Unglaublich, aber wahr

Stärker als Elefant und Nashorn zusammen: Nicht die Ameise ist das stärkste Tier der Welt

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Den meisten ist es unbekannt, außerdem ist es blind und weniger als einen Millimeter groß: das stärkste Tier der Welt. Die Hornmilbe hält ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts.

Nicht die Ameise ist das stärkste Tier der Welt: Das Lebewesen mit der meisten Kraft ist noch sehr viel kleiner als die emsigen Insekten. Denn gemessen an ihrer winzigen Körpergröße von weniger als einem Millimeter ist es eine blinde Milbe, die aus Sicht der Wissenschaft als das stärkste Tier der Welt gilt: die Hornmilbe.

Blinde Hornmilbe ist das stärkste Tier der Welt

Die blinde Hornmilbe ist das stärkste Tier der Welt – gemessen an ihrer Körpergröße von unter einem Millimeter. Das Spinnentier kann fast das 1200-Fache seines eigenen Körpergewichts halten.

Die Messung der Stärke eines Lebewesens bezieht sich nicht ausschließlich auf seine Kraft, sondern wird anhand des Verhältnisses der Kraft zu seiner Körpergröße und seinem Körpergewicht berechnet. Während viele davon ausgehen, dass die Ameise das stärkste Tier der Welt sei, ist es in Wahrheit jedoch ein anderer Winzling: die Hornmilbe, ein wahrlich winziges Spinnentier. Mit einer Größe von unter einem Millimeter und einem Gewicht von einem zehntausendstel Gramm ist sie in der Lage, das 1200-Fache dessen zu halten, was sie selbst auf die Waage bringt.

Messung ergab: Kein Tier ist im Verhältnis stärker

Die rasterelektronenmikroskopische Aufnahme zeigt die Bauchseite der Hornmilbe. Die in den Tropen verbreitete Hornmilbe wiegt nur ein zehntausendstel Gramm und lebt im Boden von verfaulenden Organismen. Sie hat starke, rund einen zwanzigstel Millimeter lange Grab-Klauen.

Die Wissenschaftler maßen die benötigte Zugkraft, die sie aufbringen mussten, um die Milbe trotz ihrer starken Klauen vom rauen, horizontalen Laborboden aufzuheben, und erreichten dabei einen Rekordwert: das 1180-Fache des eigenen Gewichts der Milbe.

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Damit sei die in den Tropen verbreitete Milbe laut den Forschenden fünfmal stärker, als für einen Organismus dieses Ausmaßes zu erwarten wäre. Bis heute wurde auf der ganzen Welt kein größeres Kräfteverhältnis bei Tieren nachgewiesen. Um einen vorstellbaren Vergleich zu liefern: Die Hornmilbe ist damit – gemessen an ihrer Körpergröße – stärker als ein Elefant und ein Nashorn zusammen. Umgerechnet auf die menschliche Kraft würde das bedeuten, dass eine Person mit etwa 70 Kilogramm Körpergewicht etwa 82,6 Tonnen hochheben müsste, um mit der Milbe Schritt zu halten. Dieses Gewicht entspräche etwa 24 Kleinlastern oder zwei vollbeladenen Vierzigtonner. Unglaublich, oder?

Hier kommen die tierischen Lebensretter: Elf Tiere, die Gefahren erkennen, bevor wir es tun

Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Fruchtfliegen riechen Brustkrebszellen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fliegen ein umfassendes Duftriechsystem haben. Für eine zuverlässige Diagnose muss nicht einmal ein Training erfolgen: Die Fruchtfliegen „erriechen“ die erkrankten Zellen einfach. (Symbolbild) © Daniel Naupold/picture alliance
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Riesenhamsterratten erkennen Tuberkulosebakterien am Geruch: Die Ratten, die etwa so groß sind wie Kaninchen, haben dementsprechend eine besonders lange Schnauze. Die Ausbildung zur „Riech-Ratte“ startet, wenn die Tiere vier Wochen alt sind. Dabei werden sie auf viele verschiedene Gerüche trainiert. Im Verlauf von sechs bis neun Monaten wird dann das Erkennen von Tuberkulosebakterien mit einem Klicker belohnt – auf das Geräusch folgt eine leckere Belohnung, beispielsweise eine Banane. Eine fertig ausgebildete Riesenhamsterratte überprüft in zweiter Instanz innerhalb von rund 20 Minuten mehr als 100 Proben auf Tuberkulose. Eine solche Karriere dauert bis zu sieben Jahren und hilft dabei, die Eindämmung der Infektionskrankheiten einzudämmen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Der beste Freund der Menschen kann gleichzeitig zu seinem Lebensretter werden. Denn: Hunde können Krebs erschnüffeln. Mit ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen gelingt es den Fellnasen oft, den Krebs zu erkennen, noch bevor der Patient Symptome entwickelt hat. Die Profi-Schnüffler haben eine Erfolgsrate von bis zu 72 Prozent und sind häufig Lebensretter, da beispielsweise Lungenkrebs nur im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Auch Diabetes, Epilepsie, Malaria, Parkinson oder COVID-19 können von Hunden durch ihr feines Riechorgan identifiziert werden. In der Pandemie hatten sich die Fellnasen außerdem beim Erriechen von Corona-Infektionen bewährt gemacht. Mit einer Genauigkeit von bis zu 94 Prozent waren ihre Ergebnisse präziser als die von manchen Antigen-Tests mit nur 72 Prozent. (Symbolbild) © Stephan Schulz/Imago
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
Hunde erkennen nicht nur beim Menschen Krankheiten. Auch bei anderen Tieren gelingt es ihnen, Erkrankungen zu erschnüffeln. Bei Cerviden (beispielsweise Rehe, Hirsche, Rentiere, Elche) können sie eine besonders grausame Krankheit feststellen: die Chronic Wasting Disease (CWD), eine infektiöse und degenerative Erkrankung, die das Gehirn der betroffenen Tiere befällt und tödlich enden kann. © blickwinkel/Imago
Eine getigerte Katze liegt entspannt auf einem Bett. Sie hat ihre Augen halb geschlossen und streckt die Beine von sich. Der Untergrund scheint ein Fell zu sein.
Einzelne Katzenbesitzer berichten immer wieder von den feinsinnigen Fähigkeiten ihrer Samtpfoten. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Katze Missy aus England: Sie soll sich wiederholt auf Frauchens Brust gelegt haben – und damit genau die Stelle gefunden haben, an der sich ein Tumor gebildet hatte. Eine andere, beinahe unheimliche Fähigkeit hat Kater Oscar aus den USA: Er wohnt in einem Seniorenheim und legt sich genau zu jenen Patienten aufs Bett, die nur noch wenige Stunden zu leben haben. Seine Prognosen sind derart präzise, dass das Personal sogar die Angehörigen informiert, sobald Oscar sich auf einem Bett einrollt. Wissenschaftliche Belege für diese Fähigkeiten gibt es bis dato keine. (Symbolbild) © Sabine Fallend/Imago
Eine mikroskopische Aufnahme zeigt einen Fadenwurm vor einem hellblauen Untergrund.
Kaum sichtbar und doch so wichtig: Fadenwürmer gelingt offenbar die Identifizierung von Krebs. In verschiedenen Studie hatten die Forschenden festgestellt, dass sich die Fadenwürmer auf Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebszellen zubewegten, während sie sich von den gesunden Zellen fernhielten. © blickwinkel/Imago
Ein länglicher Käfer sitzt auf einem Stück Holz. Sein Körper ist schwarz und hat größere weiße Punkte.
Keine Krankheit, aber ebenso eine lauernde Gefahr für Menschen: Waldbrände, die sich der Zivilisation oft rasend schnell nähern. Einige Käferarten, beispielsweise der Schwarze Kiefernprachtkäfer, besitzt die Fähigkeit, brennende Wälder aus bis zu 80 Kilometern Entfernung zu erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass er diese hören kann. Sein Mechanismus könnte sogar sehr viel schneller auf Brände ansprechen als industrielle Infrarotsensoren.(Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine Honigbiene fliegt vor grasgrünem Hintergrund eine lila Blüte an. Ihre Beine sind vollgepackt mit Blütenpollen.
Fleißig und hochmodern unterwegs: Honigbienen sind nicht nur in ihrer Funktion als Bestäuber unersetzlich, sondern haben sich auch während der Pandemie als nützlich erwiesen. Forscher haben 2021 herausgefunden, dass Bienen COVID-19 diagnostizieren können. Dank des Trainings, das nur wenige Minuten dauert, versprechen sich Experten hohe Erfolg im Kampf gegen Corona. In abgelegenen Gebieten könnten sie dazu beitragen, die Testmethodik zu erleichtern.  © Panthermedia/Imago
Mehrere dunkle bis schwarze Ameisen sind auf einem hölzernen Untergrund zu erkennen.
Die Grauschwarze Sklavenameise ist mehr als nur eine fleißige Arbeiterin. Sie kann Brustkrebszellen anhand des Urins erkennen. Nach einem Training setzt ihre feine Ameisennase nutzbringend ein. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine V-förmige Formation von Zugvögeln fliegt vor blauem Himmel in die Ferne.
Eine Fähigkeit, die viele Menschenleben retten könnte, wurde bei der Beobachtung der Flugrouten von Zugvögeln entdeckt. Auf eine abrupt geänderte Flugroute folgte beispielsweise einige Tage später ein Sturm in der observierten Region. Die Vögel erlangten demzufolge bereits früher Kenntnis über zukünftige Ereignisse. Damit sind sie als eine Art Frühwarnsystem im Besitz einer Ahnung, die uns Menschen vor zahlreichen Naturkatastrophen retten könnte. Forscher nehmen an, dass die Vögel den Infraschall wahrnehmen können, der von heftigen Stürmen produziert wird und von Menschen nicht wahrgenommen werden kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Eine große, pink-rosa Qualle, schwimmt in tiefblauem Wasser.
Und sie könnte die Erlösung von allen Krankheiten sein: Eine spezielle Quallen-Art, die Turritopsis dohrnii, begeistert die Welt der Wissenschaft. Ihre Besonderheit: Sie ist unsterblich. Hat die Qualle ihren Lebenshöhepunkt erreicht, stirbt sie nicht, sondern verwandelt sich wieder in ihren Anfangszustand. Der frische Lebenszyklus beginnt mit neuen Tentakeln und einem geschrumpften Körper. Die Qualle kann diesen Kreislauf beliebig oft wiederholen und gilt somit als unsterblich. Manche Forscher nehmen an, dass der Mensch diese Fähigkeit eines Tages übernehmen könnte. Hinweis: Die Qualle auf dem Foto ist keine Turritopsis dohrnii. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Wer hätte gedacht, dass ein mit dem bloßen Auge nicht sichtbares Tierchen die größte Kraft im Tierreich besitzen würde. Den Grund für die unglaubliche Stärke vermuten Forscher in der Art ihrer Nahrungsbeschaffung: Sie gehen davon aus, dass die Milbe unter der Erde schwere Erdbrocken zur Seite räumen muss, um an ihr Fressen zu gelangen. Die starken Klauen könnten ihr außerdem als Schutz vor natürlichen Fressfeinden dienen.

Rubriklistenbild: © Michael Heethoff/picture-alliance/dpa

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