Kochen Sie selbst

So essen Sie sich jünger: Erfolgsautor Bas Kast verrät seine besten Tipps für Ihre Ernährung

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Bestsellerautor Bas Kast zeigt sein Buch „Ratgeber für die Seele“.
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Wer Fisch isst, aber kein Fleisch, lebt statistisch am längsten. Es gibt gute und schlechte Eiweiße, Fasten geht ganz individuell und täglich Joghurt oder Sauerkraut macht schlank. All das sagt Bas Kast.

Der 50-jährige studierte Psychologe und Biologe hat in den vergangenen Jahren unzählige wissenschaftliche Studien zum Thema Ernährung ausgewertet und zwei Bestseller geschrieben: „Der Ernährungskompass: Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung“ und „Kompass für die Seele“.

Außerdem sagt er: Wer ein paar Grundregeln beachtet, kann mit der richtigen Ernährung Krankheiten verhindern und älter werden, als er es mit schlechter Ernährung würde. Zudem macht das richtige Essen auch glücklicher und schlauer. Für unsere Leser fasst Bas Kast in acht Tipps zusammen, wie Essen uns gesund, alt und glücklich werden lassen kann:

Der Autor Bas Kast: Jahrelang ernährte er sich selbst eher schlecht

Bas Kast arbeitete lange als Wissenschaftsjournalist bei verschiedenen Zeitungen. Der 50-jährige studierte Psychologe und Biologe hat in den vergangenen Jahren unzählige wissenschaftliche Studien zum Thema Ernährung ausgewertet und zwei Bestseller geschrieben: „Der Ernährungskompass: Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung“ und „Kompass für die Seele“.

Mit dem Thema Essen so intensiv auseinandergesetzt hat sich Kast, weil er sich jahrzehntelang kaum Gedanken über seine Ernährung gemacht hatte. Bis ihm dann sein Körper die rote Karte zeigte. „Plötzlich bekam ich beim Joggen Schmerzen in der Brust“, erzählt er. Herzkrank war er nicht, aber als er seine Ernährung umstellte, konnte er auch wieder laufen und es ging ihm besser.

Es gibt nicht eine Diät für alle

Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl und lassen Sie sich von den vielen Diättrends und -tipps nicht verunsichern: Bas Kast hat bei der Arbeit an seinem Ernährungsbuch festgestellt, dass es verschiedene Ernährungstypen gibt. „Es gibt Menschen, die vertragen hochwertige Kohlenhydrate sehr gut. Für diese ist es dann richtig, auf viel hochwertige Kohlenhydrate wie etwa Brot aus Vollkornmehl zu setzen“, rät Kast. Andere dagegen vertragen fett- und eiweißreiche Nahrung besser, die sogenannte Low-Carb-Kost. „Der Spruch Fett macht fett ist für sie nicht richtig, sie nehmen eher zu, wenn sie zu viele Kohlenhydrate essen, und sollten lieber auf hochwertige Fette wie Olivenöl, Fische wie Lachs und Früchte wie Avocados setzen“, sagt Kast. Ob man zur einen oder anderen Gruppe gehört, zeige die Selbstbeobachtung. Bas Kast: „Ich selbst esse viel mehr Olivenöl als früher. Auch meide ich weißes Mehl und viele Kohlenhydrate und fühle mich fit und leistungsfähig. Eine Freundin dagegen ist ganz schlapp, wenn sie viel Olivenöl und Nüsse zu sich nimmt, Fett ist für sie weniger gut bekömmlich als Kohlenhydrate.“

Ein Grund dafür, warum die einen Kohlenhydrate besser vertragen, die anderen Fett, ist die unterschiedliche Insulinempfindlichkeit. Wer sehr insulinempfindlich ist, kann Kohlenhydrate gut verwerten. Dies gilt für viele, aber nicht für alle Menschen. Personen, deren Körper eher insulinunempfindlich ist, haben durch eine kohlenhydratreiche Ernährung mehr Blutzuckerspitzen. Sie lagern dann Fett ein, da Insulin auch ein Fettspeicherhormon ist. Sie sollten es mit einer Low-Carb-Diät versuchen.

Genießen Sie viele Hülsenfrüchte, Fisch und selten Fleisch

Ziehen Sie pflanzliches Eiweiß tierischem vor und essen Sie lieber Fisch als Fleisch: Studien zeigen: Pescetarier, also Vegetarier, die Fisch essen, leben am längsten, sagt Bas Kast. Warum das so ist, liegt an der Art von Eiweiß, die sie damit zu sich nehmen. Einfach erklärt ist es so: Eiweiße dienen dem Aufbau des Körpers und damit dem Wachstum. Doch wer sehr viel tierisches Eiweiß zu sich nimmt, überfordert damit den Körper. Denn er wird zu starkem Zellwachstum angeregt. Obwohl das nicht notwendig ist. Die überschüssigen Bauprodukte sammeln sich an und sorgen so dafür, dass die Zellen vorzeitig altern, sagt Bas Kast. Zu viel tierisches Eiweiß ist schädlich, zeigten Untersuchungen. Täglich Fleisch zu essen, sei ungesund. „So geht tierisches Protein zum Beispiel mit erhöhtem Blutdruck und Diabetesrisiko einher.“ Anders ist dies bei pflanzlichen Eiweißen: „Wer mehr pflanzliche Eiweiße isst, wie sie vor allem in Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Linsen und Bohnen enthalten sind, – aber auch in Gemüse wie Brokkoli und Spargel, darf nach einer neuen Studie der Harvard-Universität sogar mit einem längeren Leben rechnen“, sagt Kast. Und nicht alle tierischen Eiweiße sind ungesund, fügt er hinzu. Denn in vielen Fischen, vor allem solchen aus dem Meer, sind sie in Kombination mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese Fettsäuren verstärken die Hüllen der Zellen in unserem Körper und halten sie geschmeidig. So rät Kast, Fisch zu essen. „Nicht in Unmengen, einmal pro Woche reicht.“ 

Hülsenfrüchte mit ihrem hohen Eiweißanteil sind sehr gesund, sagt Bast Kast

Naturjoghurt macht schlank

Joghurt und durch Milchsäurebakterien fermentierte Produkte wie Sauerkraut helfen dem Körper dabei, schlank zu bleiben. Ob man Fett ansetzt, liegt daran, was man isst – aber auch daran, wie die Nahrung im Darm verwertet wird. „Milchsaure Produkte wie Joghurt, Quark und Buttermilch sorgen dafür, dass sich im Darm die Milchsäurebakterien vermehren“, sagt Bas Kast und erklärt weiter: „Studien zeigen: Je mehr Joghurt man isst, ob fettreduziert oder mit natürlichem Fettgehalt, desto weniger Fett setzt man an.“ Die Studien ergaben Erstaunliches: Sie zeigten, dass es nicht nur auf die absolute Zahl der zu sich genommenen Kalorien ankommt. Menschen, die gleich viel Kohlenhydrate aßen wie die einer Vergleichsgruppe, aber zusätzlich noch täglich ungesüßten Joghurt, nahmen weniger zu. Zudem stärken die in Joghurt enthaltenen Milchsäurebakterien das Immunsystem und dämmen Entzündungsprozesse ein.

Essen Sie keine Fertiggerichte, sondern kochen Sie selbst

Essen Sie echtes Essen. Damit meint Bas Kast Selbstgekochtes aus natürlichen Zutaten. Industriell verarbeitete Nahrung, Fertigprodukte zum nur noch schnell Aufwärmen, Fertigsoßen, Brühwürfel und Ähnliches sollte man generell meiden. Hier sind viele künstliche Zusatzstoffe enthalten wie Bindemittel oder Konservierungsstoffe oder auch künstliche Süßstoffe, die nach neuen Forschungserkenntnissen nicht unbedenklich sind. „Diese Dinge schaden beispielsweise den lebenswichtigen Bakterien im Darm“, erklärt Kast. Zudem sind oft große Mengen an Zucker und Salz als Geschmacksverstärker zugesetzt. Auch enthalten Fertigprodukte meist viel Stärke und Zucker, viel Fett, aber zu wenig hochwertiges Eiweiß – eine ungesunde Zusammensetzung. „Kurz gesagt: zu viel Fett und Kohlenhydrate, zu wenig Mineralien, Ballaststoffe und Vitamine“, sagt Kast.

Sehr fein gemahlenes Mehl enthält kaum wertvolle Inhaltsstoffe

Achten Sie bei Mehl darauf, wie fein es gemahlen wurde, und ziehen Sie das gröbere vor. Die Typenzahl, die auf einer Mehlpackung aufgedruckt ist, gibt Aufschluss über den Mineralstoffgehalt. Als Faustregel gilt: Je niedriger die Typenzahl, desto mehr Stärke und desto niedriger der Gehalt an wertvollen Mineralstoffen. So ist das Weizenmehl Typ 405 quasi reine Stärke. Bei diesem Mehl wurden fast alle wertvollen Inhaltsstoffe des Korns quasi herausgemahlen. Sie stecken vor allem im Keimling oder der Samenschale. Wird das Mehl sehr fein gemahlen, gehen mehr als die Hälfte der Ballaststoffe und die allermeisten E- und B-Vitamine, Mineralstoffe, Omega-3-Fette, Aminosäuren und Spurenelemente verloren. Verwenden Sie also besser Typ 505, noch besser Typ 1050 oder Vollkornmehl.

Safran wirkt entzündungshemmend.

Würzen Sie Ihre Speisen und stoppen Sie damit Entzündungsprozesse

Essen Sie entzündungshemmende Lebensmittel und Gewürze: Gewürze wie Kurkuma und Safran, aber auch Tomaten, Äpfel, Beeren, gelbes und oranges Gemüse sowie Vollkornprodukte wirken entzündungshemmend. Gleiches gilt für Kaffee und verschiedene Teesorten, vor allem Grüntee und Kamillentee. Diese entzündungshemmenden Lebensmittel wirken auch stimmungsaufhellend, zeigen Studien, erklärt Kast. Als Erste herausgefunden hat das die Ernährungswissenschaftlerin und Psychiaterin Felice Jacka von der Universität Melbourne in Australien. Sie entdeckte den Zusammenhang zwischen Ernährung und Depression. „Man untersuchte per Hirnscan Menschen, die sich fast nur von Burgern und Pizza ernährten – und fand Hinweise darauf, dass eine schlechte Ernährung Teile des Gehirns sogar regelrecht schrumpfen lässt. Eine entzündungshemmende Kost dagegen kann dem Gehirn neues Leben einhauchen. „Sie sorgt sogar dafür, dass in bestimmten Gehirnregionen auch noch im Erwachsenenalter neue Zellen nachgebildet werden“, erklärt Kast. Sein Tipp: Entzündungstreiber, die in rotem Fleisch, Butter, Wurst und Milch stecken, nur selten essen.

Essen Sie nicht zu spät am Abend und Nudeln lieber schon mittags

Individuelles Intervallfasten: Essen Sie in Zeitfenstern und lieber weniger als mehr. Der Körper braucht nicht ständig Nahrung, sondern auch Zeiten, in denen er sich regenerieren kann, sagt Bas Kast. Er rät, zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu essen. Das sogenannte Intervallfasten kann man auch so betreiben, dass man immer nur zwischen 8 und 20 Uhr isst – auch dann sei es schon sinnvoll. Je länger die Essenspause ist, desto mehr Zeit bekommt der Körper, um sich zu regenerieren. Zudem rät Kast, den Großteil der Kalorien in der ersten Tageshälfte zu verzehren. Untersuchungen zeigten, dass der Körper vormittags Kohlenhydrate – also auch Zucker – besser verarbeiten kann. „Da ist die Insulinempfindlichkeit höher als am Abend, deshalb sollte man beispielsweise einen großen Teller Nudeln lieber mittags essen als am Abend“, rät Kast. Zudem sollte man auch nicht immer so viel essen, dass man pappsatt ist. Bas Kast verweist auf Studien an Mäusen. „Sie zeigen, dass sie älter werden, wenn sie nicht so viel zu fressen bekommen. Es ist wahrscheinlich, dass man das Ergebnis auf Menschen übertragen kann“, sagt Kast.

Eiweißhaltige Lebensmittel sättigen besser

Gewicht zu verlieren gelingt dann besser, wenn man dem Körper Eiweiß zuführt. Der Körper braucht Eiweiß als Baustoff. Aber in modernen Lebensmitteln sei immer weniger enthalten, sagt Bas Kast und erklärt: „Die Industrie verdünnt den Eiweißgehalt systematisch.“ So ist Wurst im Wesentlichen Fett mit verschwindend geringem Eiweißgehalt. Bas Kast erklärt, dass der Körper immer auch nach Eiweiß sucht – und irregeführt wird, indem man Dinge isst, die Eiweiß versprechen, aber keines enthalten. „Besonders gemein sind beispielsweise Chips mit Barbecue-Aroma. Der Geschmack suggeriert, dass Eiweiß enthalten ist. Wer die ganze Packung isst, nimmt viele Kalorien zu sich und bleibt dennoch unbefriedigt“, sagt Kast. Zudem sättigen Kalorien unterschiedlich stark, auch wenn sie den gleichen Energiegehalt haben: „Essen wir Eiweiß, sättigt uns das länger und besser, als wenn wir die gleiche Menge an Kalorien in Form von Kohlenhydraten aufnehmen“, sagt Kast.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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