Gute Kohlenhydrate

Bauch weg: Studie zeigt den entscheidenden Zusammenhang zwischen Vollkorn und Abnahme

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Der Taillenumfang sagt zum einen etwas über die Kleidergröße aus – aber viel wichtiger ist, was er über den gesundheitlichen Zustand schlussfolgern lässt.
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Bauchfett ist weder gesund noch wird es als schön empfunden. Viele Abnehmwillige mit großem Bauch machen jedoch einen gravierenden Fehler: Sie essen weniger Kohlenhydrate.

Sie haben Normalgewicht und fühlen sich fit? Trotzdem kann Ihr Bauch einen ungesunden Umfang haben. Genetische Veranlagung und zu viel Stress können die Ursache sein. Eine Faustregel gibt unter anderem das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Der Taillenumfang sollte bei Frauen nicht über 88 Zentimetern und bei Männern nicht über 102 Zentimetern liegen. Gemessen wird der Taillenumfang mit einem Maßband, das man auf Höhe des Bauchnabels um den Körper spannt. Der Bauch darf nicht eingezogen werden.

Wer einen größeren Bauchumfang hat und gleichzeitig einen Body-Mass-Index von über 25, der sollte seiner Gesundheit zuliebe abnehmen, so das BZfE. Auch ein Risikocheck beim Hausarzt wird empfohlen. Denn das Fett am Bauch, auch viszerales Fett genannt, ist besonders stoffwechselaktiv. Im Übermaß vorhanden, fördert es die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Auch erhöhte Cholesterinwerte werden getriggert. Der typische Bierbauch ist auch hormonaktiv und kann einen niedrigen Testosteronspiegel beim Mann zur Folge haben.

Bauchfett verlieren durch Vollkornprodukte: Forschende zeigen Vorteile auf

Doch wie wird man schlanker am Bauch? Viele verzichten auf Kohlenhydrate, um am Bauch abzuspecken. Das schadet aber der Herzgesundheit, wie ein internationales Forscherteam herausfand. Und auch eine aktuellere Studie zeigt, dass Kohlenhydrate keineswegs den Abnehmerfolg mindern – sondern Bauchfett sogar schmelzen lassen.

Buchtipp „Kohlenhydraten sind keine Dickmacher“

Dass man auch mit einer kohlenhydrathaltigen Ernährung abnehmen kann, beweist das Buch „Kohlenhydrate sind keine Dickmacher“ (werblicher Link) der Ernährungswissenschaftlerin Christina Lachkovics-Budschedl. Ihr Ernährungsplan räumt mit Mythen rund um Kohlenhydrate auf und zeigt, wie man mit Vollkornprodukten die Pfunde purzeln lässt.

„Bei Erwachsenen mittleren bis höheren Alters kann der Ersatz von raffiniertem Getreide durch Vollkornprodukte eine wirksame Ernährungsumstellung sein, um abdominale Adipositas (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „erhöhter Bauchumfang“), Dyslipidämie (Anmerkung d. Red.: Fettstoffwechselstörung) und Hyperglykämie (Anmerkung d. Red.: erhöhte Blutzuckerwerte) im Laufe der Zeit abzuschwächen und dadurch das Risiko für kardiometabolische Erkrankungen zu verringern“, so das Studienergebnis des Forscherteams um Caleigh Sawicki vom Human Nutrition Research Center on Aging an der Tufts University im US-amerikanischen Boston.

Zehn Snacks, die Sie bei Ihrer Diät unterstützen – und Heißhunger vorbeugen

dunkle Schokolade
Wer glaubt, während einer Diät auf Schokolade verzichten zu müssen, der irrt. Edelbitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil stoppt Süß-Gelüste - und weil sie so gehaltvoll schmeckt, schafft man auch nur ein bis zwei Stück anstatt die ganze Tafel zu verspeisen. © Karen Kaspar/Imago
Frau sitzt auf dem Sofa und isst Erdbeeren
Obst ist dank seiner vielen Vitamine und Nährstoffe sehr gesund. Dennoch sollten Sie davon nicht zu viel essen - wegen des vielen natürlichen Fruchtzuckers. Stattdessen sollten Sie lieber zu zuckerarmen Früchten wie Beeren, Pflaumen, Grapefruit oder Orangen greifen. © Tanya Yatsenko/Imago
Apfel
Ein Apfel am Tag - und Du brauchst keinen Arzt: So lautet das bekannte englische Sprichwort. Die Vorteile des heimischen Obstes: Der enthaltene Ballaststoff Pektin hat sättigende Wirkung und hält den Blutzucker konstant, was Heißhungerattacken vorbeugt.  © Martin Wagner/Imago
Getrocknete Apfelringe
Auch Trockenobst eignet sich hervorragend als gesunder Snack für zwischendurch. Jedoch ist Trockenobst in der Regel zuckerhaltiger als frisches Obst, weshalb Sie es in Maßen essen sollten.  © Ute Grabowsky/Imago
Tomate-Mozzarella-Salat
Tomaten enthalten Vitamin A, B1, B2, C und E. Mozzarella zählt zu den kalorienarmen Käsesorten. Gemischt zu einem leckeren Tomate-Mozzarella-Salat macht sich die Kombi auch gut als gesunde Zwischenmahlzeit.  © Marko Volkmar/Imago
Silberne Schüssel mit Joghurt und Obst
Eiweißhaltige Speisen halten lange satt und versorgen den Körper mit wertvollen Mineralstoffen wie Kalzium. Joghurt etwa zählt zu den Lebensmitteln, die sich auch als Snack für zwischendurch eignen. Wer frisches Obst dazu gibt, sorgt für eine fruchtige Note.  © Archiv/Imago
Nüsse auf einem Tisch
Nüsse sind zwar Kalorien-Schwergewichte, aber in Maßen gegessen vertreiben sie den kleinen Hunger zwischendurch. Zudem sind die darin enthaltenen Fettsäuren sehr gesund für Hirn und Nerven. Tipp: Essen Sie am besten ungesalzene und ungeröstete Nüsse. Und davon auch nur bis zu zehn Stück. © kvkirillov/Imago
Mann hält Walnüsse in der Hand
Walnüsse sind gute Magnesium-Lieferanten. 100 Gramm enthalten rund 130 Milligramm.  © Imago
Kräuterquark
Anstatt abends vor dem Fernseher schwach zu werden und alle guten Diätvorsätze über Bord zu werfen, sollten Sie besser zu einem fettarmen Hüttenkäse- oder Kräuterquarkdip mit Gemüsesticks greifen. Das hat weniger Kalorien - und schmeckt trotzdem lecker. © Andre Bonn/Imago
Mann macht sich einen grünen Smoothie
Promis und Fitnessgurus schwören auf einen grünen Smoothie zum Frühstück oder als Snack zwischendurch - kein Wunder, schließlich macht er pappsatt und Sie können alles an Gemüse und spritzigen Früchten hineinmixen, wie es Ihnen gerade beliebt. Hauptbestandteile sind meist frischer Spinat, Gurke, Zitrone, Avocado und Minze. Zudem können Sie nach Geschmack noch zuckerarme Früchte wie Beeren oder Kiwis für etwas Süße hinzufügen. © Ivan Gener/Imago

„Gute“ und „schlechte“ Kohlenhydrate

In Vollkornprodukten stecken alle Bestandteile des Korns, etwa Kleie, Keim und Endosperm. Es gibt Nudeln, Brot und Reis als Vollkornvarianten. Das Gegenteil, die im Rahmen der Studie als „schlechte“ Kohlenydrate dargestellt werden, sind raffinierte Getreideprodukte. Hier wird das Korn gemahlen und von Kleie und anderen Getreidebestandteilen befreit. Weißmehlprodukte wie Brötchen werden zum Beispiel mit dem so verarbeiteten Korn gebacken.

Für ihre Studie, die auf dem Fachportal Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, analysierten die Forschenden die Gesundheitsdaten von über 3.000 Studienteilnehmern. Diejenigen mit einem höheren Vollkorn-Verzehr (mindestens drei Portionen am Tag) hatten langfristig gesehen einen geringeren Bauchumfang. Auch der systolische Blutdruck war bei dieser Gruppe niedriger. Zudem hatte sich der Verzehr von „guten Kohlenhydraten“ positiv auf die Blutfettwerte, zum Beispiel die Triglycerid-Werte, ausgewirkt. „Umgekehrt war ein höherer Konsum von stark verarbeitetem Getreide mit einem stärkeren Anstieg des Bauchumfangs und einem geringeren Rückgang der Triglyceridkonzentration verbunden“, so ein Ergebnis der Studie.

Mehr Informationen zur StudieWhole- and Refined-Grain Consumption and Longitudinal Changes in Cardiometabolic Risk Factors in the Framingham Offspring Cohort

Veröffentlichungsdatum: 13. Juli 2021

Untersuchungszeitraum: Die Forschenden verwendeten die Daten von Studienteilnehmern, die zwischen 1991 und 2014 erhoben wurden.

Veröffentlicht im Fachjournal Journal of Nutrition

Umfang: 3.121 Studienteilnehmer, die zum Start der Datenerhebung rund 55 Jahre alt waren.

Studienautoren: Forscherteam um Caleigh Sawicki vom Human Nutrition Research Center on Aging an der Tufts University im US-amerikanischen Boston.

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Im Interview mit IPPEN.MEDIA erklärt Prof. Dr. Ingo Froböse, Hochschullehrer für Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln, wie man Bauchfett gezielt abtrainiert.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren nicht beantwortet werden.

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