt, desto besser. Bluttests geben allerdings keine verlässliche Information.

Mithilfe einer Blutanalyse kann man feststellen, wie es um den Cholesterinspiegel steht. Auch ein Mineralstoff- oder Vitaminmangel wie Eisenmangel oder Vitamin-D-Mangel wird mittels eines Blutbilds nachgewiesen. Und auch über einen erhöhten Leukozyten-Spiegel, der auf eine entzündliche Krankheit im Körper hinweist, geben Bluttestergebnisse Aufschluss.

Ein großes Blutbild kann auch Krankheiten anzeigen. Blutarmut oder chronische Infektionen zählen dazu. Ein Mediziner erkennt anhand der Werte auch, ob organische Probleme vorliegen, zum Beispiel der Nieren oder der Leber. Es gibt auch sogenannte Krebsmarker im Blut, die Anzeichen einer Krebserkrankung sind. Also kann ein Bluttest eine Krebskrankheit anzeigen? So einfach ist es nicht.

Bislang entwickelte Bluttests zur Krebsfrüherkennung sind fehlerhaft

Die Blutanalyse zeigt unter anderem, ob die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut erhöht sind.

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Es wird weltweit Forschung betrieben, um verlässliche Bluttests zur Krebsfrüherkennung zu finden. Doch bislang ist es nicht gelungen, einen solchen Test erfolgreich zu entwickeln. Das Problem: Die bislang getesteten Bluttests haben in Versuchen zu häufig falsch Alarm geschlagen oder zu viele Krebskrankheiten übersehen, informiert das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz). „Für die bisher untersuchten Bluttests gilt: Es gibt keinen Test, der (...) sich daher nachgewiesenermaßen zur bevölkerungsweiten Früherkennung eignet“, informiert das dkfz weiter.

Zu häufig war es zu Fällen gekommen, in welchen Tests eine Krebserkrankung angezeigt hätten, obwohl diese gar nicht vorlag. Nicht nur diese „falsch-positiven“ Ergebnisse, sondern auch „falsch-negative“ Testergebnisse kamen vor.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Keine sichere Früherkennung mithilfe von Bluttests, aber therapeutischer Einsatz möglich

Einen für jeden anwendbaren Bluttest, der zuverlässig genug Krebs anzeigt, gibt es zwar bislang nicht. Es werden dem dkfz zufolge jedoch bereits mehrere Bluttests in Studien untersucht. Wann und ob diese Marktreife erhalten, bleibt abzuwarten.

In der Krebstherapie haben Blutanalysen allerdings einen wichtigen Stellenwert. So kommen die sogenannten Liquid Biopsy-Verfahren, wie die Blutanalyse auch genannt wird, in der Krebstherapie zum Einsatz. Etwa bei der Therapieplanung, um zu prüfen, ob die Krebstherapie anspricht oder um einen Rückfall frühzeitig zu erkennen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © R. Rebmann/Imago

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